Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Justiz

Anklage nach tödlichem Massenunfall auf der A 31

22.03.2013 | 13:51 Uhr
Funktionen
Im Fall der Massenkarambolage auf der A31 vor fast anderthalb Jahren hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage gegen vier Autofahrer erhoben. Bei dem Unfall starben drei Menschen.Foto: dpa

Münster.  Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage gegen vier Autofahrer erhoben, die in die Massenkarambolage auf der A31 verwickelt waren. Bei dem Unfall vor fast anderthalb Jahren waren drei Menschen gestorben, 35 wurden verletzt. Der Vorwurf: Sie hätten bei Dunkelheit und Nebel langsamer fahren müssen.

Fast eineinhalb Jahre nach einer Massenkarambolage auf der Autobahn 31 hat die Staatsanwaltschaft Münster vier Autofahrer angeklagt. Zwei von ihnen sollen für den Tod von drei Menschen verantwortlich sein, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Die anderen beiden sollen Unfallbeteiligte verletzt haben.

Der Staatsanwalt wirft allen vier Angeklagten Fahrlässigkeit vor. Obwohl es dunkel und neblig war, seien sie nicht langsam gefahren. Zwar gebe es an der Unfallstelle keine Geschwindigkeitsbegrenzung, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Heribert Beck. Die Fahrer hätten aber ihre Geschwindigkeit den schlechten Sichtverhältnissen anpassen müssen.

Bei Massenunfall mit 51 Fahrzeugen sterben drei Menschen

Bei der Karambolage im November 2011 in Höhe der Ortschaft Heek waren insgesamt 51 Fahrzeuge ineinander gefahren. Neben den drei Toten wurden 35 Menschen verletzt. Kurz nach der Katastrophe ging die Polizei davon aus, dass ein Unfall mit Blechschaden, bei dem niemand verletzt wurde, der Beginn der Massenkarambolage war.

Massenkarambolage auf A31

Zu jüngeren Ermittlungsergebnissen wollte sich Beck nicht äußern - zumindest nicht, was den Unfallhergang angeht. Er erklärte jedoch, wie die vier Angeklagten in die Katastrophe verwickelt gewesen sein sollen.

Demnach soll einer von ihnen ein anderes Auto mit solch einer Wucht gerammt haben, dass es über die Leitplanke geschleudert wurde. Der Fahrer erlitt innere Verletzungen und starb.

Der zweite Angeklagte soll für den Tod von gleich zwei Menschen verantwortlich sein. Er sei in ein anderes Auto gerast, ein Kotflügel sei durch die Luft geflogen und habe das erste Opfer an der Schlagader verletzt. Das angefahrene Auto sei nach vorne gerollt und habe das zweite Opfer überfahren. Beide Opfer standen bereits auf der Straße.

Lesen Sie auch:
100 Verletzte bei Massenkarambolage in Kanada

Bei einem Unfall sind auf einem Highway in der kanadischen Provinz Alberta 100 Menschen verletzt worden. Durch dichtes Schneetreiben rasten am...

Auch die beiden Angeklagten, die sich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten müssen, sollen Menschen angefahren haben, die wegen der Kollisionen schon auf der Straße standen. (dpa)

Kommentare
Aus dem Ressort
Schwules Paar ebnet kinderlosen Paaren den Weg
Leihmutter
Für so manche ungewollt Kinderlose ist eine Leihmutter die letzte Hoffnung auf ein eigenes Kind. Der BGH traf jetzt eine mutige Entscheidung.
Muslimin angefahren - Polizei vermutet fremdenfeindliche Tat
Staatsschutz
Mehrere offenbar fremdenfeindliche Männer haben eine 29-jährige Muslimin in Braunschweig angefahren und beschimpft. Nun ermittelt der Staatsschutz.
Facebook will mehr über Datenschutz informieren
Facebook
Facebook ändert seine Nutzungsbedingungen und will Werbung stärker auf einzelne Nutzer zuschneiden. Über Datenschutz soll mehr informiert werden.
Psychisch kranker Häftling auf Weihnachtsmarkt geflohen
Flucht
Strafgefangener entwischt Betreuerinnen bei einem Ausflug. Er soll vor Jahren eine Frau getötet haben. Fahnder beschreiben ihn als gefährlich.
Schwedische Prinzessin Madeleine ist wieder schwanger
Königshaus
2015 hat das schwedische Königshaus zwei Gründe zu feiern. Prinz Carl Philip heiratet seine Sofia und Prinzessin Madeleine bekommt wieder ein Kind.