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Anna Schudt - die neue Dortmunder Tatort-Ermittlerin

23.09.2012 | 07:15 Uhr
Anna Schudt ist als Tatort-Ermittlerin streng und taff - ganz anders, als im richtigen Leben.

Düsseldorf.   An diesem Sonntag wird der erste Dortmunder Tatort gezeigt. Neben Jörg Hartmann spielt darin Anna Schudt eine unerbittliche Ermittlerin, streng und taff. Dabei wirkt die junge Frau privat ganz anders. Fröhlich und locker erzählt sie von ihrer Arbeit, der Familie – und der bevorstehenden Geburt.

Streng, ernst, unfreundlich: So empfängt Anna Schudt als Hauptkommissarin Martina Bönisch im Dortmunder Tatort ihren neuen Chef. Grund genug, dem Treffen mit der kühlen Blonden mit gemischten Gefühlen entgegenzusehen. Doch die hübsche junge Frau, die da in einem Düsseldorfer Café lässig mit ihrem Mann busselt, hat schon auf den ersten Blick wenig mit der Filmfigur zu tun. Statt eines prüfenden Blicks ein fröhliches Lächeln – und als sie dann aufsteht, ist die Überraschung perfekt: Anna Schudt ist hochschwanger. Ihr drittes Kind soll noch in diesem Jahr zur Welt kommen.

Premiere Tatort Dortmund

War es das dann schon mit der tollen neuen Rolle im Tatort – Mutterschutz, Erziehungsurlaub? „Aber nein, die nächste Folge drehen wir ab März. Da kommt das Kind dann einfach mit“, sagt die 38-Jährige. Aber dann sind da ja auch noch Sohn Fritz, gerade mal eineinhalb und Leon, schwierige 15 – wie schafft man das? „Mit einem Mann und guter Organisation“, die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen – und ein bisschen scheint es, als fände Anna Schudt die Frage seltsam.

Schließlich hat die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin ihr Leben längst nach der Familie ausgerichtet. Erst mal Schluss mit den Gastspielen überall in der Republik: Sie zog mit ihrem Mann, dem Schauspieler Moritz Führmann, nach Düsseldorf. Er spielt hier Theater, auch sie war hier engagiert, macht jetzt aber lieber Fernsehen – auch wenn ihr die Bühne „total fehlt“, denn: „Einer von beiden fest am Theater, das reicht. Sonst ist es nicht zu managen.“ So kam das Angebot, Tatort-Kommissarin (mit familienfreundlichen Arbeitszeiten) zu werden, gerade recht. „Ich glaube sowieso, dass die Dinge kommen, wenn sie richtig sind.“ Nur mit dem riesigen Rummel, die dieser Job mit sich bringt, damit hatte sie nicht gerechnet: „Zugegeben, das habe ich unterschätzt.“

Von Konstanz nach Dortmund

Von Konstanz über München und Düsseldorf nach Dortmund – wird einem da nicht ein bisschen mulmig? Anna Schudt scheint wieder überrascht. „Nein gar nicht.“ Sie kannte Dortmund vorher gar nicht, auch wenn ihr Ex-Freund (und Vater von Leon) Jens-Daniel Herzog – die Welt ist doch ein Dorf – just zur gleichen Zeit als Intendant an die Dortmunder Oper berufen wurde. Was die Bayerin wusste, war: Die Stadt ist im Aufbruch, und das findet sie „spannend und sehr interessant“. Einmal angekommen, war sie positiv überrascht. Auch von der offenen Art der Menschen im Revier. „Wir wurden beim Dreh überall willkommen geheißen, das war schon toll.“ Und die Zusammenarbeit mit „Chef“ Jörg Hartmann sei sowieso einfach „beglückend“.

Der Tatort in Dortmund

Sie schwärmt, das muss sie wohl, und doch ist es für jemand wie Anna Schudt nicht selbstverständlich: Beim „Kriminalist“ im ZDF sollte sie einst auch schon ermitteln, da hat sie nach kurzer Zeit hingeschmissen, „weil die Zusammenarbeit der Figuren nicht ausgewogen war, ich hatte mir etwas anderes davon versprochen, deshalb wollte ich nicht bleiben“.

Viele positive Reaktionen

Beim Dortmund-Tatort dagegen will sie bleiben. Ein paar Jahre „bestimmt“, die gibt sie sich und nach der gelungenen Premiere im Westfalenstadion auch den Zuschauern: „Die vielen positiven Reaktionen danach haben uns sehr getragen.“

Dortmunder Tatort
Autor fühlt sich unter Druck

Jürgen Werner, Drehbuchautor des ersten Dortmunder "Tatorts", ist vor der TV-Premiere am 23. September äußerst nervös. Erst nach der Ausstrahlung werde er wissen, ob das Team seine Arbeit "gut oder ganz schlecht" gemacht habe.

Dabei ist es kein leichter Stoff, den sie da mit ihren Kollegen serviert: „Nein, die lustigen sind wir sicher nicht.“ Nicht wie die Münsteraner, auch nicht wie die Kölner. Sie sieht die Dortmunder als hartes Team, schnell, „unerbittlich würde ich sagen, aber das klingt so böse.“ Heftige Themen und heftige Filme verspricht die Schauspielerin: „Ich hoffe, dass sie unter die Haut gehen.“

Dann muss sie los, nach Hause, Moritz hat angerufen. Noch kann sie im morgendlichen Trubel rasch zahlen, ohne dass sie von den Gästen angequatscht wird. Beim nächsten Interview nach dem Tatort muss sie vielleicht schon Autogramme geben. „Das sagt mein Mann auch“, gibt Anna Schudt zu und noch einmal wird ihr Lachen ganz warm und weich: „Aber ich kann mir das nicht vorstellen. Warten wir es ab.“

Britta Bingmann



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