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Sterbehilfe

„Das ist Tierarzt-Ethik“

18.03.2013 | 19:39 Uhr
„Das ist Tierarzt-Ethik“
Setzt auf gute Palliativmedizin: der Wittener Mediziner Dr. Matthias ThönsFoto: privat

Witten.   Der Wittener Palliativmediziner Dr. Matthias Thöns kritisiert die niederländische Praxis der mobilen Sterbehilfe. Sein Urteil: „Das ist Tierarzt-Ethik“.

In Deutschland ist weder die aktive Sterbehilfe noch die Tötung auf Verlangen erlaubt. Dennoch habe die Todespraxis aus dem Nachbarland Folgen, so Dr. Matthias Thöns vom Wittener Palliativnetz. „Dadurch breitet sich die gesellschaftlich akzeptierte Tötung aus. Waren es erst einwilligungsfähige Menschen mit schwerster Krankheit, werden nun schon nicht lebensbedrohlich psychisch Erkrankte oder auch nicht Einwilligungsfähige getötet.“ Thöns kritisiert, dass durch die Art der Gesetzgebung in den Niederlanden auch Menschen ohne ausdrücklichen Willen getötet würden. In 900 von 3200 Todesfällen sei das der Fall gewesen. Die Argumente der Ärzte: Jede medizinische Maßnahme sei aussichtslos gewesen, es habe keine Aussicht auf Besserung gegeben, die Lebensqualität war gering, die Angehörigen konnten den Zustand nicht mehr ertragen. „Das ist Tierarztethik.“ Ein weiteres Argument dagegen sei: „13 Prozent der Patienten widerrufen ihren Wunsch auf Tötung.“

Der Euthanasie-Wunsch habe, so Thöns, meist folgende Ursache: „Weil der Mensch Angst vor Schmerzen oder dem Ersticken hat, will er häufig nicht mehr leben. Das können wir mit einer guten Palliativmedizin ausräumen.“ Schmerzen, Atemnot, Depressionen seien sehr gut behandelbar.

Petra Koruhn

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2013-03-18 19:39
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