Das Dschungelcamp entpuppt sich als Langweiler

Heute ist Finale. Ja, es kann auch noch was passieren. Aber selbst wenn, das Dschungelcamp 2015 war praktisch skandalfrei. Keine Enthüllungen, erst recht kein Streit. Schon am dritten Tag hatte man das Gefühl, eher in einem Ferienlager mit schlechter Küche zu Gast zu sein als in einer Show, die sich selber gerne als eine der härtesten der Welt bezeichnet. „Harmoniecamp“ hat Rebecca Siemoneit-Barum die jüngste Ausgabe genannt. Aber Harmonie ist das letzte, was man sich hier als Zuschauer wünscht. Und so wundert man sich nicht über Medienforscher, die herausgefunden haben, dass immer mehr Twitter-Nutzer den Begriff „langweilig“ verwenden, wenn sie über die Show schreiben.

Wo sind sie geblieben, die Larissas und Sarah Dingens, die in den letzten Jahren Mitbewohner und Zuschauer auf die Palme brachten? Nur Angepasste im Lager. Bis auf Walter Freiwald, der glaubt, alles zu wissen, aber von nichts Ahnung hat. Der Schwätzer, der als Bundespräsident kandidieren will und behauptet, er habe vor Jahren mal „Wetten, dass . . ?“ übernehmen sollen. Woran sich beim ZDF allerdings niemand erinnern kann. Aber selbst er scheute den offenen Konflikt, lästerte nur am Dschungeltelefon.

Natürlich, die Quoten sind mit durchschnittlich 6,5 Millionen Zuschauern nicht schlecht. Aber das sind gut 1,5 Millionen Zuschauer weniger als vor einem Jahr. Und viel schlimmer: „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ ist nichts mehr, über das Deutschland spricht oder sich sogar aufregt. RTL sollte sich sorgen.