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Kriminalität

Deutscher Millionenbetrüger nach fünf Jahren Flucht in USA gefasst

28.07.2012 | 15:26 Uhr
Deutscher Millionenbetrüger nach fünf Jahren Flucht in USA gefasst
Ein FBI-Mann räumt gefundene Kunstwerke aus einem Lager, in dem E. sie deponiert hatte

Las Vegas.  Eine Trunkenheitsfahrt vor über einem Jahr hat die US-Polizei auf die Spur eines Millionenbetrügers aus Deutschland geführt. Der Mann hatte sich fünf Jahre lang dem Zugriff der Behörden entzogen, nun wurde er festgenommen. Ein wegen des Verdachts auf Trunkenheit am Steuer genommener Fingerabdruck ließ Ulrich E. auffliegen.

Ein bei einer Verkehrskontrolle genommener Fingerabdruck hat in den USA zur Festnahme eines deutschen Millionenbetrügers geführt, der sich mit wechselnden Identitäten fünf Jahre dem Zugriff der Behörden entzogen hatte. Der wegen des Verdachts der Trunkenheit am Steuer bereits 2011 im Raum Las Vegas genommene Fingerabdruck habe Ulrich E. auffliegen lassen, teilten die Behörden am Freitag (Ortszeit) mit. Der Zusammenhang sei erst jetzt hergestellt worden.

E., der in den USA die Namen Joseph Miller und Joseph Walter benutzt habe, sei "sehr versiert im Verbergen seiner wahren Identität" gewesen, sagte ein Polizeisprecher in Las Vegas zu der bereits am Mittwoch erfolgten Festnahme. Die Auslieferung des 51-Jährigen an Deutschland werde vorbereitet.

Schneeballsystem soll 3500 Anleger um Geld gebracht haben

E. soll mit einem Schneeballsystem zwischen Juni 2003 und Dezember 2004 über 3.500 Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz um mehr als 100 Millionen Dollar betrogen haben. Dafür benutzte er eine Marketingfirma mit Sitz in Florida. Sobald das Geld in den USA angekommen war, sahen es die Investoren nie wieder.

Im Dezember 2007 wurde gegen ihn in Mannheim und Hamburg ein Haftbefehl wegen Betrugs ausgestellt. Auch Interpol suchte nach dem Deutschen. Die Verkehrskontrolle, die auf seine Spur führte, war bereits am 11. Februar 2011.

Das FBI und die örtliche Polizei stellten am Freitag auch 1.000 Kunstwerke sicher, die E. in einer Lagerhalle außerhalb von Las Vegas aufbewahrt hatte. FBI-Agent Patrick Turner sagte, mit dem Erfolg bei der Durchsuchung könnten die mutmaßlichen Opfer von E. entschädigt werden. (dapd)

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