Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Panorama

Darmkeime in Berliner Charité: Bereits im Juli waren zwei Babys infiziert

23.10.2012 | 18:37 Uhr
Foto: /ddp images / dapd/dapd

Nach dem Tod eines in der Berliner Charité mit Darmbakterien infizierten Babys ist die Infektionsquelle weiter unklar. Indes werden immer mehr Details zu den Krankenhauskeimen bekannt: Bereits vor Monaten sollen sich nach Angaben des Krankenhauses zwei Babys mit Serratien angesteckt haben.

Berlin (dapd). Nach dem Tod eines in der Berliner Charité mit Darmbakterien infizierten Babys ist die Infektionsquelle weiter unklar. Indes werden immer mehr Details zu den Krankenhauskeimen bekannt: Bereits vor Monaten sollen sich nach Angaben des Krankenhauses zwei Babys mit Serratien angesteckt haben.

Eine Mutter habe Anfang Juli die Darmkeimerreger ins Krankenhaus mitgebracht und ihr Neugeborenes habe sich angesteckt, sagte die Leiterin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der Charité, Petra Gastmeier, am Dienstag in Berlin. "Während der Geburt ist es zu einer Übertragung auf das Kind gekommen."

Danach habe sich im Krankenhaus ein weiteres Baby mit Serratien infiziert. "Das war eindeutig eine Krankenhausinfektion", sagte Gastmeier. Die beiden Kinder seien daraufhin isoliert worden. Bis Anfang Oktober seien keine weiteren Fälle mehr aufgetreten.

Das kürzlich gestorbene Baby hatte sich in der Berliner Charité auch mit Serratien infiziert. Nach einer Behandlung am Campus Virchow-Klinikum der Charité war es im Deutschen Herzzentrum Berlin erfolgreich am Herz operiert worden. Infolge der Darmkeiminfektion starb es nach Angaben der Charité am 5. Oktober.

Im Herzzentrum infiziertes Baby kann Klinik verlassen

Ob es jedoch einen direkten Zusammenhang zwischen den Vorfällen im Juli und den jüngsten Infektionen im Oktober gibt, ist der Charité zufolge bislang unklar. Außer dem verstorbenen Säugling hatten sich sieben weitere mit dem Erreger infiziert. Davon schwebt keines mehr in Lebensgefahr.

Im Herzzentrum hatte sich in der Zeit, in der der Säugling aus der Berliner Charité behandelt wurde, ein weiteres Baby mit Darmkeimen infiziert. Es lag nach Angaben des Direktors der Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie am Herzzentrum, Felix Berger, direkt neben dem infizierten Baby der Charité. Der Säugling sei inzwischen mit Antibiotika erfolgreich behandelt worden. "Wir erwarten, dass wir ihn morgen nach Hause entlassen können", sagte Berger am Dienstag.

Eine Stuhluntersuchung der Krankenhausmitarbeiter, die auf den betroffenen Neugeborenenstationen arbeiten, ist bislang nicht erfolgt, wie Gastmeier sagte. Es seien keine Abstriche genommen worden, allerdings seien die Hände untersucht worden. "Wir haben bei den meisten Proben keine Erreger gefunden", sagte sie. Wurden Erreger entdeckt, habe es sich nicht um die betreffenden Darmbakterien gehandelt.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?
 
Aus dem Ressort
Bilanz des Sommers - 36 Unwetterwarnungen in zwei Monaten
Klimawandel
Hitze, Trockenheit, Regenfluten, tropische Schwüle. Und ständig die Gefahr extremer Wetterlagen: Der Sommer 2014 bot die ganze Palette. Nur zum Schluss war es kühl. Meteorologen sehen in den Extremen ein deutliches Zeichen für den Klimawandel. Die nächsten Tage werden wieder wärmer.
Rassismus-Kritik im Netz an New York-Reiseführer von Merian
Kritik
"Menschen machen Fehler": Nach einem missglückten Vorwort im Reiseführer "Merian momente New York" sah sich der Verlag zu dieser Entschuldigung gezwungen. Leser hatten Rassismus-Vorwürfe gegen den Autor des Werkes erhoben. Er hatte einen Zusammenhang zwischen Hautfarbe und Kriminalität hergestellt.
Ebola erreicht Senegal - Epidemie weitet sich schneller aus
Virus
Die Situation in den Ebola-Regionen eskaliert: Am Freitag bestätigte nun auch der Senegal den ersten Fall der Virus-Erkrankung. Der 21-jährige Patient ist in einem Krankenhaus in der Hauptstadt isoliert worden. In Westafrika steigen die Infektionszahlen immer schneller an.
Letzter Überlebender der "Hindenburg"-Katastrophe gestorben
Zeppelin-Absturz
In Frankfurt ist der letzte Überlebende des "Hindenburg"-Absturzes gestorben: Werner Franz wurde 92 Jahre alt. Als junger Mann war er an Bord des legendären Zeppelins, der 1937 auf dem Weg von Deutschland in die USA kurz vor dem Ziel in Flammen aufging. 36 Menschen starben bei dem Unglück.
Lieberberg darf sein Festival doch "Rock am Ring" nennen
Rock-Festival
Erfolg für Konzertveranstalter Marek Lieberberg: Der "Rock am Ring"-Macher darf sein Festival auch nach dem Weggang vom Nürburgring weiter so nennen. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz am Freitag entschieden. Wo das Festival im kommenden Jahr stattfindet, steht noch nicht endgültig fest.