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Computervirus "Flame" stellt keine Gefahr für deutsche Privatnutzer dar

29.05.2012 | 16:35 Uhr
Computervirus "Flame" stellt keine Gefahr für deutsche Privatnutzer dar
Der Computervirus "Flame" befällt Server im Nahen Osten.

Bonn.   Der neue, hochkomplexe Computervirus "Flame" sorgt für Aufregung bei Computernutzern und Experten. Das Schadenprogramm könnte ein neue "Cyber-Waffe" darstellen. Im Interview erklärt Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik den neuen Virus.

Wer oder was verbirgt sich hinter dem neuen Computervirus "Flame"? Das neu entdeckte, hochkomplexe Schadenprogramm ist deutlich größer als der Virus "Stuxnet", der vor zwei Jahren iranische Atomanlagen befallen hatte und schürt Ängste vor einer neuen "Cyber-Waffe". Die Größe des Computervirus lässt Experten vermuten, dass die Schadenssoftware staatlich unterstützt wurde. Bisher ist der Virus vor allem auf Rechner im Nahen Osten und im Ran auf PCs aufgetreten. Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik aus Bonn erklärt im Interview, was "Flame" genau ist und ob deutsche Computernutzer gefährdet sind.

Ist dem BSI die Schadsoftware bekannt?
Tim Griese: Ja, die Schadsoftware Flame ist dem BSI bekannt.

Ist sie tatsächlich gefährlicher als Stuxnet und welche Schäden können angerichtet werden?
Tim Griese: Ein Vergleich mit Stuxnet hinkt, da es sich bei Flame um eine Spionagesoftware handelt, während Stuxnet auf Sabotage ausgerichtet war. Generell ist Flame darauf ausgerichtet, Spionage zu betreiben und auf verschiedenen Wegen soviele Informationen wie möglich bei den Betroffenen abzugreifen. Daraus ergeben sich verschiedenste mögliche Schadensszenarien. Aussagen dazu wären jedoch spekulativ, da dem BSI keine Angaben über konkrete Schadensfälle vorliegen.

Wie schützt sich der Angegriffene?
Tim Griese: Ein Schutz gegen gezielte Cyber-Angriffe, die mit einer komplexen, qualitativ hochwertigen Schadsoftware durchgeführt werden, ist nur sehr schwierig möglich. Die Schadsoftware enthält neben den Spionage-Funktionalitäten auch Funktionen zum Selbstschutz. Das heißt, sie
ist so programmiert, dass eine Entdeckung, Auswertung und Analyse erheblich erschwert wird.

Ist der Virus bereits auf deutschen Rechnern aufgefallen und wer hat dies gegebenfalls gemeldet?
Tim Griese: Dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, die auf eine Betroffenheit von Einrichtungen in Deutschland hindeuten würden.

Welche Zielgruppe ist bei Flame im Visier? Können auch Privatleute betroffen sein?
Tim Griese: Aus Sicht des BSI stellt die Schadsoftware Flame keine Bedrohung für Privatanwender dar.

Gibt es einen Verdacht, wer der Urheber ist?
Tim Griese: Das BSI beobachtet und analysiert Cyber-Angriffe und Schadsoftware aus technischer Sicht. Die Frage nach der Urheberschaft fällt nicht in den Aufgabenbereich des BSI, sondern ist Sache der zuständigen Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden.

Dietmar Seher

Kommentare
29.05.2012
19:14
Computervirus
von Pucky2 | #2

@ #1 stimmt

... und wenn wir etwas geheim halten sollten, dann plappern unsere Politiker es ohnehin aus, siehe Piraten-Bekämpfung in Somalia, die...
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http://www.derwesten.de/panorama/computervirus-flame-stellt-keine-gefahr-fuer-deutsche-privatnutzer-dar-id6707904.html
2012-05-29 16:35
Computerviren, Flame, Bonn, BSI, Bundesamt, Stuxnet, Cyber-Angriffe
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