Betreiber von Waschstraße muss für demoliertes Auto zahlen

Auch wenn Sicherheitsvorkehrungen teuer sind: Wird das Auto in der Waschanlage demoliert, muss der Betreiber zahlen.
Auch wenn Sicherheitsvorkehrungen teuer sind: Wird das Auto in der Waschanlage demoliert, muss der Betreiber zahlen.
Foto: Ingo Otto/Archiv
Was wir bereits wissen
Eine Autofahrerin klagte gegen einen Waschstraßenbetreiber, der ihr Auto demolierte. Sie wollte Schadensersatz - und bekam in zweiter Instanz recht.

Paderborn.. Der Betreiber einer Autowaschanlage haftet für Schäden an Fahrzeugen - und kann sich auch nicht damit rechtfertigen, dass Sicherheitsvorrichtungen zu teuer wären. Das hat das Landgericht Paderborn entschieden.

Konkret ging es um den Fall einer Autofahrerin, die ihr Fahrzeug in eine Waschstraße gefahren hatte, in der die Fahrzeuge auf einem Band durchgezogen werden. Dort blieb das Auto vor ihr stecken, während ihr eigenes Auto weiter nach vorne gezogen wurde. Die Frau hupte, doch das Personal reagierte nicht. Als die Fahrzeuge aufeinanderprallten, entstand am Auto der Klägerin ein Schaden von 1300 Euro.

Automatische Vorrichtungen für Waschanlagen zu teuer

Die Versicherung des Waschanlagenbetreibers wollte nicht zahlen. Automatische Vorrichtungen wie Lichtschranken oder Sensoranlagen, die solche Unfälle verhindern könnten, seien zu teuer, gleiches gelte für mehr Aufsichtspersonal. Die Versicherung bekam in erster Instanz Recht.

Ganz anders urteilte jetzt das Landgericht Paderborn in der Berufungsverhandlung: Der Betreiber müsse gewährleisten, dass im Falle einer "offenkundig gefahrträchtigen Situation" das Laufband sofort abgeschaltet werde. Das Urteil ist rechtskräftig. (dpa)

(Az. 5 S 65/14)