Christoph Waltz: Sein Weg auf den Walk of Fame

Christoph Waltz wurde mit "Inglourious Basterds" über Nacht weltberühmt, ab Montag gehört er offiziell zur Top-Riege von Hollywoods Schauspielern: Er bekommt einen Stern auf dem Walk of Fame. Es war ein langer Weg für den Wiener.

Christoph Waltz (58) ist endgültig in Hollywood angekommen. Heute reiht sich der Wiener Schauspieler auf dem Walk of Fame ganz offiziell in die Top-Riege der Hollywood-Stars ein, sein Name wird auf dem 2536. Stern auf dem wohl berühmtesten Boulevard Los Angeles' stehen. Die Laudatio hält Kult-Regisseur Quentin Tarantino, dem Waltz seinen Durchbruch in der Traumfabrik verdankt.

2009 gelang Waltz mit seiner Rolle des SS-Standartenführers Hans Landa in "Inglourious Basterds" der ganz große Coup. Über 20 Preise räumte er mit seiner Performance ab, darunter einen Bambi, den British Academy Award und einen Oscar. Damals passte Waltz zufällig in das von Tarantino gesuchte Raster, heute schreibt der Filmemacher dem Wiener die Rollen sogar auf den Leib - etwa die des deutschstämmigen Zahnarztes Dr. King Schultz in "Django Unchained", was Waltz den zweiten Oscar brachte.

Heute wird der am 4. Oktober 1956 in der Hauptstadt Österreichs als Sohn eines Bühnenbildner-Ehepaares geborene Schauspieler im In- und Ausland gefeiert. Doch bis er in den großen Produktionen glänzen konnte, war es ein harter Weg. Denn auch, wenn ihm sein Handwerk in den Genen zu liegen scheint - seine Großeltern mütterlicherseits waren Schauspieler am Burgtheater und auch sein aus Hamburg stammender Urgroßvater war Darsteller - musste sich Waltz nach seiner Ausbildung in Wien und New York zunächst mit kleineren Rollen zufrieden geben. Auftritte in deutschen Krimi-Produktionen, ein einmaliges Gastspiel im "Tatort" (1987) - mehr war zunächst nicht drin.

Nicht verwunderlich also, dass sich Waltz vom deutschen Fernsehen unterschätzt fühlte. Seine Jahre als wenig bekannter TV-Darsteller in Deutschland seien "eine fade und frustrierende Angelegenheit" gewesen, sagte der 58-Jährige dem österreichischen Ö1-Radio einmal.

1996 wurde er schließlich für die Rolle des Schlagerstars Roy Black in der Biografie "Du bist nicht allein" gecastet und erhielt daraufhin einige kleine Engagements in Kino-Produktionen, diese blieben jedoch zunächst die Ausnahme und das, obwohl er schon immer ganz nach oben wollte. "Hollywood ist immer das Ziel, für jeden. Wer etwas anderes behauptet, dem glaube ich nicht", sagte er vergangenes Jahr in einem Interview mit "Spiegel Online".

Dieses Ziel erreichte er durch das Zusammentreffen mit Tarantino im Jahr 2008. In "Inglourious Basterds" konnte er nicht nur mit seinem Sprachgefühl glänzen - Waltz spricht neben Deutsch auch fließend Englisch und Französisch - sondern stellte auch Superstars wie Brad Pitt, Daniel Brühl, Til Schweiger und Michael Fassbender in den Schatten.

Waltz hatte es geschafft: Weg vom TV-Bösewicht, hin zu einem Gesicht, das Regisseure plötzlich liebend gerne für große Produktionen haben wollten. 2011 war er sowohl in "The Green Hornet", "Wasser für die Elefanten", "Die drei Musketiere" und "Der Gott des Gemetzels" zu sehen. 2012 folgte "Django Unchained", 2013 die Hauptrolle in dem Terry-Gilliam-Film "The Zero Theorem". Dieses Jahr machte Waltz mit "Muppets Most Wanted" und "Kill the Boss 2" von sich reden.

Kein Wunder also, dass der Schauspieler seine Zeit heute zwischen Los Angeles und Berlin, wo er seinen Hauptwohnsitz hat, aufteilen muss. Auch privat läuft es für Waltz bestens. Im Januar 2013 war bekannt geworden, dass er seiner langjährigen Partnerin, der Kostümbildnerin Judith Holste angeblich bereits ein Jahr zuvor das Ja-Wort gegeben hatte, die beiden sind Eltern einer Tochter.