Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Monstersturm

Amerika zittert vor Hurrikan Sandy - dem „Frankenstorm“

28.10.2012 | 15:58 Uhr
Ein Ladenbesitzer schützt seine Schaufenster mit Brettern vor dem erwarteten Monstersturm.Foto: ap

Washington.   Hurrikan "Sandy" wird spätestens Dienstag an der Nordostküste erwartet. Trifft er dort, wie Meteorologen sicher sind, auf einen Kaltluft-Wirbelsturm aus Kanada, droht eine Naturkatastrophe, von der 60 Millionen Menschen betroffen sein könnten.

Tagelange Stromausfälle durch umgestürzte Bäume, Starkregen, Überschwemmungen, Windgeschwindigkeiten über 130 km/h, heftige Schneefälle und Schäden in Milliardenhöhe: Bis zu 60 Millionen Amerikaner in den Ostküstenstaaten Virginia bis Maine könnten nach Angaben von Meteorologen und Katastrophenschützern betroffen sein, wenn der tropische Hurrikan „Sandy“ auf Land trifft und sich mit einem Kaltluft-System aus Kanada zu einem „Monstersturm“ verbindet. Mehrere Bundesstaaten von Connecticut bis Virginia haben vorbeugend den Notstand ausgerufen und an die Bevölkerung appelliert, sich mit Lebensmitteln und Trinkwasser einzudecken.

Video
In der US-Metropole bleiben Börsen und Schulen am Montag geschlossen, mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus. "Sandy", der in der Nacht zu Dienstag erwartet wird, könnte einer der schwersten Stürme seit Jahrzehnten werden.

Die Nationalgarde hat 60 000 Kräfte in Alarmbereitschaft versetzt, das Verteidigungsministerium in Washington arbeitet an Rettungsplänen. „Sandy“ hat in der Karibik in den letzten Tagen rund 60 Todesopfer gefordert. Das Unwetter, das sich im Laufe des Sonntags 400 Kilometer vom Land entfernt auf offener See in nordwestlicher Richtung fortbewegte und nach Regierungsangaben spätestens am Dienstag zwischen Massachusetts und Delaware die Küste berühren wird, gilt wegen seiner gewaltigen Ausmaße von über 1000 Kilometern bereits heute unter Wetterforschern als historisch.

US-Medien haben das Unwetter „Frankenstorm“ getauft

Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami erklärte, die Schäden könnten die Dimension des Hurrikans „Bob“ übertreffen, der 1991 an der Ostküste Milliardenschäden verursacht hatte. In Anspielung an den Gruselfilm Frankenstein und weil Halloween unmittelbar bevorsteht, haben die US-Medien das Unwetter „Frankenstorm“ getauft. Überall an der Nordostküste bereiteten sich die Städte gestern auf den möglichen Ernstfall vor. In New York bleiben seit gestern Abend auf Anweisung von Gouverneur Andrew Cuomo sämtliche Busse, U-Bahnen und Nahverkehrszüge im Depot. Bei erwarteten Windgeschwindigkeiten von über 120 km/h sind zudem Brückensperrungen fällig.

Entwarnung nach Tsunami-Alarm für Hawaii

Vergleichsweise glimpflich waren die Folgen eines schweren Erdbebens mit der Stärke 7,7 vor der West-Küste Kanadas am Samstagabend. Nachdem die Behörden zunächst Tsunami-Alarm für Hawaii und weite Teile der US-Westküste ausgelöst hatten, gab es am Sonntagmorgen Entwarnung: Die Wellen überstiegen nirgends die Höhe von 70 Zentimetern. Berichte über Opfer oder Sachschäden liegen bisher nicht vor. Das Epizentrum des Bebens lag unter der von Indianern bewohnten Inselgruppe Haida Gwaii. In den Tourismuszentren Hawaiis hatte die Tsunami-Warnung in der Nacht zum Sonntag chaotische Zustände ausgelöst. Auf Geheiß des Gouverneurs suchten Tausende Schutz in höhergelegenen Gebieten oder Häusern. Auf der Insel Oahu mussten nach Berichten der Los Angeles Times vorübergehend 80 000 Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen.

