Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Panorama

Blitzwinter bringt Verkehrschaos

28.10.2012 | 21:14 Uhr
Foto: /dapd/Lukas Barth

Außergewöhnlich frühe Schneefälle und frostige Temperaturen haben am Wochenende einen ersten Vorgeschmack auf den Winter gegeben.

Berlin (dapd). Außergewöhnlich frühe Schneefälle und frostige Temperaturen haben am Wochenende einen ersten Vorgeschmack auf den Winter gegeben. Der Blitzwinter hielt vielerorts Auto- und Bahnfahrer auf Trab.

Sachsen und Thüringen meldeten chaotische Zustände. Der Bahnverkehr war dort sowie in Teilen Bayerns eingeschränkt. Auf den Straßen kam es bundesweit zu zahlreichen Unfällen, in Baden-Württemberg starb ein 18-jähriger Autofahrer. In der kommenden Woche soll es dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge wieder milder werden. Die Polizei rät Autofahrern dennoch, Winterreifen aufzuziehen.

Der DWD sprach von "rekordverdächtigen Tiefstwerten und Schneedecken in Gegenden, die so etwas im Oktober noch nie zu Gesicht bekommen haben". In Sachsen und Thüringen wurden Schneehöhen von bis zu 20 Zentimetern verzeichnet, so viel wie noch nie in einem Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen. Der meiste Schnee fiel im Erzgebirge, im Fichtelgebirge und in der Region um Gera. Auch im Flachland schneite es vielerorts erstmals in dieser Saison leicht.

In der Hauptstadtregion sanken die Temperaturen dem privaten Wetterdienst Meteogroup Deutschland zufolge in der Nacht zu Sonntag auf Werte bis unter minus vier Grad Celsius. Im Süden Brandenburgs habe es örtlich geschlossene Schneedecken gegeben.

Mit dem Schnee kam es auf den Straßen zu zahlreichen Unfällen. Die Polizei in Chemnitz zählte 124 Unfälle mit 17 Verletzten und rund 80 Feuerwehreinsätze aufgrund umgestürzter Bäume. Einige Bundesstraßen mussten zeitweise gesperrt werden. Im Bereich Gera mussten etwa 500 Bäume von Straßen geräumt werden. Die Polizei in Zwickau verzeichnete 70 wetterbedingte Unfälle. Die Lage auf den Straßen beruhigte sich allerdings in der Nacht zu Sonntag.

18-jähriger Autofahrer stirbt nach Zusammenstoß mit Reisebus

Im baden-württembergischen Villingen starb ein 18-Jähriger, nachdem er mit seinem Cabrio ins Schleudern geriet und mit einem entgegenkommenden Reisebus kollidierte. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen. Verkehrsunfälle gab es laut Polizei vor allem mit Fahrzeugen, die noch mit Sommerreifen unterwegs waren. In Hessen kam in den Höhenlagen von Wiesbaden der Verkehr kurzzeitig zum Erliegen. In Ostwestfalen wurden mehrere Menschen bei Verkehrsunfällen leicht verletzt.

Laut einem Bahnsprecher mussten in Thüringen und Sachsen wegen umgestürzter Bäume und herabhängender Äste am Samstag vier Strecken gesperrt werden. Der ICE-Fernverkehr zwischen Leipzig und München wurde umgeleitet. Zum Teil fuhren die Züge am Sonntag wieder.

In Oberbayern hingegen waren am Sonntag etliche Zuglinien zeitweise gesperrt, weil Bäume den Schneelasten nicht mehr Stand gehalten hatten und auf Gleise und Oberleitungen gestürzt waren. In München waren mehrere S-Bahnlinien blockiert. Auf vielen Straßen im Freistaat rutschten Autos ineinander oder landeten im Graben. Im Norden mussten laut der Polizei in Kiel vorübergehend Abschnitte der Autobahnen 1, 20, 21 und 23 nach Unfällen gesperrt werden.

