Berlusconi vergleicht Notlager mit Campingurlaub
08.04.2009 | 16:55 Uhr 2009-04-08T16:55:00+0200
L'Aquila. Verbal daneben: Mit einem "Camping-Wochenende" hat Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Lage der Erdbebenopfer in den Abruzzen verglichen. Durch das schwere Beben in der Nacht zum Montag mit mindestens 260 Toten verloren rund 17.000 Menschen ihr Zuhause.
Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat die Erdbeben-Notlager in den Abruzzen mit einem Campingurlaub verglichen. Den in Zeltlagern untergebrachten Menschen fehle es an nichts, sagte er dem Fernsehsender n-tv bei einem Besuch vor Ort. Sie hätten warmes Essen und medizinische Versorgung. «Natürlich» sei ihre Unterbringung «absolut provisorisch, aber man muss es eben nehmen wie ein Campingwochenende».
Durch das schwere Beben in der Nacht zum Montag verloren rund 17.000 Menschen ihr Zuhause. Die meisten wurden in Zeltlagern in der Nähe der schwer zerstörten Regionalhauptstadt L'Aquila untergebracht. Die Zahl der getöteten Menschen stieg bis zum Mittwoch Nachmittag auf 260, darunter auch 16 Kinder.
Suche nach Vermissten geht weiter
Derweil setzen die Rettungskräfte ihre Suche nach Verschütteten fort. Die Gegend um die stark betroffene Regionalhauptstadt L'Aquila wurde seit Montag von rund 430 zum Teil starken Nachbeben erschüttert. Diese erschwerten die Bergungsarbeiten.
Am Dienstagabend wurde in L'Aquila ein Mädchen lebend aus den Trümmern geborgen. Die kleine Eleonora habe durch Rufe auf sich aufmerksam gemacht, berichteten die italienische Nachrichtenagentur Ansa und der Fernsehsender Sky TG-24.
Rettung nach 42 Stunden unter den Trümmern
42 Stunden nach dem Beben wurde eine Frau von Rettungsmannschaften lebend aus den Trümmern gezogen. Die Helfer entdeckten die 20-jährige Studentin in den Ruinen eines fünfstöckigen Hauses in der Innenstadt von L'Aquila. Bis auf eine Verletzung am Arm ist die Frau offenbar in guter Verfassung.
Nach Angaben der Zivilschutzbehörde werden noch immer 15 Menschen vermisst. Unter den Toten sind auch vier Studenten, nach denen in einem eingestürzten Wohnheim fieberhaft gesucht wurde. Die Retter gruben nicht mehr mit bloßen Händen in den Trümmern, sondern brachten schweres Gerät zu dem Gebäude. Universitätsrektor Ferdinando Di Orio sagte, die vier Studenten seien wahrscheinlich tot, wenn nicht noch ein Wunder geschehe.
Viele Opfer zogen zu Freunden oder Bekannten. Bei dem schwersten Beben seit 1980 wurden 10.000 bis 15.000 Gebäude beschädigt oder zerstört. Am Mittwoch sollen an den noch stehenden Häusern untersucht werden, ob die Bewohner zurückkehren können.
Schäden in dreistelliger Millionenhöhe
Die Versicherungsschäden könnten sich auf bis zu 400 Millionen Euro belaufen. Das erklärte das auf Risikoschätzungen spezialisierte Unternehmen AIR Worldwide am Mittwoch. Die Schätzung umfasse Schäden an privaten, geschäftlichen und öffentlichen Gebäuden, nicht aber den Schaden durch den Ausfall des Geschäftsbetriebs für Unternehmen. Der Gesamtschaden könnte sich laut AIR auf zwei bis drei Milliarden Euro summieren, davon sei aber nur ein geringer Teil versichert.
