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Delfinarien

Delfine unter Drogen - Zoos stehen in der Kritik

01.08.2012 | 16:50 Uhr
Wasser- und Ortswechsel: Bis Oktober ziehen die Delfine in Münster aus.Foto: Jakob Studnar

Nürnberg.   Aufzeichnungen im Nürnberger Tiergarten beweisen: Delfine werden nicht nur mit Antibiotika behandelt, sondern auch mit Valium ruhiggestellt. „Die Tiere kommen nicht miteinander aus, werden im Streitfall separiert und mit Psychopharmaka ruhig gestellt“, erklärt Verhaltensbiologe Karsten Brensing.

Noah ist aggressiv. Immer wieder attackiert er Anke. Rammt ihr seine spitze Schnauze in den Körper. Höhepunkt der Auseinandersetzungen: Im Juli 2004 bricht er Anke einen Kiefer. Noah ist ein großer Tümmler, einer von sieben im Nürnberger Zoo, die alltäglich Besucher mit ihren witzigen Sprüngen und koketten Ballspielen zum Lachen bringen sollen. Lustig findet Noah an diesen Tagen sein Dasein scheinbar nicht.

In den letzten Jahren gab es viele Phasen im Leben Noahs, an denen das Männchen sich nicht von seiner freundlichen Seite zeigte. Und die Lösung des Problems sieht immer gleich aus: Noah wird Diazepam verabreicht. Besser bekannt als Valium.

Delfinfamilie vereint

Das geht aus den Aufzeichnungen des Delfinariums im Tiergarten Nürnberg hervor. Vor einem Jahr hatte das Bayerische Verwaltungsgericht einer Klage der „Whale and Dolphin Conservation Society“ (WDCS) stattgegeben und festgestellt, dass dem WDCS Einsicht in alle Akten über die Delfinhaltung in Nürnberg gewährt werden muss. Erste Auswertungen liegen jetzt vor.


Kommentare
03.08.2012
19:43
Tierquälerei findet woanders statt
von Schneckle | #22

Tierquälerei findet woanders statt, hat aber zugegebenermaßen auch noch vor einigen Jahrzehnten (in den 1960er und 1970erJahren) in der Delfinhaltung stattgefunden. Früher wusste man zum Beispiel nicht, dass ein Delfin körperlich und geistig verkümmert, wenn er keine Ansprache und keine Beschäftigung hat. Deshalb ist man dazu übergegangen, mit den Großen Tümmlern eine Art Trimm-dich-Programm zu absolvieren.
Ich kann Mondschatten nur beipflichten, wenn er oder sie vorschlägt, man solle sich sein eigenes Bild von den Delfinen und ihre Haltung machen.
Ich bin dagegen, dass die Delfine, die in deutschen Delfinarien leben, in Einrichtungen im Ausland umgesiedelt werden. Meiner Meinung nach sollten die beiden Delfinarien in Deutschland immer weiter optimiert werden, sodass sich ausländische Einrichtungen, die zum Teil viel schlechtere Standards haben, sich daran orientieren können und ebenfalls Verbesserungen vornehmen.

2 Antworten
Delfine unter Drogen - Zoos stehen in der Kritik
von Mondschatten | #22-1

Leider gibt es Phänomene der 60er und 70er wider besseren Wissens in relativer Nähe heute noch. In den 70ern wurden Delphine in England für die Sommersaisons von einem Seebad zum anderen gekarrt, teils in mobilen Becken, teils in Schwimmbädern, teils sogar in Varieteés.
In Osteuropa gibt es solche Verhältnisse aber heute immer noch. Zwei Delphinarien-Ketten umverteilen ihre Tiere, wie es grade passt. Das vornehmliche Ziel scheint es hier zu sein, die einzelnen Filialen mit je zwei bis drei Tieren besetzt zu halten. Dabei wäre grade dort ein Aufbau funktionierender Familiengruppen für die Erhaltungszucht sinnvoll, da es sich dort um die extrem bedrohte Schwarzmeer-Unterart des Großen Tümmlers handelt.
Und von den anderen Aspekten der Unterbringung und des Publikumszugangs rede ich hier noch garnicht.

