Datenschutz
Auch bei Xing liegen persönliche Daten offen
20.10.2009 | 19:28 Uhr 2009-10-20T19:28:00+0200
Essen. Der große Datenklau beim Online-Netzwerk „Schüler VZ“ hat für Wirbel gesorgt. Dabei sei das, was man beim SchülerVZ finden kann, im Vergleich zu Xing noch harmlos, sagt jetzt der Blogger Peter Schink. Und zeigt, wie leicht man auch dort an Daten kommt.
Während eifrig darüber diskutiert wird, was sich über Kinder nach dem Datenklau bei „Schüler VZ“ so alles herausfinden lässt, ist es bei den Erwachsenen noch viel simpler. Durch das so genannte Crawlen, wie es etwa die Suchmaschine Google macht, um Daten zu sammeln, lassen sich beim Business-Netzwerk Xing persönliche Daten kinderleicht herausfinden. Darauf weist der Journalist Peter Schink in seinem Blog hin.
Daten bei Google sichtbar
Wer bei Xing das Crawlen durch Suchmaschinen nicht ausdrücklich ausschließe, der mache seine Daten auch für jene sichtbar, die gar nicht selbst beim Netzwerk angemeldet sind, schreibt Schink. Das sind der aktuelle Status (etwa Student oder Angestellter), der berufliche Werdegang und die Einträge im Gästebuch. „Nicht jeder will, dass seine bisherigen Arbeitsgeber öffentlich bekannt sind“, sagt Schink.
Darüber hinaus ließen sich aber auch andere, teils sehr persönliche, Details mit einer einfachen Google-Suche herausfinden - etwa der Familienstand, die Adresse und Telefonnummern. Das geht allerdings nur dann, wenn diese Daten in Freitextfelder eingegeben werden, die dafür gar nicht vorgesehen sind. In vielen Fällen, glaub Schink, seien sich die Nutzer gar nicht bewusst, wie offenherzig sich mit ihren Daten umgehen.
"Völlig bewusste Entscheidung"
Das Netzwerk Xing sieht darin kein Problem und verweist im Unternehmens-Blog auf die Profil-Einstellungen. Wenn jemand etwa in seinem Titel bei Xing seine Telefonnummer, also einem dafür nicht vorgesehen Feld, angegebe, wolle derjenige auch entsprechend gefunden werden. „Das ist eine völlig bewusste Entscheidung und aus unserer Sicht kein Beispiel für Datenklau.“

10:00
Skandal!!!
18:46
Da geb ich meinem Vorredner Recht.
Bei XING ist für User im Profil eindeutig ersichtlich und auswählbar, welche Daten für andere sichtbar sind und welche nicht. Dies ist unter den Einstellungen genau erklärt. Wer einer Berufstätigkeit nachgeht sollte demnach genug Intellekt haben dies zu verstehen. Wer also seine XING-Eingaben googlen laesst, hat die bewusst so entschieden. Erschreckender finde die öffentlichen Amazonwunschzettel, durch die ein Persönlichkeitsprofil für jeden erstellbar ist. Und hier ist nicht jedem Kunden bewusst, dass man seinen Wunschzettel googlen kann.
17:38
also wenn jetzt jeder (selbsternannte) Experte alle social networks und business communities durchhechelt, kann man daraus ne lange Artikelserie machen. Die meisten sind in diesen Plattformen, weil sie einen neuen Job suchen und von Headhuntern oder Agenturen gefunden werden wollen; wer meint, sein Profil öffentlich machen zu wollen, muß damit rechnen. Das ist bei linked.in oder Facebook auch nicht anders (nur dass man da auch gleich alle Rechte an allem an die Betreiber abtritt).