Das Puppen-Mysterium

Düsseldorf..  Das weinende Kleinkind ist allein. Es lehnt an einem Pfahl. Mit den Armen verdeckt es sein Gesicht. Autos rasen gefährlich nah vorbei, von den Eltern keine Spur. Nur wer nah herangeht, der merkt: Das hilflose Kind ist eine Puppe. Wer dahinter steckt und mit den 60 Zentimeter großen Gestalten derzeit in Düsseldorf herzzerreißende Szenarien schafft, darüber wird inzwischen bundesweit spekuliert.

Nicht einmal die Polizei kann das Rätsel lösen: „Das ist kein Thema, um das wir uns kümmern müssten. Wir wissen auch nicht, wer dahinter steckt.“ Ratlos ist auch die Stadtverwaltung: „Wir haben uns umgehört – beim Ordnungsamt und der Stadtreinigung: Keiner weiß etwas.“

Ist es eine Kunst-Aktion? Düsseldorf ist eine Hochburg der Straßenkunst. Ist es ein wissenschaftliches Experiment? Testen Psychologen die Hilfsbereitschaft der Stadtbevölkerung? Was die Medien herausgefunden haben: Die Puppen waren vor Jahren als „Schäm-Dich-Puppen“ im Online-Versand zu erwerben. So täuschend echt sie wirken – sie haben kein Gesicht, nur einen aufgemalten Mund.