Air-Algérie-Maschine wegen vereister Sensoren abgestürzt

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Was wir bereits wissen
Gut acht Monat nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs über Mali hat die französische Untersuchungsbehörde die Unfallursache ermittelt: Technisches gepaart mit menschlichem Versagen.

Paris/Bamako.. Der Absturz einer Passagiermaschine über Mali im Juli vergangenen Jahres geht vermutlich auf vereiste Sensoren zurück. Damit scheint ein Anschlag ausgeschlossen, der bisher als mögliche Ursache gegolten hatte. Bei dem Unfall waren alle 116 Menschen an Bord ums Leben gekommen, darunter 54 Franzosen.

Die McDonnell Douglas MD 83 der spanischen Fluggesellschaft Swiftair war für die algerische Gesellschaft Air Algérie unterwegs. Nach Erkenntnissen der französischen Behörde für Unfallanalysen (Bea) hat die Besatzung des Flugzeugs es vermutlich versäumt, ein Anti-Vereisungssystem für Drucksensoren zu aktivieren, wie aus einer bereits am Donnerstag in Paris veröffentlichten Analyse hervorgeht.

Piloten reagierten nicht auf Flugprobleme

Danach hatte Flug AH5017 auf dem Weg von Ouagadougou in Burkina Faso in die algerische Hauptstadt Algier zunächst ohne besondere Vorkommnisse die Reiseflughöhe von etwa 9500 Meter erreicht. Zwei Minuten später gab es mit dem rechten, dann mit dem linken Triebwerk Probleme. Die fehlerhaften Informationen der vereisten Sensoren hätten zu einer Drosselung des Schubs geführt. Korrekturen des Autopiloten verursachten schließlich einen Abriss des Luftstroms. Nach der Analyse gab es laut Bea keine Manöver der Crew gegen den Strömungsabriss.Luftverkehr

Bereits 2002 und 2014 kam es nach den Angaben zu ähnlichen Vorkommnissen mit Flugzeugen von McDonnell Douglas, die allerdings ohne Folgen blieben. Die Bea kündigte einen Abschlussbericht für Dezember an. (dpa)