Obama sagt Hilfe zu
US-Präsident Barack Obama sagte unterdessen dem italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi Unterstützung zu. Wie das Weiße Haus mitteilte, übermittelte Obama in einem Telefonat am Dienstag sein tiefes Mitgefühl und erklärte, die USA würden für die Menschen in Italien beten.
Papst will in die Region reisen
Papst Benedikt XVI. kündigte während seiner wöchentlichen Generalaudienz in Rom an, bald in die Erdbebenregion reisen zu wollen. Vatikansprecher Federico Lombardi sagte, der Besuch finde voraussichtlich gleich nach Ostern statt. Die Rettungsarbeiten wolle der Papst nicht behindern.
13:02
Wie wäre es wenn Herr Berlusconi, der ja mindestens 13 facher Milliardär ist, von seinen Milliarden, 10 Milliarden für den Anfang zur Verfügung stellt?
Dieser Politiker ist eine Zumutung!
Ich bin gerade aus Italien zurückgekehrt und man glaubt dort seinem Geschwätz, traurig, aber wahr!
Große Worte, ein Tränchen und Show, zeigen eine unglaubliche Wirkung!
08:47
Könnte es vielleicht sein, dass dieser Berlusconi
Autist ist??? Ab unter die Käseglocke, was geht mich die Welt an? Bei Autisten ist es nicht ungewöhnlich, dass sie keine Gefühle äußern können....und reagieren daher mit merkwürdig anmutenden Äußerungen.
04:22
so schnell hat Deutschland noch nie Hilfe angeboten, ich hatte nicht den Endruck das die Bevölkerung eine Bananenrepublik ist, sondern das der italienische Führer arg beschränkte psychisch gestörte Persönlichkeit ist.. aber ob das die Italiener auch mal erkennen?
00:27
Der Mann ist schon lange nicht mehr tragbar.
Die Quitung kann ihn aber nur das itallienische (Wahl-) Volk selbst selbst schreiben.
23:06
Es gibt immer Leute die sich alle möglichen Zitate heruntergeladen haben um diese dann bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit, in irgendeine Kommentarfunktion einzufügen. Das ist zwar nervig aber locker zu tolerieren.
Aber wer wissentlich und ohne Not irgendwelche Vergleiche mit der Nazizeit anstellt, geht über den Zustand des Nervens weit hinaus. Insbesonderen, wenn der Beitrag weiter keinerlei Aussage hat.
22:45
#19 r.kant
Tolle Bildung.....und nur mal so nebenbei....es vergeht nicht eine Woche um uns allen Dummen Ihre Belesenheit zu demonstrieren.
Was denken Sie z.B. über den Beitrag 8? Da ist doch wirklich eine Parallele zu erkennen.
19:51
@ Isolde
Sie haben Godwins Law irgendwie komplett verinnerlicht.
In jeder Kommentarfunktion kommt zwangsläufig immer irgendein Vollpfosten auf die Idee aktuelle Geschehnisse mit irgendeinem Vorfall aus der Zeit des 3. Reichs zu vergleichen.
Ob passt oder nicht, es wird gemacht. Irgendwie sieht man dann aber auch wie simpel einige Menschen gestrickt sind.
15:37
Berlusconi vergleicht Erdbeben-Notlager mit Camping
Ja, ja, Herr Berlusconi, Camping ist schön, besonders im Winter....
Einen anderen Kommentar von diesem Menschen habe ich auch nicht erwartet....
14:50
was kann man von so einem Despoten auch anderes erwarten. Der hat mit seinem verhalten beim letzten Gipfeltreffen doch schon gezeigt, dass er nicht mehr ganz dicht ist. Mit Geld kann man viel kaufen. Aber nicht die Sympathie, her Großmogul
14:00
Da kann man mal wieder sehen, wie man durch unseriöse Berichterstattung die Meinung der Leser formt: Das besagte Zitat ist vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen! Herr Berlusconi hat vor Ort mit den Betroffenen zusammen (zugegebenermaßen sehr sehr zynisch) gescherzt.