Bewaffneter stoppt die niederländischen Nachrichten

Hilversum..  Ein bewaffneter Mann ist am Donnerstagabend in das Sendegebäude des öffentlich-rechtlichen Fernsehens der Niederlande, NOS, eingedrungen. Mit vorgehaltener Pistole forderte er Sendezeit während des „Journaal“. Die Acht-Uhr-Nachrichtensendung, vergleichbar der „Tagesschau“, wurde daraufhin nicht ausgestrahlt. Auf dem schwarzen Bildschirm war nur die Bitte um etwas Geduld zu sehen, darunter ein Hinweis auf „widrige Umstände“. Das Gebäude in Hilversum bei Amsterdam wurde geräumt, wenig später konnte die Polizei den Unbekannten überwältigen.

Mitarbeitern zufolge kam der „ordentlich gekleidete“ Mann um kurz vor 20 Uhr ins Gebäude. Auf Bildern der Studiokamera, die der Sender selbst am Abend im Internet veröffentlichte, ist zu sehen, wie ein junger Mann um die 30 in modischem schwarzen Anzug mehrere Minuten unruhig hinter dem roten Studio-Tisch wartet – bis das Einsatzkommando den Raum stürmt. Eigentlich dürfen nur Hausausweis-Inhaber die Sendeanstalt betreten, überdies sorgt ein Wachmann für Sicherheit. Auf dem Kurznachrichtendienst „Twitter“ wurde ein Brief veröffentlicht, den der Unbekannte angeblich vorzeigte. Dort steht, man solle seinen Anweisungen folgen, dann werde nichts passieren. Vor der Kamera wolle er Forderungen vorlesen, er sei nicht allein, das Gebäude mit Bomben präpariert. Er verlangte, ins Studio 8 geführt zu werden.

Auf den Aufnahmen ist zu hören, dass der Unbekannte von „sehr großen Weltdingen“ spricht, die das Zusammenleben in Frage stellten und die er öffentlich machen wolle, er sei von Geheimdiensten beauftragt. Auch von einer „Hacker-Szene“ ist die Rede. Das genaue Motiv des Mannes war zunächst unklar.