Energie
50 Millionen Menschen in Brasilien ohne Strom
11.11.2009 | 09:18 Uhr 2009-11-11T09:18:00+0100
Rio/São Paulo. Nach einem gigantischen Stromausfall waren in der Nacht 50 Millionen Menschen in Brasilien ohne Strom. Auch in den beiden größten Städten des Landes, Rio de Janeiro und São Paulo, gingen die Lichter aus. Grund war ein ausgefallenes Kraftwerk. Die Polizei ging vermehrt auf Streife.
In den südlichen Bundesstaaten Minas Gerais, Espirito Santo, Rio de Janeiro, São Paulo, Mato Grosso do Sul sowie Teilen des zentralen Staates Goias und des Hauptstadt-Distrikts Brasilia ist am Dienstagabend um 22.15 Uhr Ortszeit (Mittwoch 01.15 Uhr MEZ) der Strom aus. Der Radiosender Bandnews berichtete, dass bis zu 50 Millionen Menschen betroffen seien - ein Viertel der brasilianischen Bevölkerung. Am frühen Mittwochmorgen gegen 01.00 Uhr Ortszeit kehrte die Elektrizität in den meisten Gebieten nach und nach zurück.
In Rio und São Paulo hatten die Behörden die Bewohner nach dem Stromausfall aufgerufen, nicht auf die düsteren Straßen zu gehen. Aus Angst vor einer Kriminalitätswelle verstärkte die Polizei die Streifenfahrten. Im Großraum São Paulo, in dem 20 Millionen Menschen leben, wurden die Straßen nur von Scheinwerfern der Autos erleuchtet. Lediglich in größeren Gebäuden mit Notstromgeneratoren brannte noch Licht.
Blitzschlag mögliche Ursache
Der brasilianische Energieminister Edson Lobo sagte, das Itaipu-Kraftwerk sei «komplett ausgefallen» und habe neu hochgefahren werden müssen. Der Grund für den Ausfall war seinen Angaben zufolge zunächst nicht bekannt. Möglicherweise sei eine der fünf Hochspannungsleitungen des Kraftwerks während eines Gewitters von einem Blitz getroffen worden, sagte Lobo.
Auch im benachbarten Paraguay fiel am Dienstagabend der Strom aus, allerdings nur für eine halbe Stunde. Ein Sprecher der nationalen Energiebehörde sagte, im brasilianischen Stromnetz habe es einen Kurzschluss gegeben. Daraufhin seien zwei Hochspannungsleitungen, die Paraguay mit Elektrizität aus dem Itaipu-Werk beliefern, ausgefallen. Die Anlage ist mit einer Leistung von 14.000 Megawatt eines der größten Kraftwerke der Erde. (AFP)

10:58
Ob deutsche Politiker das veranlasst die immer zentraleren Strukturen in der Energieversorgung zu hinterfragen muss man wohl bezweifeln.
Zu lukrativ sind die Posten die winken, wenn der Wähler mal wieder falsch votet.