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Kinderbuch

Bushs wilde Tochter auf nobler Mission

02.10.2007 | 18:40 Uhr

Washington.Die Präsidententochter tritt aus dem Schatten ihres Vaters. Jenna Bush präsentiert sich mit ihrem ersten Buch - und mit einer Botschaft: Seht her, aus dem quietschvergnügten Party-Mädchen ist eine Frau geworden.

Jetzt kommt das erste Buch der Tochter von US-Präsident George W. Bush in die Läden. "Ana's Story" heißt das Jugendbuch, es erzählt von einer aidskranken Mutter in Lateinamerika. Jenna Bush, die früher mit Alkoholeskapaden durch die Schlagzeilen irrte, stellt sich in den Dienst einer guten Sache. Das dürfte auch den Vater freuen.

Die 25-Jährige hat es mit ihrem Debüt um einiges leichter als andere junge Autoren. Ihr bekannter Name sichert ihr eine Aufmerksamkeit, von der andere Mittzwanziger mit ihrem Erstlingswerk nur träumen können. Mit einer hohen Startauflage von 500 000 Exemplaren bringt der Verlag Harpers Collins das 300 Seiten starke Buch auf den Markt.

Bereits seit dem Wochenende ist die Autorin auf einer Lesetour durch zwei Dutzend US-Städte unterwegs, zum Auftakt gab sie ihr erstes großes Interview im US-Fernsehen. Darin berichtete sie von ihrer Arbeit für das UN-Kinderhilfswerk UNICEF in Panama, wo sie jene kranke junge Frau traf, die dem Buch den Namen gab. Politischen Fragen wich Jenna Bush aus. Auf die Frage, warum sich weder sie noch ihre Zwillingsschwester Barbara freiwillig zum Armeedienst gemeldet hätten, entgegnete sie: "Ich glaube, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie man seinem Land dienen kann."

Nicht immer stand der Dienst am eigenen Land im Vordergrund von Jennas Überlegungen. Während ihrer Studienzeit in Texas wurde sie zwei Mal aktenkundig, weil sie vor ihrem 21. Geburtstag Alkohol trank - das ist dort verboten. Die Boulevardpresse veröffentlichte unvorteilhafte Party-Fotos, die Jenna beim ausgelassenen Tanzen zeigten. Auf einem Bild streckte sie dem Fotografen die Zunge heraus.

Jenna schlug gerne über die Stränge - mal mit, meistens aber ohne ihre ruhigere Zwillingsschwester Barbara. Witze über Jenna wurden zum Standard-Repertoire in Comedy-Sendungen, ein kleines New Yorker Theater brachte gar ein Spott-Stück über sie auf die Bühne. Als ihr Vater George W. Bush im vergangenen Jahr 60 wurde, seufzte er vor Journalisten: "Sie denken, ich habe graue Haare, weil ich Präsident hin. Von wegen: Das kommt daher, weil ich zwei heranwachsende Töchter habe."

Das dürfte sich langsam ändern. Jenna hat inzwischen ein Jahr Unterrichtspraxis als Lehrerin an einer Grundschule in Washington hinter sich und will nun durch ihr Buch andere junge Leute zu ehrenamtlichem Engagement und zur Hilfe für die Armen der Welt begeistern. Schwester Barbara hat die Elite-Uni Yale absolviert und arbeitet für ein Museum. Und im kommenden Jahr steht bei den Bushs eine Hochzeit an: Jenna heiratet den vier Jahre älteren Henry Hager, der als Mitarbeiter von Bushs früherem Top-Berater Karl Rove im Weißen Haus gedient hat.

(afp)

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