Butter kostet in Norwegen zu Weihnachten fast 40 Euro
18.12.2011 | 17:44 Uhr 2011-12-18T17:44:00+0100
Oslo. Ein neuer Fitness-Trend und Ausfälle bei der Milchproduktion sorgen für leere Regale: In Norwegen wird die Butte knapp. Viele Norweger fahren jetzt nach Schweden, um Vorräte zu hamstern.
Überall in und um Oslo das gleiche Bild: „Smør“ gibt’s nicht mehr. Norwegen steckt in einer Butterkrise. Die Smør ist derzeit auf wenigen Tischen, aber in aller Munde.
Erst im Januar, nach Weihnachten, sei es möglich, die Butterregale aufzufüllen, gab der monopolartige aber private Molkereiproduzent Tine bekannt. Insgesamt sollen im gut 4,9 Millionen Einwohner zählenden Königreich nach Konzernangaben rund 1000 Tonnen Butter fehlen. Kein Klacks. Für Tine-Sprecher Lars Galtung ist die Vorweihnachtszeit zum Alptraum geworden. Mit seiner Ansage, erst im Januar für Nachschub sorgen zu können, machte er den Skandal perfekt.
Gründe für den Buttermangel gibt es vor allem zwei. Die Norweger sind Fitnessfans. Sie leben sehr gesund, machen viel Sport und verzichten oft auf Fette wie Butter oder Margarine. Zu Weihnachten machen viele allerdings eine Ausnahme. Zudem herrscht derzeit ein Fitnesstrend vor, nach dem es heißt, dass viel Butter, Proteine und Bewegung total gesund sind. Deshalb sei der Butterbedarf unerwartet um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr in die Höhe geschnellt, heißt es bei Tine.
Die Großmolkerei hat nicht rechtzeitig darauf reagiert. Außerdem, heißt es vom Konzern, hätte sich der verregnete Sommer negativ auf die Milchproduktion ausgewirkt. Man habe nicht die gewünschten Volumen erreicht.
Doch importieren kann Tine die Butter auch nicht so einfach. Denn das nicht zur EU gehörende Norwegen hat die landeseigene Lebensmittelproduktion staatlich stets unterstützt. Um die Eigenversorgung zu sichern, erhalten norwegische Produzenten großzügige Subventionen. Zudem werden die heimischen Produkte durch einen sehr hohen Zoll vor importierten Lebensmitteln geschützt. So kommen auf ein Kilo Butter derzeit 3,30 Euro Importzoll.
Von der Ostgrenze wurde inzwischen die Festnahme russischer Schmuggler gemeldet. Die wollten sich ihr Weihnachten mit Butter-Wagenladungen an die reichen Norweger vergolden. Und im Internet gibt es Angebote, ein Kilo Butter zwischen 20-40 Euro zu ersteigern, mit dem Versprechen, dass die Butter noch vor dem 24. Dezember ankommt.
Viele Norweger fahren jetzt über die Grenze und hamstern Butter in Schweden. Da gibt es noch welche. Aber auch immer weniger.
20:55
die Großen schlucken die Kleinen.
ESL Milch ist ein Mosaikstein - die hält länger, damit eine einzige Molkerei (Großmolkerei) mit großen Tankwagen länger Zeit hat, sie einzusammeln bei den Bauern... die müssen technisch aufrüsten (teuer) oder aufgeben. Zurück belieben Bauernhöfe (in Ostdeutschland und Norddeutschland) mit 600 bis 1000 Kühen , die nur ca, 2 Jahre alt werden statt rund 15-20, weil sie die ganze Zeit im Stall stehen.
Die sog. ESL Milch schmeckt in den ersten drei TAgen faulig, dann bidlen sich Stoffe, bei denen man am Geschmack nicht mehr erkennt, dass die Milch alt ist.
Sie hat nur noch zu 25 % weniger Folsäure und ander Vitamine, die sie eigentlich "wertvoll" machen. Sagt eine Studie, die der Dekan von Weihenstephan 2009 zur Herbsttagung veröffentlichte, die er aber der Öffentlichkeit nicht mitteilen wollte...
Weihenstephan gehört zu Müller Milch, die Gentechnisch verädnertes Futter an Kühe verfüttern.... und die gerne andere Molkereien aufkaufen.
Das Ganze, um am Weltmarkt mitspielen zu können, und Milch nach China und Südamerika verkaufen zu können.
So ist das mit der Globalisierung und Monopolisierung.
Genau so ist es... und es ist inzwischen ziemlich schwer, Nicht-ESL-Milch zu kaufen - und damit hat der Verbraucher auch keine Wahl mehr...
20:45
- das heißt eine Supermöglichkeit, z.B. für Nordmilch zu exportieren. Das machen die nämlich schin nach Brasilien. Norwegen wäre näher und lukrativer.
18:58
Gabs nicht mal Butterberge und Milchseen? Die könnte man doch den Norwegern verkaufen....
12:01
z.B. in der Landwirtschaft, letztens im Schlachtgewerbe, und sie erlässt keinerlei Regelungen, die die Monopolisierung verhindern. Die gesamte Nahrungsmittelversorgung in der EU hängt an einer Handvoll Konzernen. Wir haben noch keine Verhältnisse wie im norwegischen Buttermarkt, wo es offensichtlich auch keinen grossen freien Handel mehr gibt, der Butter importieren kann. Aber die EU lässt auch nicht erkennen, das sie diese Verhältnisse nicht will. Da palavern die Eurokraten gerne von Markt und man kann ja gar nichts machen - sie wissen schon Globalisierung.
09:12
Was soll denn das EU-Bashing hier? Wie im Artikel steht, ist Norwegen gar nicht Mitglied. Und das ist womöglich gerade das Problem für Norwegen. Denn mit der EU gäbe es in Norwegen mit Sicherheit nicht nur einen Produzenten von Milchprodukten. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, dass die EU "Monopolbildung fördern" würde. Das müsste ich mal anhand von Beispielen bewiesen bekommen, bevor ich das glaube.
08:16
tut alles damit sich Oligopole und Monopole bilden. Leider kann man nicht erwarten, das die EU-Funktionäre daraus was lernen. Das geballte Fachwissen der Lobbyisten argumentiert selbst die in Grund und Boden die keine direkten Drittmittel neben ihrem EU-Salär erhalten oder in Aussicht haben.