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500 Düsseldorfer lassen bei Lanz-Premiere die Hüllen fallen

07.10.2012 | 10:07 Uhr
Foto: /ddp images / dapd/dapd

Am Ende war der Moderator erleichtert. "Sind wir spät geworden, oder geht's?", fragte Markus Lanz am Samstagabend gegen 23.30 Uhr bei seiner "Wetten, dass..?"-Premiere. Groß waren die Erwartungen an den Nachfolger von Thomas Gottschalk, der die ZDF-Unterhaltungsshow immerhin fast 24 Jahre moderiert und regelmäßig teilweise stark überzogen hatte.

Düsseldorf (dapd). Am Ende war der Moderator erleichtert. "Sind wir spät geworden, oder geht's?", fragte Markus Lanz am Samstagabend gegen 23.30 Uhr bei seiner "Wetten, dass..?"-Premiere. Groß waren die Erwartungen an den Nachfolger von Thomas Gottschalk, der die ZDF-Unterhaltungsshow immerhin fast 24 Jahre moderiert und regelmäßig teilweise stark überzogen hatte. Lanz beendete die Sendung nahezu pünktlich - und kann zufrieden sein mit seinem Einstand. Respektabel war die Show, aber auch ein wenig hektisch. Zudem gelang es Lanz (noch) nicht, dem Format seinen eigenen Stempel aufzudrücken.

Unter großem Jubel hatte der 43-Jährige mehr als drei Stunden zuvor über die neue Showtreppe die Bühne betreten. "Ich bin der Neue, schön, dass Sie da sind, ich freue mich sehr", rief er dem Publikum zu und legte los - mit einigen lauen Witzen. Als er gehört habe, dass die erste Sendung aus Düsseldorf komme, habe er den Job auf jeden Fall machen wollen, sagte Lanz. Dort sei die Pelzdichte noch höher als in Grönland, wo er auch gern hinfahre.

Die Wetten im Mittelpunkt

An den Grundzutaten der Sendung hatte Lanz nicht gerührt: Er präsentierte zwar Elemente, die aus dem Privatfernsehen bekannt sind wie "Switch Reloaded" (Michael Kessler als Günther Jauch), die Gespräche mit Promis und Showacts blieben bei seiner ersten "Wetten, dass..?"-Sendung aber erhalten. Ebenso die Wetten, die der neue Moderator wieder mehr in den Mittelpunkt rücken wollte.

In der 200. Ausgabe des Formats bekamen die Zuschauer ein für "Wetten, dass..?" typisches Potpourri zu sehen: Eine Kandidatin erriet Hunderassen anhand von Haarbüscheln, es gab eine Traktorwette und einen Kandidaten, der Morsezeichen übermittelte, indem er mit seinen Ohren wackelte. Zudem versuchte ein junger Mann, auf einem Seil balancierend Fußbälle per Fallrückzieher in ein Tor zu schießen. Dabei scheiterte er zwar, wurde aber trotzdem Wettkönig.

Auch Lanz zeigte vollen Körpereinsatz: Der 43-Jährige stemmte eine Kiste Bier auf dem Rücken in 30 Liegestützen hoch, musste sich bei dieser "Challenge" aber seinem Herausforderer aus dem Publikum geschlagen geben. Danach ging dem Moderator ein wenig die Puste aus, was sich vor allem beim Gespräch mit dem einzigen internationalen Gast, US-Sängerin Jennifer Lopez, zeigte. Die Latina hatte zuvor ihren neuen Song "I Wanna Dance" vorgestellt - mit ihrem 18 Jahre jüngeren Lover Casper Smart als Backgroundtänzer. Als Lanz sie fragte, ob sie ihn denn auch bezahlen würde - "also, fürs Tanzen", verfinsterte sich Lopez' Miene. "Natürlich", gab sie zur Antwort.

Wesentlich routinierter sprach der Moderator mit den anderen Promis: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), Modezar Karl Lagerfeld, Schauspieler Wotan Wilke Möhring, Opernsänger Rolando Villazón, Comedian Bülent Ceylan, Campino von den Toten Hosen sowie mit Fußballer Rafael van der Vaart und seiner Frau Sylvie. Sie alle nahmen als Wettpaten auf einer neuen Couch Platz und brachten gleich auch ihre Wettkandidaten mit in die Show.

Lanz muss im Fortuna-Trikot um den Kölner Dom laufen

Neu eingeführt hatte Lanz die Stadtwette, die in diesem Fall eine "Nacktwette" war. Lanz hatte zum Auftakt der Show die Düsseldorfer aufgerufen, sich nahezu nackt mit roter und weißer Farbe besprühen zu lassen. Rund 500 folgten dem Aufruf und ließen die Hüllen fallen, um das Vereinslogo des Bundesligisten Fortuna Düsseldorf darzustellen. "Das ist eindeutig Kunst", sagte Lanz, der die Wette verlor und nun mit einem Fortuna-Trikot von Düsseldorf nach Köln laufen und einmal den Kölner Dom umrunden muss.

Im Unterschied zu seinem Vorgänger Thomas Gottschalk, der nach dem tragischen Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch vor knapp zwei Jahren überraschend seinen Abschied angekündigt hatte und dem ZDF zeitgleich mit dem RTL-"Supertalent" Konkurrenz machte, nahm sich Lanz als Moderator der Sendung zurück. Er ließ seine Gäste ausführlich zu Wort kommen und gab sich als Stichwortgeber - so wie man es aus seiner Talkshow im Zweiten kennt.

Nur scheint dem 43-Jährigen die Ausdauer zu fehlen für ein längeres Format. Der Moderator wirkte am Ende erschöpft und verabschiedete sich sichtlich erleichtert vom Saalpublikum in Düsseldorf und von den Zuschauern an den Bildschirmen. "Ich wette, dass das eine oder andere hier heute ganz herrlich in die Hose gehen wird", hatte Lanz sich anfangs skeptisch gezeigt. Die Skepsis war nicht angebracht, eher Respekt - wie ihn Comedian Bülent Ceylan dem Gastgeber vor der Show im ZDF zollte: "Der hat Eier, dass er die Sendung übernimmt."

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