Baumängel und Hygienefehler in Keim-Klinik

Kiel..  Nach dem Ausbruch eines gefährlichen Keims und bislang zwölf toten Patienten gerät die Uniklinik Kiel immer mehr unter Druck. Klinikchef Jens Scholz sprach am Mittwoch von „einer Krise“. Er bestätigte schwere bauliche Mängel in dem Krankenhaus. Sie seien bekannt und sollen durch Neubauten bis 2020 behoben werden. Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD) hält das Auslagern von Klinikbereichen in Container für eine Option. „Im Moment geht es darum, den Keim in den Griff zu bekommen“, sagte die Ministerin.

Aktuell sind noch 16 Keimpatienten in der Klinik isoliert. Wie viele sich davon mit dem Erreger Acinetobacter baumanii infiziert haben, gegen den fast alle Antibiotika machtlos sind, konnten die Verantwortlichen gestern auf einer Pressekonferenz nicht sagen. Auf Nachfrage räumten sie ein, dass offenbar Hygienefehler den tödlichen Ausbruch in Gang gesetzt hätten.

Seit Dezember wurde bei 31 Patienten der Uniklinik Kiel der Erreger nachgewiesen. Bei drei der zwölf gestorbenen Patienten könnte die Keiminfektion die Todesursache gewesen sein, heißt es offiziell. Dass sich die Zahl der Keimträger seit Montag nicht erhöht habe, bezeichnete Scholz als „eine gewisse Entspannung“. Es sei aber nicht garantiert, dass es keine weiteren Opfer geben könne. Der Ausbruch sei „eine schwierige Situation“.

Erleichtert zeigte sich der Klinikchef darüber, dass einige Krankenhäuser im Umfeld wieder Patienten aus der Uniklinik aufnehmen. Andere Häuser lehnen dies noch ab.