Alle Bauarbeiten in Manhattan sind gestoppt. In vielen Ortschaften an der Küste wurden Tausende evakuiert. Anwohner verrammelten ihr Häuser mit Holzplatten und Sandsäcken. Fluggesellschaften rechnen ab heute mit dem Aus für Hunderte Flüge über den Atlantik. Die amerikanische Marine hat in ihrem wichtigsten Ostküsten-Stützpunkt Norfolk die Verlegung selbst großer Schiffe angeordnet. Stellvertretend für viele Bürgermeister rief New Yorks oberster Repräsentant Michael Bloomberg dazu auf, „nicht in Panik zu verfallen, die Sache aber auch nicht auf die leichte Schulter zu nehmen“.

Zwischen sieben und zehn Tage Stromausfall

Nach letzten Berechnungen der Meteorologen erreicht „Sandy“ frühestens am späten Montagabend südlich von New Jersey das Land. Welchen Pfad der Sturm dann nehmen wird, ist nach Angaben von Rick Knabb vom Nationalen Hurrikan-Center „fast zweitrangig“. In  einer Telefonkonferenz mit Journalisten sagte er, dass die „Konsequenzen selbst im glimpflichsten Szenario enorm sein werden“. Hoffnungen, dass die in den USA bei Extremwetter besonders anfälligen Stromleitungen dem Naturereignis Stand halten werden, sind gering.

New Jerseys Gouverneur Chris Christie erklärte, man müsse sich auf Stromausfälle „zwischen sieben und zehn Tagen einstellen“. In Washington baten Telefon-Konzerne und lokale Energie-Versorger ihre Kunden gestern per Anrufkette präventiv um Verständnis: „Wir werden nicht jedem zeitnah helfen können. Bitte haben Sie Geduld.“

Dirk Hautkapp


Kommentare
29.10.2012
12:26
Amerika zittert vor Hurrikan Sandy - dem „Frankenstorm“
von mine1975 | #6

der größte Klimasünder kapituliert vor den Folgen seiner Prasserei, so klein ist der Mensch !

1 Antwort
Amerika ist eindeutig nicht der größte Klimasünder,
von cui.bono | #6-1

sondern dass ist eindeutig China gefolgt von Indien und Russland.

Dieses einseitige Amerikabashing ist mittlerweile doch etwas nervig.

Insbesondere bei derartigen Naturkatastrophen sollte man sich doch mit hämischen Bemerkungen zurückhalten, besonders dann, wenn die Behauptungen dann auch noch falsch sind.

29.10.2012
09:49
Amerika zittert vor Hurrikan Sandy - dem „Frankenstorm“
von Homer_Simpson | #5

Wenn der Sturm mal keine Vorwarnung an die Amerikaner ist, bloß nicht Romney zu wählen...

29.10.2012
08:54
Amerika zittert vor „Frankenstorm“
von speedy123 | #4

es trifft genau das richte land für die menschen selber tut es mir leid

aber welches land tut denn nichts gegen den klimawandel

unseren gute freunde aus den USA

also frankenstorm hau richtig rein damit die hohlbirnen es mal endlich verstehen das

man was gegen das klima machen muss

5 Antworten
Gegen das Klima
von Stefan2 | #4-1

Genau! Das doofe Klima! Da muss doch mal einer was gegen machen!

Meine Güte sind Sie verblendet!
von cui.bono | #4-2

Hoffentlich wird ihr dummer Kommentar schnell gelöscht!

Amerika zittert vor Hurrikan Sandy - dem „Frankenstorm“
von Ismet | #4-3

@Stefan2
@cui.bono

Statt die Kommentare des speedy123 zu kritisieren, sollten Sie sich an die eigene Nase fassen. Dadurch wird speedy bestimmt nicht von seiner Meinung als "Öko" zurücktreten...

Grundsätzlich recht
von Stefan2 | #4-4

Ich finde, Sie haben grundsätzlich recht. Ich habe bloß im Augenblick keine Zeit, inhaltlich auf Speedys Kommentar einzugehen. Deswegen habe ich es ausnahmsweise mal mit Ironie versucht.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #4-5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.10.2012
22:14
Amerika zittert vor „Frankenstorm“
von donfernando | #3

Petrus arbeitet jetzt auch mit den Islamisten zusammen. Wahrscheinlich eine Anweisung von Allah, da kann man nix machen....

