Bostons Bürgermeister verbietet Kopfsprünge in den Schnee

So viel Schnee sind die USA nicht gewohnt.
So viel Schnee sind die USA nicht gewohnt.
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Was wir bereits wissen
"Falls Sie um Schnee beten - bitte hören Sie damit auf", steht an einer Kirche in Massachusetts. Die USA versinken im Schnee, nehmen es aber tapfer.

Boston/Miami.. Wer sich länger draußen aufhält, riskiert Frostbeulen. Selbst Palmen und Apfelsinenbäumen in Florida droht der Kältetod. Bis auf 40 Grad minus solle die gefühlte Temperatur im Mittleren Westen sinken. In einigen Gegenden dürfte es so kalt werden wie seit 20 Jahren nicht mehr. Doch das Schlimmste: Es ist nicht die erste Kältewelle des Jahres in den USA. Der gnadenlose Winter zehrt vielen Amerikanern an den Nerven. Hier einige Eindrücke aus dem Land, das sich nach Wärme sehnt.

KOPFSPRÜNGE: In Boston macht ein eigenwilliger Sport die Runde: Einwohner springen einfach aus dem Fenster - eine Schneedecke von über zwei Metern macht das möglich. Doch Bürgermeister Marty Walsh findet das gar nicht gut. "Ich bitte die Leute, dass Sie mit dem Unsinn sofort aufhören. Das ist verrückt und Sie können sich damit umbringen."

GEBETE: Bizarr auch die Anschlagtafel vor einer Kirche in Marlborough im Neu-England-Staat Massachusetts: "Falls Sie um Schnee beten - bitte hören Sie damit auf." Es ist einfach zu viel dieses Jahr. "Wahrscheinlich muss am Sonntag wieder der Gottesdienst ausfallen", meint eine Sprecherin der Gemeinde. "Die Leute schaffen es einfach nicht zu kommen."

RATSCHLÄGE: Auch im sonnenverwöhnten Florida beginnt das große Bibbern. Die Behörden rufen Eltern auf, die Kinder in warmer Kleidung zur Schule zu schicken. Handschuhe nicht vergessen, Haustiere nachts nicht ins Freie lassen! Selbst im Süden Floridas droht der Frost, Pflanzen zu vernichten. Allerdings: Schon bald sollen es in Miami wieder über 25 Grad sein.

HOHN UND SPOTT: Für die Menschen in Boston sind die Einwohner Washingtons die reinsten Weicheier. Als in der US-Hauptstadt zehn Zentimeter Schnee niedergingen, machten sogleich die Bundesbehörden dicht. Im Weißen Haus fiel gar die tägliche Pressekonferenz aus. Da können die Bostonians nur lachen. "Wenn in Washington so viel Schnee fiele wie in Boston, wäre hier bis Juni alles geschlossen", twittert ein Bostonian, der jetzt in Washington lebt.

WINTER BLUES: Der ewige Schnee drückt aufs Gemüt. Schon warnen Psychologen vor der Winterdepression. "Tag für Tag das Gleiche, das wird zum chronischen Stress", meint ein Experte. Die inneren Batterien würden regelrecht ausgelaugt. "Wir werden krank." Als Heilmittel raten Ärzte: Raus gehen, das Gesicht in die Sonne halten!

SCHÖNHEIT: Doch es gibt auch Lichtblicke. In märchenhafter Schönheit präsentieren sich derzeit etwa die Niagara-Wasserfälle an der kanadischen Grenze. Teilweise haben sich die Fluten in Kaskaden glänzend weißer Eismassen verwandelt - ein ganz besonderes Schauspiel, das Touristen anlockt. (dpa)