Auf der Suche nach Mode in der Bochumer City
17.07.2009 | 23:54 Uhr 2009-07-17T23:54:00+0200
Bochum. Daniela Send schreibt in ihrem Blog über Mode. Zusammen mit DerWesten hat sie in ihrer Heimatstadt Bochum nach schicken Kleiderkombis und schmucken Accessoires Ausschau gehalten. Diese Schatzsuche ist nichts für Leichtmatrosen.
Weißer Stoff flattert, ein Funkeln am Finger – in Daniela Sends Augen blitzt es. „Die sieht doch toll aus!“, sagt sie und deutet die Straße hinunter. An der Ecke steht eine Frau mit kurzer dunkler Strubbelfrisur. Ganz in schwarz-weiß ist sie gekleidet: eine schwarze Leggins, darüber ein weißes Hemd, das ihr locker um die Hüften fällt, eine schwarze Weste und dazu ein dicker Silberring mit vielen kleinen Brillianten. „Gerade ältere Frauen kleiden sich oft besonders stilvoll.“ Worte aus dem Mund einer 23-Jährigen. Einer Modemanagement-Studentin.
Im Internet schreibt Daniela Send unter dem Pseudonym „anna.FrOst“ über die Neuheiten auf deutschen Laufstegen. Heute will die Mode-Bloggerin wissen, was die Straßen ihrer Heimatstadt Bochum stilmäßig zu bieten haben. Deshalb schlendert sie mit Fotoapparat und Notizblock bewaffnet vom Bahnhof die Straße hinab. Dabei fällt der Blick der Mode-Bloggerin auf die Frau in schwarzen Leggins. „Die Weste verleiht dem Ganzen was Besonderes“, analysiert Daniela Send. „Die scheinen wieder im Kommen zu sein.“ Irmgard Gebhard freut sich über das Kompliment der Modeexpertin. „Die Schuhe habe ich von Deichmann“, verrät sie ohne Umschweife auf Nachfrage. Ihre rotlackierten Zehen lugen aus Gladiator-Highheels hervor. „Ich versuche immer edle Sachen mit preiswerten zu kombinieren.“
Ausgefallener Schmuck in kleinen Läden
Irmgard Gebhard verrät: „Zum Shoppen fahre ich gerne nach Düsseldorf.“ Beim Gestikulieren blitzt der dicker Silberring mit vielen kleinen Brillis auf. „Solche ausgefallenen Schmuckstücke gibt es in einem Laden dort vorne in der kleinen Seitengasse.“ Daniela Send deutet die Trankgasse hinunter. Auch im Ruhrgebiet gibt es viele kleine Schatzkästchen, die entdeckt und geplündert werden wollen. Nur finden muss man sieh eben.
Genauso wie Passanten, die ein glückliches Händchen bei der Auswahl von Accessoires und Kleider-Kombis haben. Die gehören nämlich zu den seltenen Exoten in Bochums Innenstadt. Alice Tufeuktschian ist so eine Exotin. „Der Mantel ist mir als erstes aufgefallen. Der glänzende Stoff ist ein schöner Kontrast zu den gedeckten Farben des Outfits“, erklärt Daniela Send. Alice Tufeuktschian verrät nicht ganz so bereitwillig, wo sie das gute Stück gefunden hat: „Eigentlich ist das ja ein Geheimnis“, sagt sie. Schließlich räumt sie mit einem etwas schiefen Lächeln ein: „Ich habe ihn bei Zara gekauft.“ Daniela Send schmunzelt. „Viele möchte nicht so gerne, dass ihre Sachen nachgekauft werden.“
Männer sollten auf Schuhe achten
Kein Problem mit Modefragen scheinen die Männer in der Bochumer Innenstadt zu haben: Sie scheinen sich schlicht, nicht darum zu kümmern. Also zückt Daniela Send an diesem Nachmittag nur für Frauen die Kamera. Die Mode-Bloggerin hat trotzdem ein paar Tipps für die Männer parat: „Die Hose an den Knöcheln hochrollen und ordentliche Schuhe – das sieht gut aus. Auch Chucks kann man in die Waschmaschine schmeißen. Das sollte sich langsam rumgesprochen haben.“
Weiter geht es vorbei an einigen Teenies, die vor einem Eiscafé abhängen. „Typischer Print-Muster Look. Je mehr Muster desto besser. Aber sie sehen ganz süß aus.“ Daniela Sends Blick ist durch ihr Studium geschult – aber nicht unbarmherzig. Die zwei Mädchen in Jeans, Turnschuhen, bunt bedruckten T-Shirts und Kapuzenjacken mit kleinen Totenköpfen bekommen ein Lächeln geschenkt.
Dann läuft ihr ein geschniegeltes Paar Cowboystiefel über den Weg. Dazu trägt Laura Lau einen lässig geschnittenen Schlabberpulli über der schwarzen Strumpfhose, den sie mit einem breiten Gürtel zum Kleid umfunktioniert hat. „Das ist echt nachahmenswert. Einfach beim Vater oder Freund ein Hemd oder einen Pulli leihen und ihn zu einem neuen Look umfunktionieren. Es muss aber ein breiter Gürtel sein – sonst fällt das nicht so auf“, erklärt Daniela Send. „Das kann jeder tragen.“ Wenn die Männer mitmachen. „Mein Bruder fand das nicht so toll, als er rausgekriegt hat, dass ich sein Hemd umfunktioniert habe“, erinnert sich die Bloggerin.
Nach dieser mageren Ausbeute hat Daniela Send noch einen Tipp für magersüchtige Portmonees: „Als Studentin kenne ich das nur zu gut. Gerade habe ich eine alte Jeans an, die ich zur kurzen Hose umfunktioniert und im Used-Look gestyled habe. Das sieht manchmal echt besser aus als gekauft.“
01:04
Muss leider sagen, dass mich keines dieser Outfits begeistert.
Aber ich muss im Resume sagen: es gibt nur wenige deutsche Staedte, die modisch was drauf haben (Berlin nicht inbegriffen). Die Deutschen sind der Mode gegenueber sehr verklemmt und mit Trends sehr spaet dran. Es gibt nur selten Staedte, die mich persoenlich so wirklich begeistern. Da sind uns einige Laender im Voraus! Aber was nicht ist, kann noch werden :). Ansonsten hat Daniela gute Arbeit gemacht!
01:37
Wo ist Bochum?