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Waffengesetze

Barack Obama legt schärfere Waffengesetze vor

16.01.2013 | 19:34 Uhr
Barack Obama legt schärfere Waffengesetze vor
US-Präsident Barack Obama unterzeichnete am Mittwoch Vorschläge zur Verschärfung der amerikanischen Waffengesetze.Foto: afp

Washington.   US-Präsident Barack Obama hat in Washington die umfangreichsten Vorschläge für Waffengesetz-Verschärfungen der vergangenen vierzig Jahre vorgelegt. Er will unter anderem halbautomatische Schnellfeuergewehre verbieten lassen, Waffenkäufer überprüfen und mehr Aufklärungsarbeit an Schulen.

Einen Monat nach der Tragödie von Newton, bei der zwanzig Schulkinder und sechs Lehrerinnen von einem geistig gestörten Amokläufer erschossen wurden, hat US-Präsident Barack Obama gestern in Washington die umfangreichsten Vorschläge für Waffengesetz-Verschärfungen der vergangenen vierzig Jahre vorgelegt.

Ein Verbot von halbautomatischen Schnellfeuergewehren, wie sie bei dem Schul-Massaker von Newtown und dem Kino-Amoklauf von Aurora benutzt wurden, steht im Mittelpunkt. Außerdem: Munitions-Magazine dürfen nur noch maximal zehn Patronen haben. Waffenkäufer müssen künftig bei Hintergrund-Checks genauer als vorher ihre Unbedenklichkeit nachweisen. Dazu wird der Datenschutz gelockert und Betrug beim Kauf von Pistolen oder Gewehren strikter geahndet. Auf Bundesebene gelten Waffenverkäufe künftig als Kapitalverbrechen. Aber: Das Gros der Republikaner, die Waffen-Lobby National Rifle Association (NRA) und einige Demokraten kündigen Widerstand an.

Ohne die Zustimmung des Kongresses kann Obama vieles nicht durchsetzen. Insbesondere die NRA geht an mehreren Fronten in die Offensive. Sie lehnt, abgesehen von intensiveren Hintergrund-Checks, jede Verschärfung ab, fordert die flächendeckende Ausstattung aller Schulen mit bewaffnetem Sicherheitspersonal und intensiviert auf kontroverse Weise die Nachwuchsgewinnung.

„Eine einzige Ballerei“

Auf einer laut „New York Times“ von der NRA lizensierten Handy-Applikation (App) können seit Montag Kinder ab vier Jahren per Smartphone unter anderem auf Särge als Zielscheiben schießen. Dabei steht den App-Nutzern das komplette Waffen-Arsenal zur Verfügung. Gegen einen Aufpreis von 99 Cents können virtuell Hoch-Frequenz-Munitions-Magazine jenes Typs hochgeladen werden, die in der reale Waffenwelt gerade vor dem Verbot stehen. „Eine einzige Ballerei“, resümierte ein App-Rezensent.

Dass die NRA das Handy-Spiel ausgerechnet jetzt marktreif macht, hat in den USA Entrüstung ausgelöst. Zumal NRA-Chef Wayne LaPierre nach dem Massaker von Newtown die Fülle von Gewalt verherrlichenden Videospielen und Kino-Filmen ausdrücklich als Ursache für eine zunehmende Verrohung angeführt hatte. Auf Anfrage dieser Zeitung lehnte die NRA-Zentrale in Fairfax/Virginia vor den Toren Washingtons jeden Kommentar zur Sache ab.

Unterdessen wurden bei zwei weiteren Schießereien an Schuleinrichtungen am Dienstag zwei Menschen getötet und drei andere schwer verletzt. Die Vorfälle ereigneten sich an Colleges in Hazard/Kentucky sowie in St.Louis/Missouri. In beiden Fällen kamen nach Polizeiangaben Waffen zum Einsatz, die künftig im Bundesstaat New York verboten sind.

Dirk Hautkapp

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Kommentare
18.01.2013
22:22
Barack Obama legt schärfere Waffengesetze vor
von feierabend | #1

Ein Waffenstillstand könnte Freundschaft bedeuten. Doch exekutive Kräfte geben sich lieber unbescheiden, sie haben eine hohe Meinung von den eigenen Vorzügen und eine nur schwach ausgeprägte Vorstellung vom Wert der anderen. Dazu sind sie unbesonnen weil unempfänglich für den Wert unserer Ratschläge. Alle anderen Nationen kommen ohne Waffengesetz aus - besonders Europa. Und es funktioniert Bestens. Schon mal überlegt, ob nicht vielleicht die Lehrerelite und Erziehungsmethoden an Schulen an die vermehrten Amokläufe schuld sein könnten? Ausgrenzung, Diskriminierungen, Diffamierungen - unendliches Leid durch erlittene Scham und Demütigung. Selbst harmlose Bemerkungen können bei jungen ERwachsenen tiefe seelische Wunden reißen. Was schon im Elternhaus begann endet dann womöglich in der Schule, in dem Raum, in dem sich ein heranwachsender Jugendlicher sicher fühlen sollte. Jeder. Vor den Hänseleien von außen, von anderen und vor den Eltern.

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