Dänemarks Regierung plant Scheidungsschulen für Eltern

Kopenhagen..  Trennungen sind schmerzhaft. Umso mehr, wenn Kinder mit im Spiel sind. Die regierenden Sozialdemokraten in Dänemark wollen deshalb eine Scheidungsschule für scheidungswillige Paare mit Kindern zur Pflicht machen. Derzeit gibt es die Scheidungsschule bereits in Kopenhagen, allerdings auf freiwilliger Basis. Der Zulauf ist groß. Die in Gruppen abgehaltenen Kurse für scheidungswillige oder bereits geschiedene Eltern seien ein großer Erfolg, heißt es von den Organisatoren.

„Unsere Erfahrung ist, dass die Mehrzahl der Eltern, die uns wieder verlassen, Nutzen aus dem Schulgang gezogen haben“, sagt die Psychologin Pia Scheuer. Aber es gebe leider auch Fälle, wo alles so verfahren sei, dass der Kurs kaum etwas bringe, räumt sie ein.

Die Kinderhilfsorganisation Red Barnet begrüßt die Idee von Pflichtscheidungskursen. Allerdings sei es wichtig, dass der Staat dabei nicht von oben auf die Eltern herabrede, sondern den Dialog auf Augenhöhe suche. Die Herausforderung sei es, eine Gesetzgebung zu finden, die sowohl scheidungswilligen Eltern mit gutem Verständigungspotenzial als auch denen mit großen Konflikten gerecht wird, kommentierte Kuno Sörensen von Red Barnet.

Schlichtende Verständigung

Familienpsychologen sind sich einig, dass es bei der Scheidungsschule auch nicht darum gehen soll, dem Vater oder der Mutter im Streit um die Kinder Recht zu geben. Es gehe darum, schlichtende Verständigung zu suchen und zu sehen, was am besten für die Kinder ist.

Die Pläne der Sozialdemokraten, die für Scheidungen und Sorgerecht verantwortliche staatliche Behörde parallel auch die Scheidungsschule durchführen zu lassen, sei allerdings problematisch, findet Mads Clausen von der Familienhilfsorganisation Mødrehjælpenso Clausen. Unabhängigere Akteure seien dafür besser geeignet, findet er.