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Rekordsprung

Baumgartner-Sprung war eine "grandiose Werbe-Kampagne"

15.10.2012 | 18:54 Uhr
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Washington.   Die Welt staunt noch immer über die Leistung, die Felix Baumgartner über der Steppe von New Mexico hingelegt hat. Der 43-jährige Salzburger war bei seinem Sprung aus der Stratosphäre schneller als der Schall. Eine „grandiose Werbe-Kampagne“ finden Marketing-Experten.

Jay Leno und David Letterman, seid gewarnt. In den nächsten Tagen könnte ein kleiner Mann mit dem Englisch-Akzent von Arnold Schwarzenegger bei euch auf der Talkshow-Couch sitzen, von seinen einmaligen Erfahrungen als tollkühner Mann ohne Kiste erzählen und euch, den Galionsfiguren des amerikanischen Abendschnack-Programms, am Ende eine Dose mit Gummibärchen-Brause in die Hand drücken. Noch ist das nur Satire einiger Internet-Blogger.

Für das österreichische Energiegetränke-Unternehmen, das den Sprung von Felix Baumgartner von der Dachrinne des Weltalls finanziert , technisch vorbereitet und medial perfekt ausgeleuchtet hat, wäre die erdachte Szene der beflügelnde Abschluss einer „grandiosen Werbe-Kampagne“. Finden Marketing-Experten.

Video
Roswell, 15.10.12: Der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner hat mit seinem Fallschirmsprung aus gut 39 Kilometern Höhe als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrochen und dabei gleich mehrere weitere Rekorde aufgestellt.

Der Rest der Welt staunt noch immer über die Leistung, die der 43-jährige Salzburger am Sonntag über der Steppe von New Mexico hingelegt hat. Die Reporter der Frühstücksfernsehschicht auf CNN konnten sich vor lauter „Gänsehaut“-Feeling gar nicht mehr einkriegen. Vor allem über einen Satz: „Manchmal musst du weit hinauf gehen, um zu sehen, wie klein du eigentlich bist.“

"Grandiose Werbe-Kampagne"

Was Baumgartner nach der Landung aus gut 39 Kilometern Höhe sagte, könnte schon bald auf T-Shirts und Kaffee-Tassen prangen. Selbstkritische Töne zum Massen-Voyeurismus? Mangelware. „Nach der Landung habe ich mich über mich selbst erschreckt“, schrieb ein einzelner Leser der New York Times.

Kommentar
Wenn  man  schneller als der Schall fliegt - von Achim Beer

Er sprang schneller als der Schall. „Du spürst es nicht“, kommentiert Felix Baumgartner seinen Sprung. Es zieht also nicht an den Füßen und knallt...

„Was wäre eigentlich gewesen, wenn es schiefgegangen wäre?“ Technik- und Raumfahrt-Liebhaber verdauen unterdessen noch immer eine Zahl. Nach Messungen der Federation Aeronautique Internationale (FAI), die alle Rekorde in der Luftfahrt beaufsichtigt, hat Baumgartner während seines Sturzflugs die Höchstgeschwindigkeit von 1342,8 Stundenkilometern erreicht – 265 Stundenkilometer schneller als der Schall.

In den ersten 120 Sekunden des freien Falls trat ein, was die dünne Luft in diesen Höhen hervorruft: Baumgartner geriet ins Trudeln, war für lange Augenblicke navigationsunfähig, bis er sich durch Ruderbewegungen mit den Armen stabilisieren konnte.

Baumgartners Rekordsprung

„Zum Teil war das schon sehr heftig. Kurz habe ich sogar gedacht, ich würde das Bewusstsein verlieren“, sagte er der Fernsehstation, die der Firma gehört, die jenes Kaltgetränk herstellt, um das sich alles dreht. Gestern drehte sich noch alles um Felix Baumgartner. Amerika liebt nicht erst seit Evil Knievel Teufelskerle, die Grenzen sprengen.

"Raumfahrt-Programm ins Museum"

Wenn der deutsche Privatsender n-tv zur Absprungzeit mit sechs Millionen Zuschauern zwanzig Mal mehr als üblich anlockt und die „Tagesschau“ übertrumpft, wenn der Internet-Kanal YouTube mit acht Millionen Gästen mehr Gucker verzeichnet als bei Obamas Amtseinführung, dann dürfte das Nachspiel nicht weniger quotenträchtig werden.