Delfine unter Drogen - Zoos stehen in der Kritik
von Schneckle | #22-2

Ich meinte auch "in der Delfinhaltung in Deutschland", da es in obigem Artikel ausschließlich um die beiden Delfinarien in Deutschland geht. Aber du hast vollkommen Recht, Mondschatten, in vielen Einrichtungen (u.a. Varietees) herrschen katastrophale Zustände und das Leben eines Delfins zählt nur wenig. In Asien beispielsweise bekommt man ja schnell "Nachschub" aus Taiji, wenn es mit einem Delfin nicht "geklappt" hat.

03.08.2012
17:51
Delfine unter Drogen - Zoos stehen in der Kritik
von Bindu | #21

TIERQUÄLEREI!!!!!!!!!!!!!!!

1 Antwort
@ #21
von The-investigative-Journalist | #21-1

Da stimme ich Ihnen voll zu! Wer Delfingruppen aus Zoos auseinanderreißen und die einzelnen Tiere in unbekannte ausländische Zoos, Vergnügungsparks transferieren oder einem ungewissen Schicksal in der vielgepriesenen "Freiheit" aussetzen will, ist wahrlich ein Tierquäler. Bisher kam von den Delfinariengegnern noch kein brauchbarer Vorschlag, was denn mit den Delfinen passieren soll, wenn die deutschen Delfinarien geschlossen würden.

03.08.2012
16:13
Delfine unter Drogen - Zoos stehen in der Kritik
von der_gehetzte | #20

Könnten die Tiere überleben, wenn man sie in die freie Wildbahn lassen würde?

1 Antwort
@ #20
von The-investigative-Journalist | #20-1

Könnten Sie, wenn Sie bisher immer nur gefüttert wurden und die Welt draußen noch nicht mal vom Hörensagen kennen, dort draußen überleben?

03.08.2012
07:51
Delfine unter Drogen - Zoos stehen in der Kritik
von www.schnitzel-ist-out.de | #19

Da hilft nur eins: Alle Delfinknäste schließen!!!

1 Antwort
@ www.schnitzel-ist-out.de
von The-investigative-Journalist | #19-1

Und dann? Wohin mit den Tieren?

02.08.2012
23:17
Delfine unter Drogen - Zoos stehen in der Kritik
von Mondschatten | #18

Auf der Globus-Seite der NRZ-Printausgabe war innerhalb dieses Artikels immerhin der Hinweis zu finden, selbst das Delphinarium zu besuchen, um sich mit eigenen Augen ein Bild von den Verhältnissen vor Ort zu mache. Den Hinweis auf die Vorfürungen möchte ich jedoch ersetzen durch den Vorschlag, ZWISCHEN den Voführungen das Haus zu besuchen und die 30 Minuten, die man sonst in der - meiner Meinung nach wenig unterhaltsamen - Vorführung sitzen würde, damit zu verbringen zu beobachten, was die Tiere in den Ruhepausen tun. Dies ist schon seit einigen Jahren möglich.

02.08.2012
18:28
Kümmert euch lieber um die Delfine, die wirklich leiden!
von The-investigative-Journalist | #17

@#16
Das Martyrium der Delfine wird erst richtig beginnen, wenn man sie, wie das die "Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Deflinarien-Gegner" wollen, in ausländische Zoos verlagert. Dann haben wir überhaupt keinerlei Kontrolle mehr. Kümmert euch doch lieber um die gequälten Kreaturen dort oder um diejenigen, die in Fischernetzen enden oder direkt bejagt werden. Aber davor habt ihr Schiss! Es ist doch so viel leichter, hier über Zoos zu schimpfen oder in facebook "gefällt mir" anzuklicken.

3 Antworten
Delfine unter Drogen - Zoos stehen in der Kritik
von Free-Morgan | #17-1

Susanne Gugeler oder Rüdiger Hengl:

Im Gegensatz zu Euch beiden kümmern sich die Tierschützer auch um das Thema.
Aber es ist natürlich viel leichter, andere zu beschimpfen und nix zu tun ;-)
Viel Spaß beim nächsten Delfinarienbesuch !

