Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Markencheck

ARD testet im Markencheck Edeka und Rewe - Ergebnis verblüfft

06.01.2013 | 15:05 Uhr

Köln.   Die ARD startet am Montag den ersten von vier neuen „Markenchecks“. Zwei Filmemacherinnen fragen, ob Rewe und Edeka tatsächlich die besseren Einzelhändler sind. Ihre Ergebnisse verblüffen. Bei Frank Plasbergs „hart, aber fair“ geht es anschließend um "Die Supermarkt-Lüge“.

Der Montagabend ist das Sorgenkind der ARD. RTL heizt dem Ersten erfolgreich mit Shows ein, das ZDF zumeist mit Krimis. Die ARD sorgte ihrerseits nur dann mit ihrem Info-Angebot für Aufsehen, wenn sie mit der Reihe „Markencheck“ gegen hielt. Am Montag, 20.15 Uhr, wird sie fortgesetzt: Die ARD nimmt im Markencheck die Handelsketten Rewe und Edeka unter die Lupe.

Eva Lindenau und Frauke Steffens folgen dem bewährten Strickmuster, mit dem das Erste im vorigen Jahr Verbraucherfernsehen bot, das populäre Themen ebenso kritisch wie fair aufbereitete.

Image-Test in der Essener Fußgängerzone

In der Essener Fußgängerzone testeten die TV-Autorinnen, wie sehr sich Menschen vom Image einer Marke beeindrucken lassen. Obwohl Käse und Orangensaft identisch waren, glaubten die Testpersonen, die angebliche Ware von Rewe und Edeka schmecke besser als die vermeintliche Discounter-Produkte. Die Filmemacherinnen lassen das Ergebnis vom Bochumer Handelsexperten Achim Fringes erklären. Die Marketing-Autorität lobt die Verkaufsmasche der beiden Handelsriesen, die sich mit dem Versprechen von Frische und Vielfalt im Bewusstsein der Verbraucher oberhalb der Billigheimer Lidl und Aldi positioniert haben. Auch die Quengelbildchen an der Kasse für die künftige Kundschaft verfehle ihre Wirkung nicht.

Der Qualitätstest relativiert allerdings die Marketing-Tricks . So wird teilweise dasselbe Fleischprodukt in drei Preisklassen verkauft. Ebenso wenig haben Edeka und Rewe einen Frische-Vorteil bei leicht verderblicher Ware gegenüber Discount-Konkurrenten.

Aachener Sternekoch tischt auf

Der Aachener Sternekoch Maximilian Kreus servierte einem Testpublikum überdies ein Menü. Die Gerichte waren identisch, die Herkunft der Zutaten war es nicht. Mal stammten sie vom Billigheimer, mal von der teuren Theke. Während Edeka mit dem Resultat („in Ordnung“) leben kann, dürfte es Rewe zu denken geben („mäßig“).

Video
Im „Future Store“ in Tönisvorst kann der Kunde schon heute die Technologien von morgen testen.

Die vierte Kategorie des Checks dreht sich um soziale Fairness. Wie gehen Edeka und Rewe mit den eigenen Mitarbeitern um? Und: Wie steht es um Arbeitsbedingungen und Entlohnung von Betrieben, die beispielsweise Frischware wie Tomaten zuliefern? In beiden Fällen liefert der „Markencheck“ ernüchternde Ergebnisse. Selbst PR-Profis der Handelsriesen können sie nicht wirklich schön reden.

Schön dürfte der Abend allerdings für Frank Plasberg werden, dessen „hart, aber fair“-Thema „Die Supermarkt-Lüge“ um 21 Uhr direkt an die Doku anschließt.

Die ARD wäre gut beraten, wenn sie die wiederum nur vierteilige „Markencheck-Reihe“ ausbaute . Sie ist jeden Gebührencent wert.

Jürgen Overkott

Facebook
 
Kommentare
23.01.2013
19:57
ARD testet im Markencheck Edeka und Rewe - Ergebnis verblüfft
von ulrics | #1

Also wenn ich Edeka und ALDI vergleiche, ist mir ALDI tausend mal lieber. Bei ALDI habe ich mit dem Personal fast nur gute Erfahrungen gemacht. Die Kasserinnen sind freundlich und flink. Sogar auf die vorhandene Kameraüberwachung wird deutlich hingewiesen.

Edeka dagegen mag zwar ein größeres Sortiment habe, allerdings habe ich selbst schon illegale Taschendurchsuchungen erlebt. Edeka scheint auf Grundrechte nicht viel zu geben. Die Kasserinnen brauchen deutlich länger als bei ALDI und auf Kameras wurde nur unzureichend hingewiesen. Einmal wollte ich bei Edeka Karotten kaufen und fand dort Gammelkarotten vor. Das ist weder Liebe zu Lebensmitteln noch zu Kunden.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7451483/create

Umfrage
Noch nie war ein Buch von J.K. Rowling so teuer: 176.000 Euro war einem Bieter eine Erstausgabe des Romans

Noch nie war ein Buch von J.K. Rowling so teuer: 176.000 Euro war einem Bieter eine Erstausgabe des Romans "Harry Potter und der Stein der Weisen" wert. Ist es vertretbar, eine sechsstellige Summe für ein Buch zu zahlen?

 
Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Mutmaßliche Terroristen töten Mann auf Straße in London
Gewalt
Ein Mann ist am Mittwoch in London von zwei Angreifern auf offener Straße getötet worden. Die Behörden befürchten einen Akt des Terrors, weil die Täter islamistische Parolen skandiert haben sollen. Großbritanniens Regierung ist im Alarmzustand.
Der Annahmeschluss für die Lottotipps wird vorgezogen
ARD
Die Lottozahlen werden ab Juli nicht mehr live im Fernsehen gezogen. Von Samstag, 6. Juli, an präsentiert Franziska Reichenbacher jeweils um 19.57 Uhr die kurz zuvor gezogenen Gewinnzahlen – direkt vor der „Tagesschau“. Dadurch verschiebt sich aber auch der Annahmeschluss für die Lottotipps.