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Daisy light - Wetterfrösche in der Kritik

10.01.2010 | 23:02 Uhr
Daisy light - Wetterfrösche in der Kritik

Essen. Das Sturmtief „Daisy” zieht ab, das Chaos ist ausgeblieben. Doch die Menschen im Ruhrgebiet, die anders als die Bevölkerung in Norddeutschland glimpflich davonkamen, sind trotzdem sauer. In Internetforen wird nun dem Amt für Bevölkerungsschutz Panikmache vorgeworfen.

Angesichts des heranziehenden Tiefs hatten die Katastrophenschützer am Freitagabend empfohlen, einen Lebensmittelvorrat für vier Tage anzulegen und Camping-Gaskocher bereitzuhalten. Zerpflückt wird zudem auch die Unwetterwarnung der Meteorologen: Von einem „Jahrhundert-Blizzard” sei ja nichts zu sehen gewesen, so die Kritik. Der Tag nach dem Schneesturm light, eine Bestandsaufnahme.

„Das war eine Gratwanderung”, sagt Cornelia Urban, Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes in Essen. Die Unwetterwarnung sei gerechtfertigt gewesen, auch wenn „Daisy” das Ruhrgebiet am Samstag später und schwächer als erwartet getroffen habe. Einerseits wolle man die Leute nicht verrückt machen. Andererseits müssten die Krisenstäbe im Land für die Risiken einer außergewöhnlichen Wetterlage sensibilisiert werden. „Wir haben Glück gehabt”, sagte Cornelia Urban, „die Lage war nicht ohne. Hätte uns Daisy am Montagmorgen mitten im Berufsverkehr erwischt, wäre es sicherlich nicht so glimpflich abgelaufen.”

"Das würde ich nicht harmlos nennen"

Fazit des Wetterdienstes: Windspitzen der Stärke 7 bis 8, teils massive Schneeverwehungen und drei bis zehn Zentimeter Neuschnee in NRW, darunter fünf Zentimeter in Teilen des Ruhrgebietes: „Das würde ich nicht harmlos nennen”, sagt Cornelia Urban. Dennoch ärgert man sich auch im Deutschen Wetterdienst über den Rat von Katastrophenschützern, Lebensmittelvorräte anzulegen: „Das zeigt uns, dass wir noch vorsichtiger mit unseren Warnungen umgehen müssen”, sagt die Meteorologin.

Im Amt für Bevölkerungsschutz weist man den Vorwurf der Panikmache entschieden zurück. „Wir haben uns auf die Prognosen des Wetterdienstes gestützt und nichts anderes getan, als allgemeingültige Empfehlungen auszugeben”, sagt Sprecher Karsten Mälchers. Es stimme ja nicht, dass man zu Hamsterkäufen aufgerufen habe. Mälchers: „Wir raten der Bevölkerung generell dazu, kleinere Lebensmittelvorräte anzulegen, Kerzen und wichtige Medikamente griffbereit zu haben. Schließlich kann es jederzeit zu einem Stromausfall kommen.”

Jürgen Polzin

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