Ausraster mit furchtbaren Folgen: Mann stürzt bei eskalierter Zwangsräumung in den Tod

Beim Versuch, über einen Balkon zu klettern, ist ein Mann in Tübingen abgestürzt. Ob der Mann das Gebäude zuvor selbst angezündet hatte, war zunächst unklar.
Beim Versuch, über einen Balkon zu klettern, ist ein Mann in Tübingen abgestürzt. Ob der Mann das Gebäude zuvor selbst angezündet hatte, war zunächst unklar.
Foto: Franziska Kraufmann / dpa
  • Die Tübinger Wohnung eines 69-Jährigen soll zwangsgeräumt werden
  • Doch der Mann rastet aus
  • Er schießt laut Polizei auf einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes und stürzt bei der Flucht aus der brennenden Wohnung

Tübingen.  Bei einer eskalierten Zwangsräumung in Tübingen ist der 69 Jahre alte Bewohner tödlich verunglückt. Beim Versuch, sich über den Balkon aus seiner brennenden Wohnung ins Freie zu retten, sei er am Montag mehrere Meter in die Tiefe gestürzt, teilte die Polizei in Baden-Württemberg mit.

Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebung sei der Mann noch am Unglücksort gestorben. Ob der Bewohner das Gebäude selbst in Brand gesetzt hat, müsse noch geklärt werden. Zuvor hat der Mann den Angaben zufolge von dem Balkon aus mit einer Pistole auf einen Ordnungsamtsmitarbeiter geschossen.

Projektil streifte Mitarbeiter am Ärmel

Dieser war mit dem Gerichtsvollzieher zum Haus gekommen, um die angekündigte Räumung zu vollstrecken. „Das Projektil streifte den Mitarbeiter zum Glück nur am Ärmel und beschädigte lediglich dessen Jacke. Er blieb unverletzt“, teilte die Polizei mit.

Der 69-Jährige wohnte nicht rechtmäßig in dem Haus. Er war einst Angestellter an einem Institut der Universität Tübingen, das in dem landeseigenen Gebäude untergebracht ist, wie eine Sprecherin der Hochschule mitteilte. Als das Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft im Jahr 2011 sämtliche Räume im Haus in Anspruch nehmen wollte, habe man bemerkt, dass sich der damalige Mitarbeiter häuslich niedergelassen hatte.

Mehrere andere Wohnungen angeboten

Seit 2012 gab es laut Stadtverwaltung in dem Fall mehrere Räumungsklagen. Dem Bewohner wurde demnach eine Wohnung angeboten, was er jedoch ausschlug.

Die Waffe, mit der er bei der Zwangsräumung am Montag auf einen Ordnungsamtsmitarbeiter schoss, besaß der Mann laut Stadtverwaltung illegal. (dpa)