28.10.2012
19:37
Wahlkampf
von bearny67 | #2

Wenn Obama klug ist, setzt er das Katastrophenmanagemment gewinnbringend für seinen Wahlkampf ein. Gemeiner Kommentar? Fiese Haltung?
Mitnichten- unser aller Bundesbirnenkanzler hatte es damals nach dem großen Sturm in Ostdeutschland auch nicht anders gemacht. Nicht zuletzt deswegen wurde er zum letzten Mal wiedergewählt, bevor unser Medienkanzler die Agends 2010 ins Horn stoßen konnte.

1 Antwort
Amerika zittert vor „Frankenstorm“
von Hengsbach | #2-1

Genau das tut Obama bereits. Wahlkampf abgebrochen und macht nun auf Krisenmanager. Was bleibt ihm auch anderes übrig und den Fehler von G.W.Bush damals, Katrina zu unterschätzen, den wird er sicher nicht wiederholen wollen.

Und Romney kann nur zuschauen und hoffen, daß Obama doch einen Fehler macht. Doch der hat bereits "alle Hilfe" zugesagt. Und bis die eintrifft (oder auch nicht), ist die Wahl schon lange vorbei.

28.10.2012
16:45
Amerika zittert vor „Frankenstorm“
von Eduard79 | #1

Ist "Monstersturm" eigentlich ein meteorologischer Fachbegriff, oder doch nur ein Indiz für die Boulevardisierung von derWesten!?

Nunja....seien wir froh, dass "Frankenstorm" nur als Zitat übernommen wurde. Wobei...einen ordentlichen Neologismus hätte ich der Redaktion auch zugetraut.

1 Antwort
Neologismus
von Stefan2 | #1-1

Von einer Redaktion, die Aufmerksamkeit auf ihr Internetangebot ziehen möchte, kann man auch durchaus Wortneuschöpfungen erwarten.

Aus dem Ressort
Sonne, Hitze, gute Musik - Die Sommerhits unserer Leser
Sommerhits
Wir haben unsere Leser auf Facebook nach ihren Lieblings-Sommerhits gefragt. Das Feedback war groß - und facettenreich. Von alten Klassikern wie "Sunshine Reggae" über lustige Vorschläge wie Dean Martins "Let it snow" bis hin zum aktuellen Chartstürmer "Summer" - hier gibt es die Top 13.
Norwegen gedenkt der Opfer der Breivik-Massaker
Terrorismus
Auch drei Jahre nach den Anschlägen in Oslo und auf Utøya will Norwegen für Offenheit und Toleranz einstehen. Der Attentäter Anders Behring Breivik hatte 77 Menschen getötet - darunter viele Kinder und Jugendliche. Sein Motiv war Fremdenhass.
Schmerz-Patienten dürfen unter Auflagen Cannabis anbauen
Urteil
Schmerz-Patienten dürfen zuhause selbst Cannabis für den Eigengebrauch anbauen — wenn eine entsprechende Genehmigung vorliegt. Das hat das Verwaltungsgericht Köln am Dienstagmorgen entschieden. Fünf schwer kranke Männer hatten geklagt. In zwei Fällen wurde die Klage aber abgewiesen.
Das sind die zehn bestverdienenden Hollywood-Stars
Forbes-Liste
Robert Downey Jr., Dwayne Johnson und Bradley Cooper sind die bestverdienenden Stars in Hollywood. In der Rangliste des US-Wirtschaftsmagazins Forbes stehen aber auch Liam Neeson und Christian Bale auf einem der ersten zehn Plätze.
Leiche des geflüchteten "Sewol"-Reederers gefunden
Fährunglück
Vor drei Monaten sank die südkoreanische Fähre "Sewol" — fast 300 Menschen starben. Der Reederei-Chef, der das Schiff regelmäßig aus Profitgier überladen haben soll, tauchte nach dem Unglück ab. Jetzt wurde die stark verweste Leiche des Milliardärs gefunden.
Umfrage
Ein Gericht hat erlaubt , dass chronisch Kranke zu Hause Cannabis anbauen. Wie stehen Sie zu Cannabis?

Ein Gericht hat erlaubt , dass chronisch Kranke zu Hause Cannabis anbauen. Wie stehen Sie zu Cannabis?

 
Fotos und Videos