Kopfüber durch die Schallmauer

Matt Pearce, der fürs Aeronautische zuständige Experte der „Los Angeles Times“, in deren Verbreitungsgebiet am Sonntag die stillgelegte „Endeavour“ auf einem Abschieds-Triumphzug durch die Straßen gezogen wurde, war fast besinnlich. Pearce war nach Baumgartners Jahrhundertsprung voller Bewunderung und kommt doch ins Grübeln: „Wir leben in einem Technologie-Zeitalter, in dem ein Getränke-Hersteller aggressive Abenteuer im Weltall veranstaltet, während die Vereinigten Staaten von Amerika ihr Raumfahrt-Programm ins Museum stecken.“

Dirk Hautkapp

Kommentare
16.10.2012
11:15
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Name von Moderation entfernt | #16

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16.10.2012
10:26
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Name von Moderation entfernt | #15

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16.10.2012
07:49
Baumgartner-Sprung war eine
von Otto99 | #14

Ach, was würde jetzt wieder über die GEZ geschimpft werden, wenn ARD oder ZDF diesen Sprung übertragen hätten. Aber bei dieser Red Bull Werbekampagne erstarren die sonstigen Meckerer in Ehrfurcht.

16.10.2012
07:46
Baumgartner-Sprung war eine
von RennYuppieRenn | #13

Ich bin dafür, dass sich Herr Baumgartner als nächstes in einen geostationären Orbit schießen lässt.

16.10.2012
07:36
Baumgartner-Sprung war eine
von ruhrgebietwest | #12

ein Ösi fällt aus dem Ballon. Punkt. Nicht mehr und nicht weniger, der Rest ist Presseshow.

16.10.2012
06:20
Baumgartner-Sprung war eine
von amki | #11

Die Sache ist fällig unwichtig und die Presse hat nichts anderes zu tun, alls dies aufzubauschen.

15.10.2012
23:20
@ Plem | #7
von AuroraBorealis | #10

Der Hype um Baumgartner ist berechtigt.
Die Menschen, die dieses historische Ereignis am TV oder im Internet haben fast live (die Bilder wurden mit einer beabsichtigten Verspätung von 20 Sekunden nach außen übertragen) miterlebt haben wissen, dass das ein Ereignis ähnlich der ersten Mondlandung gewesen ist.

Für diesen Hype muss man einfach auch ein eigenes Verständnis entwickeln können.
Wer das nicht kann, der begeistert sich vermutlich mehr an dem künstlich aufgebauschten Hype um Lanz und der längst überholten Wetten Dass..?-Sendung.

Die Welt braucht mehr Baumgartner´s und kann auf Typen wie die Lanz´s dieser Welt hingegen sehr gut verzichten.
Wochen vorher wurde hier für Lanz breit und ausführlich Lob verteilt, nach der Sendung ging es so weiter.
Aber die Plem´s dieser Welt stehen nun mal nur auf triviale "Unterhaltung", statt auf Teilnahme an lebendiger Geschichte!

2 Antworten
Baumgartner-Sprung war eine
von Plem | #10-1

Hallo, an dass Ende ihres Kommentars hätten Sie vielleicht doch noch einen Smily setzen sollen - was Sie geschrieben haben, versteht nicht jeder hier! ;-)

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Name von Moderation entfernt | #10-2

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15.10.2012
23:04
Baumgartner-Sprung war eine
von DrDr | #9

Ich finde es bewundernswert, wie jemand so beharrlich an seine physischen und mentalen Grenzen geht. Für mich ein Symbol dafür, dass wir Menschen Immer wieder unsere Grenzen verschieben und immer wieder neuen Herausforderungen annehmen wollen. Baumgartner ist sicherlich bewundernswerter als wir Couchpotatoes, die im warmen Stübchen online-Kommentare für die WAZ verfassen.

15.10.2012
22:15
Schwachsinn kennt keine Grenzen!
von thehater | #8

Die Menschheit umjubelt schwachsinnige Menschen, nichts neues! Wir evolutionieren uns zu "Casting-Helden" und "Werbe-Irre"! Die Welt verkommt:-( Andere wollen mit enrgiesparen die Welt retten und andere........tzz

15.10.2012
22:12
Baumgartner-Sprung war eine "grandiose Werbe-Kampagne"
von Plem | #7

Also, ich bin ganz froh darüber, daß der Artikel von Dirk Hautkapp und auch der Kommentar von Achim Beer in ihrer beruhigenden und auch relativierenden Art den Hype um Baumgartner zu dämpfen scheinen. Und die Grübelei von Matt Pearce (siehe letzter Absatz) stimmt einen schon geradezu besinnlich; denn es war ein Space-Shuttle, welches das Hubble-Teleskop in die Erdumlaufbahn gehievt hat, und nicht ein zu Boden fallender Baumgartner, der uns die faszinierenden Einblicke in die fernsten Tiefen des Universums geschenkt hat.

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