"Darf ich... Opa ins Heim stecken?" - Altenheim auf Probe

Anja Mierzwiak unterhält sich mit Heim-Bewohner Hubert Schömer, der da gerne lebt.
Anja Mierzwiak unterhält sich mit Heim-Bewohner Hubert Schömer, der da gerne lebt.
Foto: Max Kohr/WDR
Was wir bereits wissen
Ein WDR-Film zu der schwierigen Frage: „Darf ich Opa ins Heim stecken?“ Eine Antwort gibt er nicht, aber stellt zwei Ansichten vor.

Essen.. Des Menschen Weltbild ist sein Himmelreich und durch Informationen kaum zu erschüttern. Ein schönes Beispiel dafür ist Montag zu sehen mit "Darf ich... Opa ins Heim stecken?". Das fragt sich Christina Schütz aus Köln und will den Vater im Falle späterer Bettlägerigkeit unter keinen Umständen abschieben. Das fragt sich auch die Essenerin Anja Mierzwiak und würde den Vater ins Heim geben wegen der professionelleren Pflege.

Dann steckt der WDR die beiden Frauen vier Tage ins Heim. Sollen sie doch selber sehen . . . Danach bleiben sie bei ihren gegensätzlichen Ansichten.

Ein bisschen wie ein Grundkurs Heim

Ins Heim? Vor der Frage stehen viele. Vor der Antwort drückt man sich, solange es geht. Aber dann muss es schnell gehen. Und so erwischt der Film recht früh einen wirklichkeitsnahen Moment: Als den beiden Frauen eine Stunde bleibt, um zu packen. Was mitnehmen? „Bin jetzt total überfordert“, sagt Anja.

ZDF Kopflosigkeit. Hektik. Ein klassischer Konflikt nach der Wohnungsauflösung kündigt sich an, den jeder kennt mit Angehörigen im Heim: „Wo ist das denn hingekommen?“ – „Ja, das ist weg.“

Das sind merkwürdige 45 Minuten Film: Ein bisschen wie ein Grundkurs Heim, der in kurzen Anrissen die zentralen Fragen beantwortet: Wie finde ich einen guten Platz? Was kostet das? Zugleich aber verbreitet sich eine Art Ausstrahlung wie in, nennen wir es: Frauentausch.

Wenn die beiden Frauen aus ihrem Leben gerissen werden, um umzuziehen und einen Tag die stationäre Pflege zu begleiten und einen Tag die ambulante, wirkt das unangebracht, fast wie ein Wettbewerb unter den beiden.

Ihre Haltung hat sich eher verfestigt

Sie treffen schwerste Fälle und liebe Menschen, glückliche Heimbewohner wie Hubert Schömer und Menschen, die auf den Tod warten. Sie werden in einen Altersanzug gesteckt, der sie nur noch schlecht hören und sehen lässt – und alles tut weh.

Über eine Stunde lässt man sie allein mit einem Demenzkranken, in diesem Fall ei­nem Schauspieler, der sonst mit angehenden Ärzten arbeitet: Uner­müdlich fällt er den Frauen in die hart arbeitenden Arme und haut am Ende auch noch ab.

„Meine Haltung hat sich eher verfestigt,“ sagt am Ende Anja. Christina sagt: „Meine Position ist für mich gesichert.“ Gut, dass es beide Möglichkeiten gibt.

Fazit: Gute Einführung ins Thema, aber wenig stilsicher.

Montag, 11. Mai, WDR, 20.15 Uhr