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Amazon lässt ausländische Hilfskräfte systematisch überwachen und einschüchtern

14.02.2013 | 14:38 Uhr
Amazon lässt ausländische Hilfskräfte systematisch überwachen und einschüchtern
Eine ARD-Dokumentation deckte am Mittwoch auf: Amazon setzt bei ausländischen Hilfskräften auf Lohndumping, 24-Stunden-Überwachung und Repressionen.Foto: dpa

Essen.  Günstige Preise und kostenlose Lieferung verheißt der Internethändler Amazon seinen Kunden. Leidtragende dieses Billig-Systems sind vor allem ausländische Leiharbeiter. Wie eine Dokumentation am Mittwoch in der ARD aufdeckte, werden sie nicht nur zu Dumpinglöhnen angestellt, sondern auch rund um die Uhr von einem aggressiven Security-Dienst überwacht. Amazon will die Vorwürfe prüfen.

Immer mehr Kunden shoppen beim Versandhändler Amazon: Allein in Deutschland machte das Unternehmen 2012 einen Umsatz von über sechs Milliarden Euro. Doch Amazons Erfolg hat eine Schattenseite, die vor allem ausländische Hilfskräfte trifft, wie am Mittwochabend die ARD-Dokumentation „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“ aufdeckte: Lohndumping, 24-Stunden-Überwachung, Repressionen. Der Online-Riese will die Vorwürfe prüfen.

Im Zentrum der Reportage stand ein Logistikzentrum im hessischen Bad Hersfeld, aber Amazon hat zahlreiche weitere deutsche Standorte, unter anderem zwei in NRW (Werne und Rheinberg ). Hunderte von Leiharbeitern beschäftigte der Onlinehändler allein in Bad Hersfeld im Weihnachtsgeschäft 2012. Die meisten davon kamen aus Spanien, darunter auch viele Akademiker - eine Folge der Rezession im Süden Europas.

Spaniern werden deutschsprachige Verträge vorgesetzt

Wie die ARD-Doku aufdeckt, waren die Spanier aber nicht bei Amazon direkt angestellt, sondern bei der Zeitarbeitsagentur „trenkwalder“. Das erfuhren die Hilfsarbeiter aber erst, als sie in Deutschland ankamen. Auch der zuvor vereinbarte Lohn war plötzlich zwölf Prozent geringer. Die Verträge konnten die ausländischen Leihkräfte nicht verstehen: Sie waren auf Deutsch.

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Trotzdem nahmen die Spanier die Arbeit an. Warum sich keiner über die falschen Versprechungen Amazons beschwerte, erklärt Norbert Faltin, Amazon-Vorarbeiter in Koblenz, den Reportern Diana Löbl und Peter Onneken: „Man traut sich einfach nicht darüber zu sprechen.“

Heiner Reimann von Verdi ergänzt : „Die ausländischen Leiharbeitnehmer haben keine Stimme, deswegen glaube ich, dass sie faktisch rechtlos sind." Zudem sei die Angst der Arbeiternehmer „riesengroß“ ohne Lohn in ihre Heimat zurückgeschickt zu werden.

Laut Recherchen des Reporterteams soll Amazon systematisch die Arbeitnehmerrechte aushöhlen – mutmaßlich auch in NRW. „Solange sich keiner beklagt, kommt Amazon damit durch“, betont Verdi-Vertreter Reimann.

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Kommentare
15.02.2013
09:31
Amazon lässt ausländische Hilfskräfte systematisch überwachen und einschüchtern
von karmey | #27

Mich würde mal interessieren, welche Rolle die Bundesagentur für Arbeit in dieser Angelegenheit spielt. Amazon gibt die saisonal freien Stellen beim...
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2013-02-14 14:38
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