In Thüringen fiel vielerorts der Strom aus. Der Stromversorger setzte am Sonntag elf Notstromagregate und eine sogenannte Netzersatzanlage ein. Es habe von Samstag bis Sonntagmorgen aufgrund von Schneelast, umgefallener Bäume und abgebrochener Äste rund 50 Ausfälle gegeben.

120 Flüge in Frankfurt gestrichen

Nicht nur der Schnee, sondern auch der starke Wind machte dem Verkehr zu schaffen. Am Frankfurter Flughafen mussten am Samstag nach Angaben eines Sprechers wegen des starken Windes 120 Maschinen am Boden bleiben. Deutschlands Verkehrsflughäfen sind derweil aber auf den Winter vorbereitet. Hunderte von Spezialfahrzeugen stünden bereit, um Start- und Landebahnen schnee- und eisfrei zu halten, hieß es vom Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft.

Wegen des Wintereinbruchs wurden am Samstag auch die Drittligaspiele zwischen den Stuttgarter Kickers und der SpVgg Unterhaching sowie Rot-Weiß Erfurt gegen Babelsberg 03 kurzfristig abgesagt.

In der kommenden Woche wird es wieder milder: Es bleibe zwar nicht niederschlagsfrei, aber für die Sonne sei auch "immer wieder mal Platz", teilte der Deutsche Wetterdienst am Sonntag in Offenbach mit.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Neue Runde in der Affäre Schavan: Norbert Lammert sagt seine Rede an der Uni Düsseldorf ab. Ist das angemessen als Bundestagspräsident?

Neue Runde in der Affäre Schavan: Norbert Lammert sagt seine Rede an der Uni Düsseldorf ab. Ist das angemessen als Bundestagspräsident?

 
Aus dem Ressort
"Lindenstraße"-Schauspieler Philipp Brammer vermisst
Suchaktion
Rund 50 Bergwachtmitglieder und Polizisten suchen nach Philipp Brammer. Der aus der Serie "Lindenstraße" bekannte Schauspieler war von einer anspruchsvollen Bergtour in den oberbayerischen Bergen nicht zurückgekehrt. Nebel und schlechtes Wetter behindern die Suche.
Österreich erstellt nach Unglück Regeln für Umgang mit Kühen
Kühe
Nach der tödlichen Attacke einer Kuhherde will die Alpenrepublik nun Verhaltensregelen für Wanderer erarbeiten. Sie sollen auf allen Almen veröffentlich werden. Zuvor war eine deutsche Urlauberin totgetrampelt worden, weil eine Herde sich offenbar vom Hund der Deutschen bedroht fühlte.
Wacken-Bewohner freuen sich über die Heavy Metal-Gäste
Festival
Im schleswig-holsteinischen 1800-Einwohner-Dorf Wacken startet wieder das größte Heavy-Metal-Festival der Welt. Insgesamt werden rund 75.000 Musikfans aus aller Welt erwartet. Die ersten "Metalheads" sind schon angekommen - zur Freude der Dorf-Bewohner.
Hautkrebs-Operationen in fünf Jahren deutlich gestiegen
Melanome
Die Zahl der Hautkrebs-Operationen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, 2012 mussten über 90.000 Patienten stationär behandelt werden. Insgesamt waren Männer etwas häufiger betroffen als Frauen. Zu viel Sonne ist eine der Hauptursachen, die andere ist nicht beeinflussbar.
Moerser "Spoocha"-App hilft Spendengelder zu erlaufen
Soziales
Laufen für den guten Zweck ist keine neue Idee. Aber mit „Spoocha“ (Sport organisiert Charity) hat der Sponsorenlauf eine neue Dimension gewonnen: Über das Internet können sich Interessierte anmelden und mit jedem Kilometer Geld erlaufen. Sogar Bundeswehrsoldaten im Ausland nehmen teil.