Babys vertauscht: Gericht entscheidet über Entschädigung

Grasse..  Manon und Mathilde, zwei neugeborene Mädchen, verbindet zunächst nur eines – beide bekommen Tage nach ihrer Geburt Gelbsucht und werden zusammen in ein Kinderbettchen gelegt. Viele Jahre später wird klar, dass sie ein ganz dramatisches Schicksal teilen: Denn nach der Behandlung vertauscht eine Angestellte der Geburtsstation in Cannes die beiden Mädchen. Nun klagen die aufgebrachten Eltern und verlangen über zwölf Millionen Euro Schadensersatz. Ein Gericht in Grasse entscheidet am Dienstag.

Der Fall ist spektakulär und klingt nach einem guten Drehbuchstoff. „Wenn es uns da passiert ist, dann kann es auch anderen passieren“, empörte sich Sophie Serrano, eine der beiden Mütter. Sie hat Manon aufgezogen, während ihre biologische Tochter Mathilde 30 Kilometer entfernt aufwuchs. Dabei hatten beide jungen Mütter in der Klinik sogar Zweifel angemeldet, als ihnen ihre angeblichen Kinder ausgehändigt wurden. Denn ein Elternpaar war hellhäutig, das andere stammte von der Insel La Réunion im Indischen Ozean. „Ich habe es am Ende geglaubt“, erschöpft von der Geburt wie sie war, so erklärte Serrano.

Doch dem Ehemann von Sophie Serrano war es nach zehn Jahren zu bunt geworden: Süffisantem Spott ausgesetzt, weil seine Tochter doch einen sehr anderen Teint hatte als er, der angebliche Vater, ließ er einen DNA-Test machen. Dieser deckte auf, dass beide nicht die Eltern sind. Die Klinik weigerte sich jedoch, eine Entschädigung zahlen.

Im Juli feiern die Mädchen ihren 21. Geburtstag. Beide Paare und ihre Töchter haben sich inzwischen getroffen, ohne dass ein „Rücktausch“ vereinbart worden ist.