Die Kandidaten für das „Spiel des Jahres 2015“ im Check

Das Würfelspiel Machi Koro hat Chancen, Spiel des Jahres zu werden.
Das Würfelspiel Machi Koro hat Chancen, Spiel des Jahres zu werden.
Foto: Kosmos
Was wir bereits wissen
Drei Neuheiten stehen in der engeren Wahl, am 6. Juli in Berlin den Preis „Spiel des Jahres 2015“ zu erhalten. Wir stellen die Nominierten und weitere Kennerspiele vor.

Essen.. Glückspilze, Westernfans und Teamspieler aufgepasst. Wir stellen „Perlen“ vor, die die Jury „Spiel des Jahres“ auf ihre Nominierungsliste gesetzt hat. Zudem präsentieren wir Neuheiten, die die Chance auf den Preis „Kennerspiel des Jahres“ haben.

Kategorie Spiel des Jahres

The Game: Ist das Spiel besiegbar? Gemeinsam gegen das Spiel – nach diesem Motto fiebern hier alle dem Ende entgegen. Werden wir es schaffen, alle 98 Zahlenkarten auf die vier zentralen Stapel abzulegen? Zwei Stapel beginnen mit dem Wert Eins, zwei Stapel beginnen mit dem Wert Hundert. Auf die Einserstapel dürfen nur höhere, auf den Hunderterstapel nur niedrigere Kartenwerte gelegt werden. Wer dran ist, muss mindestens zwei Karten ablegen und Karten auf die Hand nachziehen. Zwar dürfen sich die Spieler Hinweise geben und mit einem Trick auch Rückwärts-Schritte machen. Dennoch ist es mehr als schwierig, alle Karten loszuwerden.
Fazit: Reizvoll, spannend, simpel.

The Game von Steffen Benndorf, erschienen bei Nürnberger-Spielkarten-Verlag. 1-5 Spieler ab 8 Jahren, ca. 20 Minuten, ca. 8 Euro.


Machi Koro: Viele Wege führen zum Sieg – und alle haben mit Glück zu tun. Sich zu entscheiden, ob man einen Bauernhof, eine Bäckerei, ein Bürohaus oder sonst etwas kauft, ist das eine. Danach so zu würfeln, dass das Gekaufte auch Ertrag bringt, ist das andere. Da es bei dem Spiel darum geht, vier Großprojekte zu aktivieren, und dies nur mit ausreichend Münzen möglich ist, sind Pleitewürfe für die Spieler bitter.
Fazit: Ein einfaches und kurzweiliges Glücksspiel.

Machi Koro von Masao Suganuma, erschienen bei Kosmos. 2-4 Spieler ab 8 Jahren, ca. 30 Minuten, ca. 13 Euro.


Colt Express: Überfall im Wilden Westen. Ganoven hangeln sich von Waggon zu Waggon, schießen, kämpfen und haben nur ein Ziel: Am Ende das meiste Geld zu erbeuten. Besonders an diesem Spiel ist, dass die Spieler mit ihren Ganovenfiguren in einem dreidimensionalen Zug agieren und ihr Tun vorausplanen. Sprich: Befinden sich die Spieler in einer Runde mit beispielsweise vier Spielzügen, müssen sie der Reihe nach und vier Mal je eine Aktionskarten ablegen. Am Ende wird der Kartenstapel umgedreht und man darf gespannt sein, welche wilde Szenen und Duelle sich ergeben.
Fazit: Spannend, witzig, extravagant.

Colt Express von Christophe Raimbault, erschienen bei Ludonaute. 2-6 Spieler ab 10 Jahren, ca. 40 Minuten, ca. 30 Euro.

Kategorie Kennerspiel des Jahres (Für geübte Spieler)

Broom Service: Mutig oder feige? Hellsehen müsste man können. Dann wäre einem der Sieg garantiert. Entscheidend ist hier nämlich, gut einschätzen zu können, welche Spielzüge die Mitspieler planen. Wollen sie etwa eine Waldhexe, einen Taldruiden oder einen Kräutersammler einsetzen? Oder sind ihnen das Wegzaubern von Wolken und andere Aktionen fürs Tränkebrauen und Punktesammeln wichtiger? Wer dran ist, wählt eine Karte und spielt sie „mutig“ oder „feige“ aus. Mutige Aktionen sind lohnenswerter, aber riskanter, da andere Spieler diese Karte ebenfalls ausspielen und einem damit den Lohn – etwa Tränke, Zauberstäbe, Siegpunkte – wegschnappen können. Die feigen Aktionen bringen weniger, aber eine Belohnung gibt es auf jeden Fall.
Fazit: Ein spannendes Stichspiel mit Ärgerpotenzial.

Broom Service von Andreas Pelikan und Alexander Pfister, erschienen bei Ravensburger - alea. 2-5 Spieler ab 10 Jahren, ca. 75 Minuten, ca. 40 Euro.


Orléans: Viele Wege führen zum Sieg. Die Spieler versuchen, im mittelalterlichen Frankreich ihre Gefolgsleute möglichst clever zu platzieren. Interessant ist, dass angeworbene Gefolgsleute eher zufällig zum Einsatz kommen. Jeder Spieler hat nämlich einen Sack, in den er seine Gefolgsleute steckt. Wer Pech hat, zieht später diejenigen Mannen, deren Vorteile er gar nicht gebrauchen kann. Da noch weitere Plättchen zufällig gezogen werden, ist bei „Orléans“ auch Glück im Spiel. Dennoch können Strategen viel vorausplanen und taktieren.
Fazit: Die vielen Aktionsmöglichkeiten reizen zu immer neuen Partien.

Gesellschaftsspiele Orléans von Reiner Stockhausen, erschienen bei dlp games. 2-4 Spieler ab 12 Jahren, ca. 90 Minuten, ca. 50 Euro.


Elysium: Welch eine gelungene Schachtel. Bei „Elysium“ haben Karten, Plättchen und Säulen kaum eine Chance, durcheinander zu geraten. Die Ordnung in der Box ist das eine, die Genialität des Spielprinzips ist das andere, was diese Neuheit zu einem Highlight für Strategiespieler werden lässt. Die Fragen, die sich ihnen stellen, sind vielfältig. Welche Karte nehme ich am besten, welche Säule gebe ich dafür ab und wann platziere ich die Karte im Elysium? Was machen zudem meine Mitspieler und wie kann ich mich darauf einstellen? Gelungen ist, dass die Spieler je Partie nur fünf von acht toll illustrierten Kartensets nutzen. Kombinationsmöglichkeiten gibt es also viele.
Fazit: Ein Spiel, das nie langweilig wird.

Elysium von Brett J. Gilbert und Matthew Dunstan, erschienen bei Space Cowboys. 2-4 Spieler ab 14 Jahren, ca. 60 Minuten, ca. 50 Euro.