Auch Männer dürfen sich eine Perücke auf Kasse leisten

Ist Haarausfall durch eine Krankheit bedingt, besteht Anspruch auf eine Perücke bei der Krankenkasse.
Ist Haarausfall durch eine Krankheit bedingt, besteht Anspruch auf eine Perücke bei der Krankenkasse.
Foto: Imago/Archiv
Was wir bereits wissen
Das Bundessozialgericht hat ein Urteil gefällt, wann eine Krankenkasse einem Mann eine Perücke zahlen muss. Es muss eine Krankheit vorliegen.

Kassel.. Auch Männer können laut dem Bundessozialgericht in bestimmten Fällen eine Perücke von der Krankenkasse bezahlt bekommen. Allerdings muss eine Krankheit vorliegen. Der unbehaarte Kopf - auch ohne Brauen, Wimpern und Bart - muss eine entstellende Wirkung haben, wie das Bundessozialgericht in Kassel am Mittwoch entschieden hat.

In dem vorliegenden Fall wies der 3. Senat die Revision eines 76-Jährigen jedoch zurück. Der Mann aus dem rheinland-pfälzischen Contwig leidet seit 1983 an vollständiger Haarlosigkeit. Bis 2006 bezahlte die Krankenkasse die Perücke. Danach wurde der Antrag abgelehnt - zu Recht wie das BSG entschied. Seine Haarlosigkeit habe keine entstellende Wirkung. Dass der Betroffene das anders empfinde, sei nicht maßgeblich. (dpa)