Das Traumschiff bleibt unter deutscher Flagge
30.07.2012 | 17:13 Uhr 2012-07-30T17:13:00+0200
München. Streit zwischen Crew und Besitzer beigelegt. Nach Olympia wird die „MS Deutschland“ nicht ausgeflaggt und in Malta angemeldet. Reederei und Finanzinvestor lenken ein, „hoffen jetzt auf breite Unterstützung bei dieser unternehmerisch nicht einfachen Entscheidung. „
„Der Malteser bleibt im Schrank“, verkündete Konstantin Bissias, Geschäftsführer der Reederei Deilmann gestern. Das ZDF-Traumschiff, das im realen Leben als „MS Deutschland“ über die Weltmeere schippert, bleibt unter deutscher Flagge .
Damit legte Bissias einen Streit bei, der seit Wochen zwischen Besatzung und Gewerkschaft Verdi auf der einen Seite, Reederei und Schiffsbesitzer, dem Finanzinvestor Aurelius, auf der anderen Seite, wütete. Um Kosten zu reduzieren, sollte die „MS Deutschland“ nach den olympischen Spielen in London, wo sie als schwimmende Botschafterin des Landes Sportler und Politprominenz beherbergt, ausgeflaggt werden.
Die Bilanz des „Grand Hotels auf hoher See“ liest sich nicht wie eine deutsche Erfolgsgeschichte. Das Schiff habe im Geschäftsjahr 2011 einen „operativen Verlust“ von 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet, hieß es aus der Geschäftsführung. Dazu kämen Tilgungsverpflichtungen an die Banken in Höhe von etwa sechs Millionen Euro. Eine Erhöhung der Preise sei am Markt aber nicht durchzusetzen.
Petition an Bundespräsident Joachim Gauck
Durchsetzten hingegen konnte sich der „rebellische“ Kapitän Andreas Jungblut und seine fast zu 100 Prozent von Verdi organisierte Crew. Diese hatte eine Petition an Bundespräsident Joachim Gauck geschickt. Gauck war nach der Eröffnung der Sommerspiele am Freitag in London an Bord gegangen.
Die Rebellion auf der „MS Deutschland“ ist vorerst beendet: „Wir hoffen jetzt auf breite Unterstützung bei dieser unternehmerisch nicht einfachen Entscheidung“, erklärte Bissias.

16:44
Es geht nicht nur um die Symbolik. Die Schifffahrtsindustrie ist über Jahrzehnte mit Steuervorteilen befeuert worden (googeln Sie mal unter Schiffsfonds) und sobald es um die Sozialabgaben geht, wird umgeflaggt.
Wieso soll ich Steuern für Hafenausbau und Elbvertiefung etc. bezahlen, wenn ein Finanzinvestor mit der Reederei Gewinne macht? Sicher kann man das bei der Beflaggung von vielen anderen Schiffen auch fragen, aber man darf es eben auch bei diesem.
10:52
Meine Güte: Es ist doch nur ein Stück Stoff! Wenn der Kahn kentert wie die Concordia kann sich damit gerade mal der Kapitän abtrocknen, dann muss es schon auf die Leine zum ausdunsten....
21:23
hätte man das Schiff eben nicht "Deutschland" nennen dürfen. Von dem prestigeträchtigen Namen hat man jahrelang profitiert, von der TV-Serie (Werbung aus GEZ-Gebühren) ebenfalls.
Dann darf man sich auch nicht wundern, wenn es solche Aufmerksamkeit um eine Umflaggung gibt.
Hätte man das Schiff von Anfang an auf Malta geflaggt und dann "Malta" genannt, hätte es den Ärger nicht gegeben. Aber dann auch keine TV-Serie an Bord mit Gratis-Werbung. Und das hätte sich ein Finanzinvestor bei dem Schiffsnamen auch selbst denken können.