Das Leben nach der Trennung als Chance zum Glück

Auch ein Weg: Für ihre Scheidungsparty schlüpft Claudia ein letztes Mal in ihr Brautkleid
Auch ein Weg: Für ihre Scheidungsparty schlüpft Claudia ein letztes Mal in ihr Brautkleid
Foto: NDR
Was wir bereits wissen
Trennung, Scheidung – ein tiefer Fall. Aber für viele auch eine Chance. Die ARD-Dokumentation „Glücklich geschieden“ weist Wege auf.

Essen.. Bis dass der Tod euch scheidet, gilt schon lange nicht mehr für alle. Fast die Hälfte aller Ehen endet heute nicht am Grab, sondern vor dem Familienrichter, und fast immer reißen die Umstände einer schmerzhaften Trennung tiefe Wunden.

„Ich fühlte mich wie im freien Fall“, offenbart beispielsweise Barbara. „Ich wollte perfekt sein und bin gescheitert“, erklärt Christine, und Claudia bangt: „Werde ich jetzt für immer einsam sein?“ Wie die drei Frauen mit dieser Herausforderung umgehen, und warum eine Krise auch eine Chance sein kann, zeigt die erfrischend sachliche ARD-Dokumentation „Glücklich geschieden“ (Montag, 29. Juni, 23.30 Uhr).

Scheidungsmesse Alle Fälle sind anders, und doch ist ihnen eins gemeinsam: Rituale helfen, wieder Tritt zu fassen, verspricht die Beobachtung der drei Frauen, die allesamt schwer unter dem Scheitern ihrer Ehe leiden. Barbara beispielsweise war 13 Jahre verheiratet und hat zwei Kinder. „Alles habe ich für meinen Mann und die Kinder gemacht“, klagt sie, und lange hat sie gebraucht, um offen für ein Leben allein zu sein.

Jetzt endlich wagt sie einen Neuanfang, mistet ihren Kleiderschrank aus und begeistert sich mit einer Styling-Beraterin für eine neue Garderobe – und hoffentlich damit auch für ein neues Leben. Barbara hat das Fallschirmspringen für sich entdeckt – mehr als ein Hobby! Der erste Alleinsprung gibt ihr nämlich das Selbstvertrauen zurück, ein wichtiger Schritt in einem Prozess, der den Opfern eines Scheidungskriegs jegliches Selbstwertgefühl geraubt hat.

Religion als Stütze

Christine wiederum zählt eher zu den Stillen, die mit Styling und Flugzeug nicht so viel am Hut haben. Sie hat die Religion als Stütze entdeckt. Gemeinsam mit dem Sohn nimmt sie an Kursen im Kloster teil und bringt sich regelmäßig in einem Kirchenkreis ein, der ökumenisch und gezielt Menschen in Partnerschafts-Krisen anspricht.

Gesundheit Claudia dagegen will erst mal der Langeweile entkommen. Freitags zum Griechen, am Samstag Fernsehen, am Sonntag ausruhen und am Montag wieder arbeiten – das kann es doch nicht gewesen sein, wurde ihr klar. Die Trennung hat sie ihrem Mann übrigens beim Griechen verkündet, da war das Risiko einer hässlichen Szene überschaubar.

Um dieses eher öde Kapitel ihres Lebens endgültig hinter sich zu lassen, hat sie eine spezielle Scheidungs-Party gebucht. Das gibt es wirklich, in einem Markt mit großem Potenzial, der sich inzwischen sogar bei speziellen Scheidungs-Messen etwa in Dortmund präsentiert. Claudias Event-Managerin bläst bunte Luftballons auf, lässt die Sektkorken knallen, und dann geht es mit den Freundinnen und Stretch-Limo zum Tanzen.

  • Fazit: Sachlich, praktisch, gut gemacht. Das Erste versteckt den Beitrag im Nachtprogramm, damit nur ja keiner guckt.

  • ARD, Montag (29.6.), 23.30 Uhr