Berliner Polizisten sollen Ausländer misshandelt haben
18.02.2010 | 07:48 Uhr 2010-02-18T07:48:00+0100
Berlin/Frankfurt.Berliner Polizeibeamte sollen einen jungen Vietnamesen geschlagen und getreten haben. Bei seiner Verhaftung wegen illegalen Zigarettenhandels soll der 21-jährige die Beamten angegriffen haben. Die Brandenburger Polizei ermittelt derzeit gegen ihre Kollegen.
Die Brandenburger Polizei ermittelt gegen mehrere Berliner Polizeibeamte wegen der Misshandlung eines Ausländers. Es gebe Vorwürfe, wonach die Polizisten in Schönefeld einen Vietnamesen misshandelt haben sollen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder) am Mittwoch auf Anfrage. Nähere Angaben machte er mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.
Festnahme wegen illegalen Zigarettenhandels
Nach Angaben der Berliner Polizei bemerkten Passanten den 21-jährigen Vietnamesen am Nachmittag verletzt auf einer Straße in Schönefeld und alarmierten einen Rettungswagen und die Brandenburger Polizei. Zeugenaussagen zufolge hätten Berliner Polizeibeamte den Mann aus ihrem Dienstfahrzeug abgesetzt. Der 21-Jährige gebe selbst an, dabei geschlagen und getreten worden zu sein.
Laut ersten Ermittlungen der Berliner Polizei hatten die Beamten den 21-Jährigen zuvor am U-Bahnhof Parchimer Allee in Berlin-Britz wegen des illegalen Handels mit Zigaretten festgenommen. Der Vietnamese soll zunächst geflüchtet und dabei auf einer Treppe gestürzt sein. Hierbei habe er sich verletzt. Bei der Festnahme habe er daraufhin Widerstand geleistet und einem Beamten in den Finger gebissen. Der Mann sei den Polizisten bereits wegen mehrfachen illegalen Handels mit unversteuerten Zigaretten bekannt gewesen und habe für den Bereich einen Platzverweis erhalten. Um weiteren Handel zu verhindern, hätten ihn die Beamten nach Schönefeld gebracht.
Gegen den jungen Mann wurde laut Polizei ein Strafermittlungsverfahren wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und illegalen Handels mit unversteuerten Zigaretten eingeleitet. (ddp)
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