Delfine unter Drogen - Zoos stehen in der Kritik
von Mondschatten | #17-2

Allerdings haben diese Kümmerer es bisher noch nicht für nötig erachtete, durchaus relevante Fragen zu diesem Thema zu benatworten.
Beispiele: Wie kommen sie auf die Zahl von 60 verstorbenen Tieren in Duisburg? Haben sie da genauere, meinetwegen auch nur vermutete Zahlen und Daten? Wäre doch für die Sache sehr wichtig.
Woran erkenne ich - Zitat - "autistisches Verhalten" bei Delphinen? Wenn ich das wüsste, könnte ich mich wirklich selbst von der Richtigkeit der Kritik überzeugen.
Nach abgeknickten Finnen habe ich unlängst selbst Ausschau gehalten, Fotos gemacht, allerdings nichts derartiges gesehen.

@ #17-1
von The-investigative-Journalist | #17-3

In welcher Form kümmern sich die "Tierschützer" (ich mag das Wort für diese Menschen gar nicht benutzen) denn um das Thema? Indem sie Zoos mit Klagen überziehen? Indem sie unnötigerweise Gerichte beschäftigen? Das hat bisher noch keinem einzigen Delfin geholfen. Die sollten sich um wirklich wichtigere Dinge kümmern. Aber nichts selbst denken, einem "Vorbeter" nachlaufen, und in facebook "gefällt mir" klicken ist ja auch so einfach! Wo bleiben denn die Antworten auf Mondschattens Fragen? Euer "Anführer" gibt sie nicht und das "Fußvolk" kann sie nicht geben.

02.08.2012
17:59
Delfine unter Drogen - Zoos stehen in der Kritik
von InPrincipio | #16

Liebe Menschen,

so lange Ihr in die Zoos geht und Euch an den Delphinen erfreut, genau so lange dauert auch noch das Martyrium eben dieser.

02.08.2012
17:35
Delfine unter Drogen - Zoos stehen in der Kritik
von CliffAllisterMcLane | #15

Zunächst stört mich das mit dieser Überschrift die Zoos allgemein verurteilt werden. Es gibt aber auch Fragen. Warum gibt es von der EU ein Zuchtprogramm für Delphine wenn die Zoos angeblich unfähig sind diese Tiere zu halten? Nächste Frage: Es gibt Delphine für Therapiezwecke. Bekommen diese Tiere keine Drogen? Ich glaube das es viel zu viele selbsternannte Experten in zu vielen "Tierschutzvereinen" gibt , die auch glauben Kühe sind lila!

02.08.2012
15:34
Delfine unter Drogen - Zoos stehen in der Kritik
von buntspecht2 | #14

#1-2Das haben sie völlig richtig erkannt

02.08.2012
15:07
Delfine unter Drogen - Zoos stehen in der Kritik
von Mondschatten | #13

@DrNoetigenfalls:
Eine berechtigte Frage. Ich hatte eine Pressemitteilung des WDSF gelesen. Dort war für ein Tier von einer Menge von 145mg in 4 Monaten die Rede. Das erschien mir als sehr große Menge, daher habe ich recherchiert und nachgerechnet.

Bei einem Menschen liegt die empfohlene Tagesdosis bei max. 10g über max. 6 Wochen. Das ergäbe eine Menge von 420mg.

Die normale Dosis 5mg über 1 Monat ergibt 140mg.

Besagtes Tier soll die für Menschen anscheinend noch als unbedenklich geltende Dosis in über den vierfachen Zeitraum von 4 Monaten erhalten haben.

Im Zeitraum, in dem ein Mensch 140mg erhalten darf, erhielt das Tier 36,25mg.

Wie herum man es auch betrachtet, die dem Tier verabreichte Dosis war geringer, als die beim Menschen mögliche.
Aber reicht das aus, für eine Abhängigkeit? Meines Wissens nach spielt auch das Gewicht für die Wirkung der Dosis eine Rolle. Während ein Mensch im Schnitt 80kg wiegt, wiegt ein ausgewachsener Großer Tümmler um die 200kg

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