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"Der Star auf meiner Couch" - Promi sucht Gastgeberin

02.06.2013 | 12:54 Uhr
"Der Star auf meiner Couch" - Promi sucht Gastgeberin
Unfreiwillig komisch: Promi Patrick Lindner besucht Burlesque-Tänzerin Iljana.Foto: ZDF

Mainz.   Das ZDF startet eine neue Mittags-TV-Reihe: Mit „Der Star auf meiner Couch“ will der Mainzer Sender der öffentlich-rechtlichen ARD Konkurrenz machen, die seit Jahren mit „Rote Rosen“ erfolgreich ist. Für fünf Tage reist der „Star“ in eine Stadt, begleitet jeweils einen Tag lang eine Frau durch ihren Alltag.

Der härteste Konkurrent des Ersten ist das Zweite – und umgekehrt natürlich. In der Mittagszeit, kurz nach 14 Uhr, wetteifern ARD und ZDF um die Gunst reiferer Damen. Und da haben die Charmeure vom Ersten seit geraumer Zeit einen unbestreitbaren Vorteil: Sie reichen „rote Rosen“ – mit so großem Erfolg, dass die Quoten der gleichnamigen Schmacht- und Intrigenserie weit über dem ARD-Durchschnitt liegen. Klar, dass die Mainzelmänner gern gleichziehen würden. Montag, 14.15 Uhr, starten sie einen neuen Vorteil: „Der Star auf meiner Couch“ soll’s richten.

Für fünf Tage reist der „Star“ in eine Stadt, begleitet jeweils einen Tag lang eine Frau durch ihren Alltag. Am Ende entscheidet der Promi, welche Gastgeberin ihn am meisten beeindruckt hat. Das klingt ein bisschen nach Castingshow. DSDS, Ruhestandsversion. Umgekehrt werden auch die Frauen danach befragt, welchen Eindruck ihr Gast hinterlassen hat.

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Ein Gast wie Patrick Lindner (52). In den 90ern war der bayerische Schlagersänger ein Großer seiner Branche. Für die Goldkehle regnete Edelmetall, und auch ein „Bambi“ lief Lindner zu. Vergangenheit. Heute zehrt er von seinem Ruhm.

Und die Damen, die der gelernte Koch beglückt? Das Angebot reicht von Burlesque-Tänzerin (Erotik, edlere Version) über Kundenbetreuerin, Karaoke-Maus und Hundefriseurin bis hin zur alleinerziehenden Bäckerei-Besitzerin.

Macht nicht schlau, und komisch ist es auch nicht

Schon da ist klar, in welche Richtung die Reportagen der Hamburger Produktionsfirma DocLights zielt. Das Unternehmen hilft dem langweiligen Alltag durch Kontrastprogramm nach, von schrill und schräg bis bodenständig, ja bieder. Natürlich bilden die 50-Minüter nicht in erster Linie ab, was ist, sondern inszenieren Gastgeberinnen und Gast. Man ist nett zueinander. Einblicke in deutsches Alltagsleben gibt es eher zufällig und beiläufig.

Damit bietet das ZDF genau das, was bei privaten Sendern allzu oft als „Scripted Reality“ gebrandmarkt wurde: Der Film folgt nicht der Wirklichkeit, sondern der Film formt die Wirklichkeit. Tatsächlich aber folgen die insgesamt 20 Geschichten des ZDF einem Drehbuch. Selbst nicht planbare Momente werden durch Nachbearbeitung zum Teil der Erzähldramaturgie.

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Immerhin: Bloßgestellt wird niemand, die Kommentare aus dem Off ironisieren sanft. Das Geschäft sieht so aus: Die Damen sind für 50 Minuten berühmt, und der Star von der Resterampe ist wieder ein bisschen im Gespräch.

So lässt einen dieses Mittagspausenprogramm seltsam unberührt. Es hat kaum echte emotionale Momente, es macht einen nicht schlauer, und komisch ist es auch nicht, na ja, jedenfalls nicht gewollt. Manchmal entpuppt Patrick Lindner als unfreiwilliger Komiker. Denn sobald er allein ist mit der Kamera, muss er immerzu laut denken.

Er hat gute Chancen, sich irgendwann in einem Kabarettprogramm wiederzufinden – zum Beispiel im „Frühstücksfernsehen am Abend“. Olli Dittrich, übernehmen Sie!

Jürgen Overkott



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