Andy Borgs Abschied voller Wehmut

München..  Es ist ein Abschied auf Raten: Heute (20.15 Uhr) wird Andy Borg zum letzten Mal einen „Musikantenstadl“ in deutschsprachigen Landen moderieren, im österreichischen Oberwart. Als Gäste stehen unter anderem die Kastelruther Spatzen, Stefanie Hertel und Mary Roos auf dem Programm der ARD-Sendung, die ausgerechnet jetzt noch einen zweiten Abschied zu verzeichnen hat. Am Donnerstag starb Karl Moik, der den Stadl 1980 aus der Taufe hob, bevor Borg ihn 2005 übernahm. Eine Open-Air-Show gibt es dann noch am 27. Juni in Kroatien und dann ist es vorbei - mit Borg als Moderator zumindest. Mit dem „Stadl“ soll es weitergehen. Wie und mit wem, daraus machen der Bayerische Rundfunk und seine Partnersender in Österreich und der Schweiz noch ein Geheimnis. „Es gibt noch nichts Neues“, sagt ein BR-Sprecher.

Kandidaten haltensich bedeckt

Auch die Kandidaten, die als mögliche Nachfolger gehandelt werden – wie Stefan Mross – halten sich bislang sehr bedeckt. Zuletzt spekulierte die „Bild“-Zeitung, dass die 37-jährige Schweizer Schlagersängerin Francine Jordi als Favoritin für den Job gehandelt wird, für den auch Beatrice Egli im Gespräch gewesen sein soll.

Der BR sagt dazu: „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen.“ Als einziger hat sich bislang Andreas Gabalier geäußert - mit einer klaren Absage.

Der „Musikantenstadl“ soll jünger und moderner werden - so etwas wie ein „Stadl 2.0“, wie es in einer Mitteilung des Bayerischen Rundfunks hieß. Hintergrund sind wohl die sinkenden Quoten. Schalteten 1994 im Jahresschnitt noch 7,53 Millionen Menschen (Marktanteil: 25,9 Prozent) den „Stadl“ ein, waren es 2004 noch 5,73 Millionen (19,2 Prozent) und 2014 sogar nur noch 3,96 Millionen (13,6 Prozent).

Der BR veröffentlichte im Vorfeld der Sendung ein mit „Drei Fragen an Andy Borg“ überschriebenes Interview. Im Rückblick finde er die Auftritte von „Freizeitmusikern“ besonders beeindruckend, sagte Borg darin. „Ihre Auftritte habe ich immer auch als Erinnerung an uns Profis empfunden, nie zu vergessen, dass Musik in erster Linie bedeutet, anderen Freude zu bereiten und dass unser Beruf, Musik machen zu dürfen, immer auch eine Berufung ist.“ Beeindruckt habe ihn auch, immer wieder beobachten zu dürfen, „dass viele große und kleine Künstler, die wir im Stadl zu Gast hatten, vor ihrem Auftritt genauso nervös waren wie ich“.

Kein Wort zum bevorstehenden Abtritt als „Stadl“-Moderator. Das holte er stattdessen auf Facebook nach. Seinen mehr als 76 000 Fans schrieb er dort am Wochenende: „..was muss ich da schon wieder lesen?!? Der BR und seine Partner in Österreich und der Schweiz wollen das seit Jahrzehnten laufende Format entstauben ... Erst bin ich zu alt, jetzt zu verstaubt. Dann hätte ich wohl doch länger im Gefrierschrank bleiben sollen ;-))). Allen Staubfängern ein schönes Wochenende.“

Auf Facebook dankte er auch seinen Anhängern und ließ durchblicken, dass die vergangenen Wochen für ihn nicht ganz leicht waren: „Hunderttausende Menschen haben mir Briefe, Emails, ins Gästebuch geschrieben, gepostet und vieles mehr. Das tut sehr gut!!!“, schrieb er. „Danke, vielen Dank!“