Ärger um Prof. Boernes Luxus-Schlitten

Langenfeld..  Der jüngste Münster-„Tatort“ bot mehr Komik als Krimi. Der Langenfelder Unternehmer Michael Möllenbeck fand den Krimi jedoch überhaupt nicht lustig: Weil er seit dem Filmdreh mit den „Tatort“-Machern im Clinch liegt.

Der Grund: Möllenbeck hatte der „Tatort“-Produktionsfirma Bavaria „auf deren inniges Bitten“ das Auto geliehen, das Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) in der Folge fuhr: ein Wiesmann-Roadster, 360 PS, Neupreis 150 000 Euro, Wert „wohl noch höher“, sagt Möllenbeck.

Dass er dem Filmteam sein Auto für zwei Wochen lieh – gegen 1800 Euro Miete –, hatte auch mit Eitelkeit zu tun, gibt Möllenbeck zu: „Wann kann man sein Auto schon mal im Fernsehen sehen?“ Als er den Wagen im vergangenen November nach den Dreharbeiten zurückbekam, waren jedoch Felgen, Auspuff, Frontschürze zerkratzt – und der Wagen hatte im Heck einen Unfallschaden. Bei der Bavaria bestätigt man den Unfall. Er wurde „von einer dritten Partei verursacht“. Details mag man nicht benennen.

Der Wiesmann-Besitzer fordert 40 000 Euro für den Unfallschaden. „Es ist unfassbar, wie die mit meinem Auto umgegangen sind“, so Möllenbeck.

Seit sechs Monaten nun ärgert er sich mit der Versicherung des Unfallgegners herum. Der sei Stuntman, fand Möllenbeck heraus. Das nährt seinen Zweifel, dass der Unfall tatsächlich im normalen Straßenverkehr geschehen ist, wie die Bavaria behaupte. Der schwarze, aus dem Leichtbaumaterial GFK gefertigte Roadster steht seitdem unberührt in einer Werkstatt – eine Auto-Rarität, Erstzulassung August 2012 und eines von nur 30 Sondermodellen vom Typ MF 3 CLS; zudem einer der letzten Wiesmann überhaupt. Die Dülmener Sportwagenmanufaktur ging 2013 in Insolvenz.

Das ist mit ein Grund für die enormen Reparaturkosten, wegen der Möllenbeck nun auch droht, die Bavaria zu verklagen. 23 000 Euro hat ihm die Versicherung inzwischen überwiesen, und 5000 Euro wegen der Wertminderung. Tatsächlich würde die Reparatur mindestens 40 000 Euro kosten, so Möllenbeck. „Für mich ist das Auto auch eine Wertanlage“, sagt der Langenfelder. Deshalb legt er Wert auf eine hochwertige Reparatur. Die mache es nötig, die komplette Heckschürze neu anzufertigen, sagt er. Allein die Gussform dafür koste 27 000 Euro.