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Das Geschäft mit der Asche

22.08.2014 | 00:15 Uhr

Was macht das Krematorium mit ihrer künstlichen Hüfte, dem Herzschrittmacher, den Sargnägeln? Was beim Verbrennen übrig bleibt, wird in vielen Städten aus der Asche gefischt und zu Geld gemacht.

Um die 30 000 Euro „verdient“ Dortmund damit pro Jahr, Duisburg das Doppelte, in Süddeutschland kommen Städte gar auf ein Vielfaches. Und das Geschäft wird nicht schlechter: Von rund 850 000 Menschen, die jährlich in Deutschland sterben, werden immer mehr eingeäschert. Da die Rohstoffpreise für Gold oder Titan, wie es in Implantaten häufig enthalten ist, stetig steigen, kann die Verwertung des Edelmetalls nach unterschiedlichen Berechnungen zwischen 50 und 80 Euro einbringen.

Dortmund, wo wie in Duisburg jährlich um die 5000 Einäscherungen vorgenommen werden, schrieb in seine Friedhofssatzung explizit, dass Angehörige mit ihrer Unterschrift auf „die mit der Leiche fest verbundenen Körperimplantate“ verzichten.

Viele Kommunen bessern mit dem Geld ihre Kassen auf, wenn auch zweckgebunden: Duisburg legte in seiner Satzung fest, den Metall-Erlös des Krematoriums für die Beerdigung Mittelloser einzusetzen. Essen legt das Zahngold den Urnen bei, versilbert nur die „Fremdstoffe“ und finanzierte damit in jüngster Zeit Rollstühle und einen Unterstand für seine Friedhöfe.

Erinnerungsstücke behalten

Der Schmuck wird zumeist vorher an die Angehörigen zurückgegeben. Zwar sind Grab-Beigaben seit Jahrhunderten bekannt, die meisten Bestatter aber empfehlen den Erben heute, Ketten und Ringe als Erinnerungsstücke zu behalten.

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2014-08-22 00:15
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