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EU-Studie

Deutsche Jugendliche greifen besonders oft zur Flasche

20.08.2009 | 06:40 Uhr
Deutsche Jugendliche greifen besonders oft zur Flasche

Brüssel. Koma-Trinken ist nicht nur ein deutsches Phänomen. Auch europaweit greifen die Jugendlichen regelmäßig zur Flasche, bis sie bewusstlos werden. Die Deutschen liegen mit ihrem Trinkverhalten allerdings laut einer neuen Studie des Europäischen Statistikamtes vor vielen anderen EU-Staaten.

Trinken bis zum Umfallen – unter Europas Jugendlichen ist das keine Seltenheit mehr. Deutsche Teenager greifen sogar häufiger regelmäßig zur Flasche als 15- bis 16-Jährige in vielen anderen europäischen Ländern. Das geht aus einer Studie des Europäischen Statistikamtes hervor, das die Trinkgewohnheiten der EU-Bürger genauer unter die Lupe genommen hat.

Koma-Trinken dreimal monatlich

Eine Flasche nach der anderen: Beim "Flatrate-Saufen" läuft der Alkohol literweise. Foto: imago

Danach treffen sich 31 Prozent der deutschen Jungen und 24 Prozent der Mädchen mindestens dreimal im Monat zum so genannten Koma-Trinken – das heißt, sie nehmen in relativ kurzer Zeit fünf alkoholische Getränke oder mehr zu sich. Ähnlich viel schütten sonst nur die irischen, maltesischen oder die dänischen Teenager in sich hinein. Einen traurigen Rekord halten übrigens die Niederländer: Dort veranstalten 37 Prozent der Jungen und 20 Prozent der Mädchen regelmäßig Trinkgelage.

Grundsätzlich zeigt die Statistik ein deutliches West-Ost-Gefälle: In Ungarn oder der Tschechei greift die Jugend seltener zur Flasche als in Deutschland oder Großbritannien – und das, obwohl Erwachsene in osteuropäischen Ländern deutlich mehr trinken als in Westeuropa. Auch zwischen dem Norden und dem Süden der EU gibt es deutliche Unterschiede. In Griechenland oder Frankreich sind Jugendliche zurückhaltender mit Alkohol als in Belgien oder Großbritannien.

Skandinavien als Vorbild

Schweden und Finnland sind eine Ausnahme: Alkohol in diesen nordischen Ländern ist vergleichsweise teuer und der Kauf außerdem erst ab 18 Jahren erlaubt. Immer mehr Länder in der EU überlegen nun, diesem Beispiel zu folgen. Frankreich zum Beispiel hat den Verkauf von Wein, Bier und Zigaretten an Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Auch Italien erwägt, Minderjährigen eine Alkoholabstinenz zu verordnen. Die Stadt Mailand hat ein entsprechendes Verbot bereits Mitte Juli durchgesetzt.

Eltern von Jugendlichen, die gegen diese Vorschrift verstoßen, drohen Geldstrafen von 450 Euro. 500 Euro Strafe müssen die Inhaber von Lokalen und Geschäften zahlen, die Jugendlichen unter 16 Jahren Alkohol verkaufen.

Abschreckung auf Britisch

In Großbritannien hatte die Regierung im vorigen Jahr mit Ekelvideos versucht, Jugendliche von Saufgelagen abzuhalten: Sie zeigten betrunkene Jungs, die sich selbst bepinkeln und Mädchen, die sich mit Erbrochenem beschmieren – allerdings hatten diese offenbar keinen nachhaltigen Effekt. Erfolg versprechender ist dagegen ein spezielles Fach „Lebenskompetenz“ an britischen Schulen: Darin wird nicht nur Wissen in Sachen Alkoholkonsum vermittelt, sondern auch bei Ernährung und sozialen Problemen.

Katrin Teschner

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Kommentare
21.08.2009
17:02
Blockierter Kommentar.
von daniel.otto | #15

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.08.2009
17:01
Deutsche Jugendliche greifen besonders oft zur Flasche
von Christian Holberg | #14

5 Alkoholische Getränke = Komasaufen?
D.h. nach 5 Bier müsste man schon im Nirvana sein?
Nach den Zahlen oben müsste ja jeder dritte Jugendliche sich regelmäßig ins Koma saufen.
Ich bin 17 Jahre alt und kenne keinen einzigen, der soweit geht. Und mein Bekannten-/Freundeskreis ist nicht gerade klein.

20.08.2009
17:16
Deutsche Jugendliche greifen besonders oft zur Flasche
von Roman H | #13

Dieser Auszug: ... greifen die Jugendlichen regelmäßig zur Flasche, bis sie bewusstlos werden... ist doch SEHR übertrieben.
Als ob Jugentlichen sich jede Woche ins Koma trinken würden.
Langsam kann ich diese negativen, sensationsgeilen Sätze nicht mehr lesen. Es scheint bei Zeitungen in Mode gekommen zu sein, Jugentliche in ein falsches Licht zu rücken. Killerspiele, psychische Probleme, Alkohol und Drogen - so sieht unser Alltag schließlich NICHT aus!
Ich finde solche Artikel eine Unverschämtheit, da sie in keinster Weise das Verhalten der Jugentlichen widerspiegeln.

