Amerikaner enthüllen die schnöde Wahrheit über Ufos

Von wegen "unbekanntes Flugobjekt": Zwischen 1954 bis 1976 betrieb die CIA das geheime Flugprogramm U2.
Von wegen "unbekanntes Flugobjekt": Zwischen 1954 bis 1976 betrieb die CIA das geheime Flugprogramm U2.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Mehr als jeder zweite Ufo-Entdecker im Amerika der 50er-Jahre hat laut CIA nur neue Spionageflugzeuge gesehen. Doch was ist mit der anderen Hälfte?

Essen.. Dass die amerikanische Regierung beste Kontakte zu den Außerirdischen unterhält, ist jedem Verschwörungstheoretiker geläufig. Ein Teil der Wahrheit ist jetzt ans Licht gekommen, da der Geheimdienst CIA ziemlich umstandslos behauptet: Die Ufos – das waren meistens wir.

Noch ist aber nicht ganz klar, welches Interesse wirklich hinter der Enthüllung steckt.

Wie immer, ist die ganze Geschichte etwas komplizierter. Auf dem Meldungsdienst Twitter hat die CIA nun aufmerksam gemacht auf einen Bericht namens „Die CIA und das U2-Programm 1954 bis 1976“, und da sie einen Link hinzufügte, ist der Bericht nun nicht mehr ganz so intern wie zuvor. Ja, er stößt sogar auf ungleich mehr Interesse als das gleichzeitig frei gegebene Glückwunsch-Telegramm der CIA zum 90. Geburtstag von Präsident Bush dem Älteren.

Glänzende Objekte namens U2

Denn er gibt der Welt zu lesen: Viele Menschen im Kalten Krieg, die glaubten, ein Ufo zu sehen, ein glitzerndes, außerirdisches Objekt in ungeahnter Höhe, die sahen in Wahrheit das geheime Flugzeug U2. „Mehr als die Hälfte aller Ufo-Sichtungen der 50er- und 60er-Jahre geht darauf zurück“, sagt der Historiker Gerald K. Haines.

In einem gewissen Sinn kann man sagen, dass Präsident Dwight D. Eisenhower unwissentlich der Vater der Ufos war. 1954 erlaubte er nämlich, die U2 zu bauen, um die Sowjetunion und China aus größter Höhe auszuspionieren. Das Projekt war extrem geheim und heikel, also konnte es natürlich nur an die einschlägig bewährte CIA gehen. Mit deren ersten Probeflügen dann stieg die Zahl der Ufo-Sichtungen in Amerika dramatisch an. So etwas Paradoxes kriegt auch nur ein Geheimdienst hin: streng geheime, aber deutlich sichtbare Testflüge.

Folterbericht Dass auch Profis wie Piloten und Fluglotsen Ufos zu sehen glaubten, erklärt sich demnach so: Passagiermaschinen flogen damals in 3000 bis 7000 Metern Höhe, Militärmaschinen in 13.000. Die U2 aber flog in 18.000 Metern, einer Höhe, die damals noch als unerreichbar galt. Einen Nebeneffekt beschreibt die „New York Times“: Danach seien besonders viele Ufo-Meldungen von Piloten gekommen, die am frühen Abend Amerika von Ost nach West überflogen. Denn es gab dann Minuten, in denen es auf ihrer Reiseflughöhe schon dunkel war, während auf die deutlich höhere U2 noch die Sonne schien. „Da erschienen sie den Piloten, die 12.000 Meter tiefer flogen, als glühende, feurige Objekte.“

Ufologen reagierten dreifach

Viele Menschen, die Ufo-Sichtungen meldeten, bekamen darauf nie eine Antwort. Die CIA aber gründete direkt ein Folgeprojekt („Blaues Buch“), in dem Sichtungen und U2-Flüge verglichen wurden. Der Zusammenhang war augenfällig. An die Öffentlichkeit konnte die CIA damit aber nicht gehen: Zunächst war das Flugzeug ja geheim. Und als es längst nicht mehr geheim war, spätestens seit einem Abschuss 1960 über der UdSSR, war es dem Geheimdienst immer noch geheim. Man kann auch sagen: berufstypische Paranoia.

Auf die CIA-Enthüllung ihrer außerirdischen Aktivität reagierten US-Ufologen jetzt auf dreierlei Weise: Sie fragten, ob die CIA nicht auch Ufologen-Gruppen überwacht habe (wahrscheinlich). Sie fragten, was denn mit der anderen Hälfte der Ufo-Sichtungen gewesen sei (Landung vom Planeten Mossad?). Und nicht völlig unerwartet nahmen sie den Bericht für bare Münze und damit in einer scharfen logischen Spitzkehre als Beweis, die Regierung habe schon immer über Ufos gelogen.

Da soll man nicht ins All fliehen!