70 Jahre Haft für Direns Todesschützen

Missoula..  Der Mann, der im vergangenen Frühjahr in Amerika den Hamburger Austauschschüler Diren Dede erschossen hat, muss für 70 Jahre ins Gefängnis. Frühestens nach 20 Jahren kann er auf Haftverkürzung hoffen. Die Staatsanwaltschaft hatte 80 Jahre gefordert. Mit der Möglichkeit auf Begnadigung frühestens in 40 Jahren. Die Verteidigung verlangte eine Haftstrafe von de facto fünf Jahren.

Markus Kaarma (30), vor zwei Monaten von einer Geschworenen-Jury in Missoula im US-Bundesstaat Montana wegen vorsätzlicher Tötung verurteilt, blieb ohne jede Regung, als Richter Ed McLean das Strafmaß verkündete. Direns Vater, Celal Dede, war mit seinem deutschen Anwalt Bernhard Docke aus Deutschland angereist. Er nahm das Urteil mit großer Erleichterung auf. „Wir müssen nach Hause gehen und weitermachen“, sagte er. „Das Leben in der Zukunft ist entzwei.“

Diren war in der Nachbarschaft seiner Gasteltern bei einem nächtlichen Streifzug in eine offen stehende Garage eingedrungen, offenbar um ein Getränk zu stehlen. Kaarma erschoss den 17-Jährigen ohne Vorwarnung mit einer Schrotflinte.