BGH entscheidet über Schadenersatz für PIP-Brustimplantate

Eine Frau will vor dem Bundesgerichtshof eine Schadenersatzsumme von 40.000 Euro erstreiten. Ihr waren minderwertige Brustimplantate eingesetzt worden.
Eine Frau will vor dem Bundesgerichtshof eine Schadenersatzsumme von 40.000 Euro erstreiten. Ihr waren minderwertige Brustimplantate eingesetzt worden.
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Was wir bereits wissen
Weil ihr minderwertige Brustimplantate eingesetzt wurden, klagt eine Frau auf Schadenersatz. Sie wirft dem TÜV eine Aufsichtspflicht-Verletzung vor.

Karlsruhe.. Fünf Jahre nach dem Skandal um mangelhafte Brustimplantate mit Billigsilikon hat beim Bundesgerichtshof (BGH) die Verhandlung über die Schmerzensgeldklage einer Frau begonnen. Die Betroffene möchte vom TÜV Rheinland 40 000 Euro. Das BGH-Urteil könnte Signalwirkung für noch offene Prozesse haben. Unklar ist, ob die Entscheidung noch am selben Tag verkündet wird.

Brustimplantate 2010 war bekanntgeworden, dass die französische Firma Poly Implant Prothèse (PIP) jahrelang unerlaubt Brustimplantate mit billigem Industriesilikon gefüllt hatte. Diese Implantate waren weltweit Hunderttausenden Frauen eingesetzt worden. Allein in Deutschland sind mehr als 5000 Frauen betroffen.

Klägerin hatte PIP-Implantate in beiden Brüsten

"Ich möchte einfach Gerechtigkeit, denn so etwas kann man nicht einfach so hinnehmen", sagte die Klägerin in Karlsruhe. Der Frau aus der Vorderpfalz waren 2008 nach einer Operation zur Krebsvorsorge in beiden Brüsten PIP-Implantate eingesetzt worden.

Die Klägerin ließ sich ihre Implantate 2012 durch andere ersetzen. Sie wirft dem TÜV Rheinland vor, den Hersteller nicht ausreichend überwacht zu haben. Ihre Klage scheiterte in den Vorinstanzen. (dpa)