Abends etwas trinken mit Freunden, bedeutet kein geplantes Koma-Saufen! Als Jugentlicher trifft man sich einfach häufiger mit seinen Freunden, als im fortgeschrittenen Alter.
Die Eltern haben vielleicht Angst sich von ihren Kindern zu distanzieren und schon werden solche Artikel gelesen und allen Kindern wird dieses Verhalten übertragen. Nun entsteht ein weiterer Konflikt zwischen Kind und Elternteil, der vielleicht wirklich zu Alkohol, weiterer Isolation und weniger Gesprächen untereinander führt.
Wer erfindet solche Begriffe wie Koma-Trinken überhaupt?
Es sind wohl die Eltern der Kinder, die früher, versteckt und ungesehen von dem Web2.0 das gleiche erlebten, oder Autoren die einfach den Respekt vor der Gesellschaft verloren haben.

mfg
Roman

20.08.2009
08:24
Deutsche Jugendliche greifen besonders oft zur Flasche
von Name | #12

Also aus der Stadt aus der ich komme (keine Kleinstadt), kann man am Wochenende als Jugendlicher auch nicht wirklich viel anderes machen.
Vielleicht sind die meisten auch nur vom Alltag genervt und wollen am Wochenende mal was anderes erleben.

Davon abgesehen...als ob es betrunkene Jugendliche nicht schon immer gegeben hat. Früher gab es halt keine Handykameras und kein youtube. Also hat mans einfach weniger oft gesehen. ;)
In den Niederlanden können sich junge Erwachsene statt Kneipe einfach am Wochenende einen Joint rauchen. Kein Kater, keine Kneipenschlägereinen. Hier ist das ja leider nicht möglich.

19.08.2009
21:43
Deutsche Jugendliche greifen besonders oft zur Flasche
von Ricke | #11

an #7:

1. Erst einmal wird speziell in Deutschland das Trinken mehr und mehr legalisiert. Wer hat nicht schon gehört, dass sich ein Kollege schon auf das Vereinfest freue, da man mal wieder so richtig einen zischen kann.
Ein kühles, frischgezapftes Bier und die Welt ist wieder in Ordnung. Es bleibt aber nicht bei einem..
2. Der Sohn einer Familie, die wir ganz gut kennen, konnte schon mit 14 Jahren eine Flasche Bier austrinken. Dieses Heldentum endete damit, dass der Junge heute ca. 40 Jahre alt ist, Alkoholiker, lebt in einem Heim und ist nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen. Ein Sozialfall also.
Dann die Heldentaten des Wochenendes, wo man sich brüstet, 20 oder 30 Gläser Pils getrunken zu haben. Tolle Leistung.
Noch nie etwas davon gehört?
Ich habe nchts gegen kultiviertes Trinken, ok, aber meistens ist es ein Gelage, und die Bierflaschen hole ich allzu oft aus meiner Hecke.

19.08.2009
20:16
Blockierter Kommentar.
von daniel.otto | #10

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

19.08.2009
20:15
Deutsche Jugendliche greifen besonders oft zur Flasche
von G. | #9

@#3 bin was die Perspektiven angeht Ihrer Meinung.

In einer Ganztagsverwahrung abgegeben. Mit blödsinniger Propaganda und Debilen-TV allein gelassen. Als Vorbilder säuselnde Pädagogen, denen man das Ausdembusschauen nicht zutrauen möchte. Das Ganze mit multilateralem Integrationszwang und konsequenter Verfolgen von Verstößen gegen die politische Korrektheit. Alles ohne echte Lebensperspektive dafür mit erheblicher echter und teilweise extra geschaffener Konkurrenz.
Saufen als Reaktion finde ich da noch fast unangemessen harmlos.

19.08.2009
19:31
Deutsche Jugendliche greifen besonders oft zur Flasche
von Ehrlichkeit | #8

Ich meine natürlich sind.

19.08.2009
19:30
Deutsche Jugendliche greifen besonders oft zur Flasche
von Ehrlichkeit | #7

Mich würde eher interessieren wieviele Jugendliche es insgesamt als Prozentzahl sind und nicht die einfache Aufteilung in Jungen und Mädchen.

@6: Wie Sie zu dieser Schlußfolgerung kommen würde mich persönlich interessieren. Da hier nur in Jungen und Mädchen unterteilt wird und somit keinen Rückschluß darauf gegeben wird, ob die Eltern um 11:00Uhr in der Früh schon betrunken ist.

Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

19.08.2009
19:06
Deutsche Jugendliche greifen besonders oft zur Flasche
von Ricke | #6

Woran das liegt?
Ich würde sagen, das ist ganz einfach zu erklären:

So abgedroschen das auch klingen mag, aber hierzulande haben Kinder/Jugendliche falsche Vorbilder.
Die Vorbilder der Kinder sitzen zu Hause und Papa ist morgens um 11:00 schon voll.
Wenn nun sein Kind eine Flasche Bier in einem Zug austrinkt, ist sein Sohn ein Held, spielt er aber Klavier wie Richard Clayderman, dann ist er ein komischer Kauz- mit anderen Worten, hier gehört saufen zum guten Ton und kein Klavierkonzert.
Andere Länder haben eben noch eine gewisse Kultur - die wir in Deutschland leider verlieren.

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