Amerikaner wirft fünfjährige Tochter in den Tod

Ein 25-Jähriger hat in Florida offenbar seine fünfjährige Tochter getötet.
Ein 25-Jähriger hat in Florida offenbar seine fünfjährige Tochter getötet.
Foto: Larry W. Smith/Archiv
Was wir bereits wissen
Die USA sind schockiert über die verstörende Tat eines Vaters, der seine kleine Tochter von einer Brücke geworfen und getötet hat. Die Behörden hätten versagt, so der Vorwurf.

Washington.. Nach dem Tod der fünfjährigen Phoebe Jonchuck, die von ihrem Vater von einer Brücke bei Tampa, US-Staat Florida, 20 Meter tief ins Meer geworfen wurde, ergibt sich ein verstörendes Bild: Gerichte, Anwälte und Jugendschutzbehörden in Florida wussten seit langem, dass John Jonchuck massive psychische Probleme hatte. Der Vater der Kleinen war mehrfach stationär in Behandlung. Ex-Frau Michelle Kerr, getrennt lebende Mutter des Opfers, berichtete von Tabletten-Konsum. „Er war bipolar“, sagte sie dem TV-Sender FOX 13. Trotzdem besaß er das Sorgerecht für seine Tochter.

Am Tag vor der Tat muss sich die Lage für den 25-Jährigen dramatisch zugespitzt haben. Zuerst fiel Jonchuck bei Genevieve Torres auf: Als seine Familien-Anwältin Sorgerechts-Unterlagen aktualisieren wollte, winkte Jonchuck ab: „Nicht mehr nötig.“ Die Juristin empfand ihren Mandanten, der seine Tochter dabei hatte, als „nicht mehr Herr seiner Sinne“. Sie informierte die Polizei. Und einen Notruf für Kindesmissbrauch.

Häufige Polizei-Kontakte wegen häuslicher Gewalt

Bill Swengros, ein Priester, bei dem Jonchuck danach auftauchte und von ihm verlangte, unverzüglich getauft zu werden, bestätigte den Eindruck. „Er fühlte sich gequält, verfolgt.“ Von einer unmittelbar bevorstehenden Bedrohung für das Mädchen will der Geistliche nichts gespürt haben. Auch anwesende Polizisten sollen keinen Verdacht geschöpft haben. Dabei, wird gemutmaßt, „hätte ein Blick in die Fall-Akte Jonchucks genügt, um genauer hinzusehen“.

Hitzetod Als er noch mit der Mutter Phoebes zusammenlebte, gab es oft Polizeikontakte wegen häuslicher Gewalt. Nach der Trennung ging das Jugendamt drei Mal Beschwerden nach, die das Sorgerecht des Vaters betrafen. Die leibliche Mutter leidet an Multipler Sklerose und fühlte sich überfordert. Immer wieder lagen sich Jonchuck und Kerr über Besuchsregelungen für Phoebe in den Haaren. Das Mädchen, das Kindergärtnerinnen als „aufgeweckt, süß und freundlich“ beschrieben, geriet zunehmend zwischen die Fronten. Unter den Augen der Aufsichtsbehörden, die sich jetzt dem Vorwurf der Untätigkeit ausgesetzt sehen.

Vater warf die Tochter übers Brückengeländer ins Wasser

Was Jonchuck zu der Tat führte, ist Gegenstand von Ermittlungen. Ebenso der Tathergang. Dem Streifenbeamten William Vickers war in der Nacht zu Donnerstag ein Auto aufgefallen, dass mit 160 km/h auf die Sunshine Skyway Bridge zuraste. Im Laufe der Verfolgung hielt der Fahrer an, stieg aus, lief schreiend auf den Beamten zu, der aus Vorsicht seine Waffe zog. Dann ging der Mann – John Jonchuck – zurück ans Auto, nahm seine Tochter von der Rückbank, drückte ihr Gesicht an seine Brust und warf sie über das Brückengeländer, berichtet der Polizeichef. Ihr lebloser Körper wurde zwei Kilometer entfernt im Wasser gefunden.

John Jonchuck ist des Mordes an seinem Kind angeklagt. Als Michael Andrews, Richter in Pinellas County, ihn bei der ersten Vorführung fragte, ob er einen Verteidiger wünsche, antwortetet der Vater: „Ich lege alles in Gottes Hände.“