60 Prozent der Deutschen wollen Löhne offenlegen

Viele erhoffen sich von mehr Lohntransparenz auch mehr Lohngerechtigkeit.
Viele erhoffen sich von mehr Lohntransparenz auch mehr Lohngerechtigkeit.
Foto: Arno Burgi
Was wir bereits wissen
Was verdient der Kollege? Rund 60 Prozent der deutschen sind grundsätzlich für mehr Transparenz bei Löhnen und Gehältern in ihren Unternehmen.

Berlin.. Fast zwei Drittel der Deutschen sprechen sich nach einer Umfrage grundsätzlich für mehr Transparenz bei Löhnen und Gehältern in ihren Unternehmen aus. 27 Prozent der Bundesbürger plädieren für die Möglichkeit von Arbeitnehmern, sich über Bezüge aller Kollegen zu informieren.

38 Prozent wollen Löhne lieber geheim halten

Weitere 33 Prozent würden es begrüßen, wenn sie sich in ihrem Betrieb über Löhne und Gehälter zumindest von Kollegen mit vergleichbarer Tätigkeit informieren könnten, wie eine am Dienstag veröffentlichte Forsa-Umfrage für das Hamburger Magazin "Stern" ergab. 38 Prozent meinten dagegen, dass generell die Löhne und Gehälter geheimbleiben sollten.

Arbeitsmarkt Von den Frauen befürworten den Angaben zufolge nur 32 Prozent, dass Arbeitnehmer in einem Betrieb die Möglichkeit haben müssten, sich über Löhne und Gehälter von Kollegen mit einer vergleichbarer Arbeit informieren zu können. Von den Männern meinten dies 33 Prozent.

Dass generell davon abgesehen werden sollte, Löhne und Gehälter offenzulegen, meinten überdurchschnittlich viele Anhänger von CDU/CSU (49 Prozent). Für eine generelle Offenlegung seien vor allem Sympathisanten der Linken (43 Prozent) und der Grünen (42) sowie Ostdeutsche (35 Prozent). Im Westen seien es nur 25 Prozent.

Familienministerin beklagt Lohnungleichheit von Männern und Frauen

Manuela Schwesig (SPD) will die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen sichtbar machen und plant ein Gesetz, damit sich "möglichst alle Angestellten" über die Gehälter von Kollegen mit gleicher Tätigkeit informieren können. Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, für mehr Transparenz zu sorgen, "unter anderem durch eine Verpflichtung für Unternehmen ab 500 Beschäftigte, im Lagebericht auch zur Frauenförderung und Entgeltgleichheit Stellung zu nehmen. Darauf aufbauend werde für Arbeitnehmer ein individueller Auskunftsanspruch festgelegt. (dpa)