ARD startet mit Krimi-Serie „Mammon“ ins neue TV-Jahr

Peter Verås (Jon Øigarden, links) versucht seinem Neffen Andreas (Alexander T. Rosseland) und seiner Schwägerin Eva (Ingjerd Egeberg) begreiflich zu machen, dass sein verstorbener Bruder in dunkle Geschäfte verwickelt war.
Peter Verås (Jon Øigarden, links) versucht seinem Neffen Andreas (Alexander T. Rosseland) und seiner Schwägerin Eva (Ingjerd Egeberg) begreiflich zu machen, dass sein verstorbener Bruder in dunkle Geschäfte verwickelt war.
Foto: ARD Degeto/NRK Drama
Was wir bereits wissen
Die ARD zeigt ab 1. Januar an drei Abenden die norwegische Mini-Serie „Mammon“. Erzählt wird von mutmaßlichen Verschwörungen, unerklärlichen Selbstmorden und der gnadenlosen Jagd nach Schlagzeilen.

Essen.. Diese Krimiserie kommt aus Norwegen. Wo sie schon mal eine lange Bahnfahrt live im Fernsehen übertragen oder einen Strickabend über die gesamte Länge begleiten. Wo es also beschaulich zugeht vor der Flimmerkiste. Eigentlich keine idealen Voraussetzungen für einen spannenden Krimi. Mammon beweist das Gegenteil.

Der Sechsteiler, den die ARD vom 1. Januar in Doppelfolgen ausstrahlt, erzählt von Peter Verås (Jon Øigarden), der Reporter bei einer der angesehensten Tageszeitungen Norwegens ist und einen anonymen Tipp erhält: In der Chefetage des Großunternehmens Hydro, teilt ihm eine geheimnisvolle Unbekannte per Internet mit, würden rie­sige Geldsummen verschoben. Finanzchef bei Hydro ist ausgerechnet Peters Bruder Daniel. Für den Journalisten ist das allerdings kein Grund, die Geschichte fallen zu lassen. So dauert es keine zehn Minuten in Folge eins bis Daniel Verås seinen Hut nehmen muss.

Von der Vergangenheit eingeholt

Wenig später begeht er Selbstmord. Doch sein Bruder Peter ahnt schnell, dass mehr hinter diesem Suizid steckt, als die Verzweiflungstat eines geschassten Managers. Und er beginnt zu verstehen, wieso sein Bruder ihm das Versprechen abnahm, sich um dessen Sohn Andreas zu kümmern. Keiner will ihm glauben, niemand ihn verstehen. Bis auf Vibeke Haglund (Lena Kristin Ellingsen), Kripo-Mitarbeiterin im Ressort Wirtschaftskriminalität und Computerexpertin. Was sie bei ihren Ermittlungen herausfindet, macht den Fall noch undurchsichtiger.

Bis sich fünf Jahre später ein weiterer Großindustrieller vor Peters Augen erschießt und der Journalist, der inzwischen in die Sportredaktion gewechselt ist, von der Vergangenheit eingeholt wird. Nach und nach kommt er scheinbar einer gigantischen Verschwörung auf die Spur.

Mammon macht es dem Zuschauer nicht leicht. Die Serie wirft ihn mitten hinein in die Handlung, erklärt wenig, verlangt zu jeder Sekunde volle Aufmerksamkeit. Und es gab schon größere Sympathieträger als einen von Ehrgeiz zerfressenen Journalisten und eine elfenhafte von Angststörungen gequälte Polizistin.

Überhaupt wirkt hier alles düster und schwermütig, scheint es weder Sonnenschein noch gute Laune zu geben im Staate Norwegen. Dafür aber ein ständiges Gefühl der Angst und Beklemmung. Und selbst für skandinavische Verhältnisse ist das Tempo gemächlich, sind einzelne Einstellungen lang.

Immer überraschender

In den ersten 30 Minuten spürt man dann auch manchmal den Drang, zur Fernbedienung zu greifen. Wer ihm widersteht, wird allerdings mit einer der interessantesten und überraschendsten TV-Geschichten der letzten Jahre belohnt.

Von Folge zu Folge wird die Handlung mysteriöser, ohne dabei völlig an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Und immer wenn man glaubt zu wissen, wohin die Geschichte führt, gibt es eine überraschende Wendung, die mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet.

In Norwegen haben zeitweise fast 50 Prozent der Zuschauer eingeschaltet und auch in Großbritannien waren die Quoten hervorragend. Mittlerweile hat sich 20th Century Fox die Rechte für eine amerikanische Neuverfilmung gesichert. Eigentlich unnötig. Besser können sie diese Serie nicht machen.

Fazit: Nach etwas sprödem Beginn ein echtes Fernseherlebnis. Das neue TV-Jahr fängt gut an.

  • Donnerstag, 1. Januar, ARD, 21.45 Uhr