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Ann-Kathrin Kramer veröffentlicht neues Kinderbuch

11.12.2012 | 17:48 Uhr
Ann-Kathrin Kramer veröffentlicht neues Kinderbuch
Ann-Kathrin Kramer bei einer Pressekonferenz (Archivbild).Foto: Kerstin Bögeholz

Köln.   Dieses Jahr war für die Schauspielerin aus Wuppertal „alles bestens“, wie der Titel ihrer letzten ZDF-Komödie nahelegt. Ann-Kathrin Kramer stand fast pausenlos vor der Kamera. Nebenher schrieb sie ein Kinderbuch.

Selten stimmte ein Film-Titel so wie dieser: Bei Ann-Kathrin Kramer ist „alles bestens“. Die Schauspielerin war am Montagabend in der gleichnamigen ZDF-Komödie zu sehen, die 46-Jährige übernahm die Mutter-Rolle, mit überdurchschnittlichem Quoten-Erfolg. Überhaupt lief es für die Gattin von „Tatort“-Kommissar Harald Krassnitzer gut in diesem Jahr. Für nicht weniger als sechs Filme stand sie vor der Kamera. Als wäre all dies nicht genug, hat die Wuppertalerin nebenher noch ein Kinderbuch geschrieben. Wo nimmt sie diese Energie her?

Sie sitzt in einem Besprechungsraum von Ziegler-Film, ganz in der Nähe vom WDR-Vierscheibenhaus in Köln. Ann-Kathrin Kramer hat die Tür im Blick, erwartet ihren Gesprächspartner. Sie trägt legere Jeans, dazu einen lindgrünen Blazer, ganz so, als sehne sie sich bei dem frühwinterlichen Schmuddelwetter den Frühling herbei.

Blöde Jungs werden vermöbelt

Auf der buchenhellen Tischplatte liegt ihr Smart-Phone. Zufrieden ruhen ihre blauen Augen auf dem Display, das sonnengelbe Cover ihres neuen Kinderbuches ist gerade fertig geworden: „Es ist ein weiteres Abenteuer von ,Matilda, die aus dem Haus ohne Fenster’. Und auch die erste Matilda ist neu verlegt worden und wird am 14. März veröffentlicht.“

Welches Verhältnis Ann-Kathrin zu ihrer Figur hat? „Sie ist mir durch das Schreiben natürlich sehr nahe“, erzählt die Mutter eines 15-jährigen Sohnes aus der Beziehung mit dem Kollegen Jan Josef Liefers. Als Sohn Leonard noch zur Grundschule ging, schrieb sie ihm kurzerhand eine Geschichte selbst, das erste Abenteuer von Matilda.

Die Autorin musste sich zu Hause gegen zwei Brüder durchsetzen

Er liebte es, „und die Erwachsenen auch. Ich freue mich schon auf die Lesungen, da sind die Reaktionen so schön spontan“. Ann-Kathrin Kramers Vorfreude ist unüberhörbar. Sie erzählt wieder von dem frechen Mädchen, das sich gegen alle Widerstände durchsetzt. Matilda, auf dem Buchdeckel mit Zopf und Gummistiefeln zu sehen, lässt sich von niemandem stoppen, und blöde Jungs werden kurzerhand vermöbelt.

Eine erfundene Geschichte, sicher. Dennoch gibt es eine Schnittmenge zum Leben der Autorin. Sie musste sich in ihrer Jugend gegen zwei Brüder behaupten. Mit Erfolg: „Wir mussten samstags die Küche wischen. Aber die Arbeit wurde unter uns Kindern aufgeteilt. Auch meine Brüder mussten ran.“ Die Gleichberechtigung bei Kramers begann mit feuchten Lappen. „Und als ich mit 16 auszog, dachte ich, das wäre das Normalste auf der Welt“, fügt sie hinzu. Schnell lernte die junge Frau damals, dass die Welt da draußen noch nach anderen Regeln funktionierte.

Beirren ließ sich Ann-Kathrin Kramer dennoch nicht. Sie ging ihren eigenen Weg. Sie war Schuhgewerbegestalterin, porträtierte Touristen in Griechenland, kam auf dem zweiten Bildungsweg zum Abitur und ließ sich in München – da war sie schon 26 – zur Schauspielerin ausbilden.

„Ich trage das Herz auf der Zunge“

Ann-Kathrin Kramers Vorliebe für das offene Wort half ihr dabei. „Ich leide unter unausgesprochenen Konflikten, und ich trage das Herz auf der Zunge“, sagt sie mit einer so ruhigen Stimme, dass es schwer fällt, sich bei ihr Temperamentsausbrüche vorzustellen. Ob sie auch bei Dreharbeiten sagt, was sie denkt? „Ich gehe möglichst uneitel an die Sache heran. Ich finde, beim Drehen sollte es um eine direkte, aktive Form des Arbeitens gehen.“

Das klingt nach Power-Frau, nach ganz viel Kraft. Und daheim? „Wenn man überall perfekt sein will“, weiß Ann-Kathrin Kramer, „bei der Erziehung der Kinder, im Haushalt und im Beruf, endet das oft in latenter Überforderung.“ Deshalb lehnt sie Perfektionismus in allen Lebenslagen für sich ab: „Mein Thema“, sagt sie offen, „ist das nicht so. Ich kann auch mal ein Teil liegen lassen.“

Jürgen Overkott



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